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Günter Netzer (r.) wurde als Manager dreimal Deutscher Meister mit dem Hamburger SV © getty

Der Ex-Manager schlägt einen Beraterposten beim Nordklub aus. Das Stürmeridol übt Kritik - ebenso wie ein anderes Urgestein.

Von Björn Seitner und Martin Hoffmann

München - Uwe Seeler macht sich Sorgen. Horst Hrubesch rät zu einer neuen Philosophie.

Zwei alte Idole sind nicht zufrieden mit der Lage beim Hamburger SV. Und ein weiteres mag nicht mitanpacken, die Lage zu verbessern.

Günter Netzer, von 1978 bis 1986 überaus erfolgreich als HSV-Manager, hat ein Angebot, in einer Berater-Rolle beim Klub anzuheuern, ausgeschlagen.

"Ich fühle mich dem HSV immer noch sehr verbunden", erklärt der 66-Jährige in der "Bild": "Doch ich muss das Angebot leider ablehnen, da diese Aufgabe nicht in meine Lebensplanung passt."

Treffen in Zürich

Klubchef Bernd Hoffmann hatte sich der Zeitung zufolge mehrmals in Zürich mit Netzer getroffen und ihm den Job angeboten.

Er hatte offensichtlich darauf gehofft, dass der junge Sportchef Bastian Reinhardt von den Kenntnissen und Kontakten des Ex-Nationalspielers, profitieren könnte.

Dazu wäre die Verpflichtung von Netzer auch etwas zum Vorzeigen gewesen in einer Zeit, in der der Klub nicht für viele positiven Nachrichten gut ist.

Seeler: "Jeder fängt von vorne an"

Ein biederer Mittelfeldplatz neun in der Bundesliga, ein Trainer, der seit seinem Amtsantritt kritisch beäugt wird und dazu eine gewaltige Verletzungsmisere: Beim HSV haben sich vor dem Spiel gegen den VfB Stuttgart (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) eine Reihe selbst- und fremdverschuldeter Probleme angehäuft.

"Die Verletzten bringen natürlich viel durcheinander", meint HSV-Urgestein Seeler bei SPORT1, erklärt aber auch: "Es macht keinen Sinn, immer alles darauf zu schieben."

[kaltura id="0_ztyj46bv" class="full_size" title=" HSV geh rt in Champions League "]

Besonders die fehlende Kontinuität im Klub macht "Uns Uwe" Sorgen: "Jedes Jahr ein neuer Trainer, das ist nicht gut, denn jeder fängt von vorne an."

Armin Veh ist nach Huub Stevens, Martin Jol und Bruno Labbadia der vierte Trainer in nur drei Jahren. Und vor dem Duell mit dem Klub, mit dem der 49-Jährige 2007 Deutscher Meister wurde, sehen einige auch seinen Stuhl schon wackeln.

"Der Verein muss sich hinterfragen"

"Der Verein muss sich hinterfragen, ob der eingeschlagene Weg noch der richtige ist", findet auch Hrubesch im "kicker".

Geht es nach dem einstigen "Kopfball-Ungeheuer", benötigt der Klub eine "neue Philosophie". Deren wichtigster Bestandteil? - "Kontinuität."

Wie Seeler, ist auch der DFB-Nachwuchstrainer der Meinung, dass durch die häufigen Trainerswechsel, "ein Spieler am Ende gar nicht mehr weiß, was er machen soll".

Jarolim enttäuscht

In einem sind beide aber einig: "Die Mischung muss stimmen."

"Man muss eine Mannschaft auf den Platz bringen, die miteinander kämpft, marschiert und dann auch die Spiele gewinnt", so Seeler bei SPORT1.

"Wenn aber drei oder vier Leute nicht mitziehen, wird es für die Mannschaft sehr schwer", findet der 74-Jährige.

In diese Kerbe schlägt auch David Jarolim (seit 2003 beim HSV): "Einer muss dem anderen helfen - das hat gefehlt, das gefällt mir nicht."

Rost kehrt ins Tor zurück

"Die Mannschaft muss mehr Gas geben, mehr Lauffreudigkeit an den Tag legen", so Seeler, für den die Hamburger vom Potential her in der Champions League spielen müssten.

Hoffnung mach dem HSV die Rückkehr von Torhüter Frank Rost.

Beim Krisengipfel gegen den VfB kehrt der Routinier für den in den vergangenen Partien oftmals glücklosen Jaroslav Drobny zurück ins Tor.

Nach seinem überstandenen Außenbandanriss im Knie soll der 37-Jährige dem Team Sicherheit geben.

Elia fraglich

Auch Kapitän Heiko Westermann und Verteidiger Guy Demel werden wohl wieder mit dabei sein. Der Einsatz von Eljero Elia ist dagegen fraglich.

Drei erfahrene Spieler sind also wieder mit dabei. Was, wie Seeler weiß, aber nicht Besserung garantiert: "Leider machen die älteren Spieler ja auch viele Fehler."

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