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Novakovic (r.) und Geromel (3.v.r.) sind Leistungsträger beim 1. FC Köln © getty

Köln spielt eine starke Hinrunde. Ein Hauptgrund ist das gute Verhältnis zwischen Neueinkäufen und alten Leistungsträger.

Von Christian Stüwe

München ? Für den 1. FC Köln läuft es in dieser Saison überraschend gut.

Acht Punkte beträgt derzeit der Vorsprung auf die Abstiegsplätze, mit einem Heimsieg gegen Hannover 96 (Fr., ab 20 Uhr LIVE ) könnte das Punktekonto auf 19 Zähler ansteigen.

"Wenn wir 96 schlagen, dann haben wir hier erst mal Ruhe", sagt FC-Präsident Wolfgang Overath.

Schon nach dem zwölften Spieltag könnte der FC das Hinrundenziel praktisch erreicht haben. Eine Situation, die es beim Aufsteiger in der Bundesliga schon lange nicht mehr gab. Nach den letzten beiden Aufstiege, stieg der FC postwendend wieder ab.

Ein Grund für die komfortable Ausgangssituation sind die guten Neuzugänge der "Geißböcke". Hier sind vor allem Petit und Pedro Geromel zu nennen.

In der Vergangenheit setzte der FC oft auf teure Altstars, die nicht einschlugen. Doch die Beiden sind sofort zu Leistungsträgern geworden.

Geromel mit besten Statistiken

Bemerkenswert bei Verteidiger Geromel ist, dass der FC durch eine Zusammenarbeit mit der Sporthochschule Köln auf den Brasilianer aufmerksam gemacht wurde.

Studenten, die als Scouts für den FC arbeiteten, bemerkten die starken Leistungen Geromels in der portugiesischen Liga und schlugen einen Transfer vor.

Derzeit weist der 23-Jährige die besten statistischen Werte aller Innenverteidiger der Liga vor. Auch auf seinen kommenden Gegenspieler hat sich Geromel schon eingestellt.

Gut vorbereitet auf Forssell

Über Hannovers Mikael Forssell sagt der FC-Abwehrchef gegenüber "Bild" : "Ich kenne ihn schon, habe seine Spielart analysiert. Ein sehr gefährlicher Mann."

Angeblich sollen schon zahlreiche Vereine ein Auge auf Geromel geworfen haben. Doch der Verteidiger bekennt sich zum FC: "Ich werde meinen Vertrag bis 2012 erfüllen."

Novakovic als Erfolgsgarant

Der absolute Erfolgsgarant des FC ist allerdings Stürmer Milivoje Novakovic, seit 2006 in Köln und anfangs mit Problemen. Elf Tore hat der 1. FC Köln bisher erzielt, sieben davon Novakovic. Zwei weitere hat er vorbereitet.

Trainer Christoph Daum schwärmt in höchsten Tönen von seinem Stürmer: "Novas Leistung ist überragend, ich kann mich nur persönlich bei ihm bedanken".

Obwohl sich Novakovic jede Woche Spritzen gegen die Schmerzen im Oberschenkel geben lasse, zeige er jede Woche vollen Einsatz für den FC. "Das ist Teamgeist", so Daum.

Gute Mischung

Der FC hat offenbar eine erfolgreiche Mischung aus alten und neuen Spielern gefunden, es wurde darauf verzichtet, dass Team mit der Brechstange zu verstärken.

Dennoch kommt vor dem Spiel gegen keine Euphorie auf. "Hannover ist eine Mannschaft, die schon lange in der Bundesliga spielt und sich bereits etabliert hat", stapelt Daum tief und gibt ein Beispiel für die neue Bodenständigkeit in Köln.

Daum verärgert über Hildebrand-Spekulationen

Für Unruhe sorgen hingegen wie schon so oft die hausgemachten Wechselspekulationen. Zuletzt wurde Timo Hildebrand als neuer Torwart gehandelt, was bei Daum für mächtig Ärger sorgte. Manager Meier hatte den Valencia-Keeper als "interessanten Mann" bezeichnet.

"Ich finde es abenteuerlich, nach einem Drittel der Saison über die Nachfolge eines Spielers zu sprechen. Da müsste ich hochkarätig bekloppt sein", schimpfte Daum, der ein enges Verhältnis zu Torwart Faryd Mondragon pflegt.

Spekulationen über Huszti

Mit Szabolcs Huszti wird vor dem 96-Spiel zudem der überragende Spieler des Gegners in Köln gehandelt. "Selbstverständlich steht er bei uns auf dem Zettel", sagte FC-Scout Paul Steiner.

Dessen Berater Vladan Filipovic räumt dem Wechsel jedoch keine Chance ein: "Wir stehen in Kontakt zu viel größeren Klubs in Deutschland und Europa. Köln wäre keine Option."

Hannover im Mittelmaß

Von den größeren Klubs ist Köln allen jüngsten Erfolgen zum Trotz noch ein gutes Stück weit entfernt. Gegner Hannover allerdings auch.

Immer wieder peilten die Niedersachsen in der Vergangenheit größere Ziele an, landeten aber doch immer wieder im grauen Mittelfeld. Auch jetzt steht 96 mit zwölf Punkten wieder auf Rang 13.

Zuletzt Hannover beim 3:0 gegen den Hamburger SV allerdings einen klaren Aufwärtstrend. Der FC sei "kein leichter Gegner", sagt 96-Trainer Dieter Hecking vor der Partie.

Das dürfte die Kölner bei allem neuen Understatement freuen.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Köln: Mondragon - Brecko, Geromel, Mohamad, Wome - Petit, Pezzoni - Radu, Antar, Chihi - Novakovic

Hannover: Fromlowitz - Cherundolo, Eggimann (Fahrenhorst), Christian Schulz, Rausch - Balitsch, Bastian Schulz - Stajner, Schlaudraff, Huszti - Forssell

Schiedsrichter: Sippel (München)

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