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Michael Meier (l.) heuerte 2005 beim 1. FC Köln als Manager an © getty

Der Kölner Präsident hält zum umstrittenen Manager. Der Verwaltungsrat drängt aber weiter auf Meiers sofortige Ablösung.

Von Martin Volkmar und Marco Wiefel

München/Köln - Wolfgang Overath wehrt sich weiter gegen einen Rauswurf von Manager Michael Meier.

Der Präsident des 1. FC Köln will den offenkundigen Forderungen des Verwaltungsrats nicht nachgeben.

Statt der für Mittwoch erwarteten Entlassung des umstrittenen Meier gab es am Geißbockheim lediglich ein Treffen zwischen Vorstand und der Mannschaft.

"Die ganzen Personaldiskussionen und Querelen helfen uns vor dem so wichtigen Spiel gegen Wolfsburg nicht weiter, lautete die einstimmige Meinung des Trainerteams und der Spieler", hieß es danach in einer Mitteilung des Tabellen-17. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wolfgang Overath und Jürgen Glowacz entschieden daraufhin, im Sinne der Mannschaft die Diskussionen zu vertagen, und alles zu unternehmen, um das Team des 1. FC Köln größtmöglich zu unterstützen."

Manager bleibt auf der Kippe

Indirekt bestätigten die Kölner damit aber auch, dass Meiers Job nach wie vor auf der Kippe steht.

Schon am Dienstag hatte Overath im WDR-Hörfunk zugegeben, dass er über die Zukunft des Managers nachdenke.

Ein deutliches Bekenntnis zu Meier blieb aus, auch nach dem Treffen vom Mittwoch.

Bislang ist der Klubboss aber nicht zur Trennung bereit, da er offenkundig weiter einen Sündenbock für die sportliche Talfahrt haben will.

[kaltura id="0_xcjivh9p" class="full_size" title="Meier bleibt vorerst Manager"]

Nachfolger-Suche könnte schwierig werden

Problematisch ist zudem noch der bis 2014 laufende Vertrag des Managers, dem bei einer vorzeitigen Auflösung angeblich bis zu einer Million Euro Abfindung zustehen würden.

Darüber hinaus dürfte die Suche nach einem neuen sportlichen Leiter aufgrund der prekären sportlichen und wirtschaftlichen Lage beim mit rund 24 Millionen Euro verschuldeten FC wohl schwierig werden.

Die derzeit gehandelten Favoriten Jörg Schmadtke ("Ich bin Sportdirektor in Hannover") und Jan Schindelmeiser ("Es gibt keinerlei Kontakt") scheinen alles andere als begeistert vom angeblichen Interesse zu sein.

Meier: "Präsident ist mein Ansprechpartner"

Meier selber hat einen Rücktritt mehrfach kategorisch ausgeschlossen. Auch von einem bevorstehendem Rauswurf wisse er nichts.

"Es mag sein, dass der Verwaltungsrat Forderungen aufgestellt hat", sagte Meier am Dienstag.

"Aber der Präsident ist mein Ansprechpartner - und der hat mit mir darüber nicht gesprochen."

Auf Anfrage von SPORT1 wollten sich weder der Verwaltungsratsvorsitzende Rolf-Martin Schmitz noch dessen Stellvertreter, der ehemalige Oberbürgermeister Fritz Schramma, äußern.

Entlassung gefordert?

Dafür sprach ein Mitglied des Kontrollorgans in der "Kölnischen Rundschau" anonym, aber deutlich:

"Wir haben dem Präsidenten noch einmal klar gemacht, dass unser Gremium die Entlassung von Herrn Meier fordert. Wir sind mit seiner Arbeit nicht zufrieden. Auf dieser Position muss etwas geschehen."

Vorerst allerdings will Overath anscheinend die Probleme aussitzen und abwarten, ob es für das abstiegsbedrohte Team von Frank Schaefer nach dem Sieg in Stuttgart am Samstag gegen Wolfsburg weiter aufwärts geht.

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