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Michael Meier heuerte 2005 beim 1. FC Köln als Manager an © getty

Trotz des 1:0-Erfolgs über Stuttgart könnte der FC die Zusammenarbeit mit Michael Meier beenden. Die Bilanz spricht gegen ihn.

Von Mathias Frohnapfel

München - Die Ruhe war von kurzer Dauer:

Nach dem 1:0-Erfolg des 1. FC Köln im Kellerduell beim VfB Stuttgart muss FC-Geschäftsführer Michael Meier wohl seinen Posten räumen.

Der Verein wollte die Trennung weder bestätigen noch dementieren. "Dazu geben wir keine Stellungnahme ab", sagte FC-Pressesprecher Christopher Lymberopoulos am Montag.

Die Treuebekundungen von Präsident Wolfgang Overath aus der Jahreshauptversammlung könnten nach nicht einmal einer Woche Vergangenheit sein.

Als ausschlaggebend für Meiers Entlassung, so sie denn tatsächlich vollzogen wird, gilt dessen verheerende Bilanz in Köln. Schon vor dem Spiel in Stuttgart wurde über eine Demission des Managers spekuliert worden, der 2005 den Posten in Köln übernommen hatte. Seitdem ist der Schuldenstand des "Geißbock-"Klubs auf mehr als 24 Millionen Euro gestiegen.

Vehemente Fan-Proteste

Zudem musste Meier einen Abstieg verantworten, aktuell droht dem Tabellen-17. erneut der Gang in die Zweitklassigkeit.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Über Meiers potenzielle Entlassung hatten mehrere Medien bereits am Wochenende spekuliert.

Vor allem die vehementen Fan-Proteste gegen Meier deuteten auf einen Rauswurf hin.

Das größte Hindernis bei einer möglichen Trennung von Meier scheinen die Finanzen zu sein.

Der frühere Dortmunder Manager besitzt noch einen Vertrag bis 2014 und soll angeblich eine Abfindung von gut einer Million Euro einstreichen.

Verwaltungsrat für Ablösung

Bereits am Sonntag soll sich der Verwaltungsrat in einer vierstündigen Sitzung für die Ablösung des 61-Jährigen ausgesprochen haben.

Als ein Zeichen für Meiers Aus war auch interpretiert worden, dass der Manager ohne Präsident Wolfgang Overath zum Auswärtsspiel nach Stutttgart gereist war.

Meier selbst zeigte sich am Sonntag ahnungslos: "Ich weiß von nichts. Wenn etwas gemacht wird, hoffe ich, dass mir das zuerst mitgeteilt wird. Ich habe ja schließlich noch einen Arbeitsvertrag."

FC-Boss Wolfgang Overath, der ebenfalls heftig in der Kritik steht, hatte auf der Mitgliederversammlung Veränderungen in der sportlichen Führung angekündigt.

Man werde sich Gedanken um die Situation des Sportdirektors und um Michael Meier machen, sagte Overath.

Calmund: "Ich würde sagen Feierabend"

Reiner Calmund, der einst bei Bayer Leverkusen für kurze Zeit mit Meier zusammengearbeitet hatte, hatte dem Manager zum Rücktritt geraten.

"Ich würde die Konsequenzen ziehen. Ich würde sagen, 'hier kann ich nicht mehrgewinnen. Feierabend."

"Die Wölfe heulen, einer muss vom Schlitten", sagte Calmund bei "Sky90", nahm Meier dabei aber auch in Schutz:

"Wenn man ein bisschen normal tickt, dann muss man Mitleid mit Michael Meier haben. Natürlich ist er als Manager für den sportlichen Misserfolg zuständig, aber dass man sagt, er hat auch das finanzielle Fiasko angerichtet, halte ich für unverschämt und absolut falsch."

Stevens verteidigt Meier

Huub Stevens verteidigte in seiner SPORT1-Kolumne Meier und forderte, ihn gerecht zu bewerten. "Man muss doch fair bleiben und schauen, mit welchem Etat ein Meier in Köln arbeiten muss."

Nun könnte wohl schon bald ein anderer Meiers Job erledigen, mit welchem Erfolg ist offen.

Als Kandidaten werden unter anderem Jan Schindelmeiser und Toni Schumacher gehandelt.

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