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Robin Dutt hat vor dem SC Freiburg die Stuttgarter Kickers trainiert © getty

Freiburgs Trainer Robin Dutt verrät im SPORT1-Interview die Philosohpie der Breisgauer und das Saisonziel nach dem starken Start.

Von Thorsten Mesch

München - Die Start-Rekordler aus Mainz und die unangefochtenen Spitzenreiter aus Dortmund verzücken in dieser Saison die Bundesliga.

Kaum weniger überraschend ist das bisherige Abschneiden des SC Freiburg. Die Breisgauer haben sieben von 13 Saisonspielen gewonnen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der Abstand auf den Relegationsplatz beträgt schon zehn Zähler. So gut stand der SCF seit dem Erreichen des UEFA-Cups in der Saison 2000/2001 nicht mehr da.

Der Vater des Erfolgs ist Trainer Robin Dutt, der längst aus dem langen Schatten seines Vorgängers Volker Finke herausgetreten ist.

Im SPORT1-Interview spricht er vor dem Spiel bei Hannover 96 (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) über die Vereinsphilosophie, die Rolle von Torjäger Papiss Demba Cisse und das Saisonziel.

SPORT1: Herr Dutt, mit Ömer Toprak, Felix Bastians, Julian Schuster und Oliver Baumann haben Sie mehrere sehr junge Leute erfolgreich in die Mannschaft eingebaut. Ist der starke Nachwuchs ein Pfund, mit dem der Verein wuchern kann - auch für die Zukunft?

Robin Dutt: Es ist das Ziel eines Ausbildungsvereins, der wir ja sind, junge Spieler in die Mannschaft zu integrieren. Baumann und Toprak kommen beispielsweise aus der eigenen Fußballschule. Es geht aber auch darum, junge Spieler zu sichten, die dann den Sprung bei uns schaffen, wie Bastians oder Schuster. Das ist ein Bestandteil unserer Philosophie.

SPORT1: Sie haben in Köln die Trainerakademie als Jahrgangsbester abgeschlossen. Andere junge Trainer wie Jürgen Klopp oder Thomas Tuchel stehen mit ihren Vereinen ganz oben in der Tabelle. Sehen Sie das als Bestätigung der guten Trainerausbildung in Deutschland?

Dutt: Die Sporthochschule in Köln bietet einen qualitativ guten Fußballlehrer-Lehrgang an, aber hauptsächlich ist jeder Trainer selbst für seine Weiterbildung verantwortlich. Ich glaube auch nicht, dass sich die Qualität eines Trainers am Alter festmachen lässt oder das Alter Rückschlüsse zulässt, ob ein Trainer modern oder nicht modern ist. Wir haben mit Jupp Heynckes momentan den dienstältesten Trainer, der auf mich einen sehr modernen Eindruck macht.

SPORT1: Sie stehen mit Freiburg nach 13 Spielen auf Platz sechs. Wie ordnen Sie die Leistung Ihrer Mannschaft ein? Ist sie so stark wie ihr Tabellenplatz oder profitiert sie davon, dass größere Vereine nach der WM momentan noch Probleme haben?

Dutt: Es wird bei uns immer eine Mischung sein. Wir müssen an unsere Leistungsgrenze gehen und hoffen, dass die meisten Mannschaften, die bessere Voraussetzungen haben als wir, in einem Jahr nicht an ihre Grenzen gehen können. Wenn beide Faktoren zusammenkommen, dann haben wir eine Chance.

SPORT1: Ist es eine besondere Stärke ihrer Mannschaft, immer an ihre Grenzen zu gehen?

Dutt: Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, immer an die Grenzen zu gehen. Wobei diese Mannschaft schon außergewöhnlich ist, was die Grenzen betrifft. Die Jungs sind hungrig, richtig hungrig und funktionieren als Team.

SPORT1: Besteht die Gefahr, dass nun andere Vereine auf Ihre Spieler aufmerksam werden und sie mit lukrativen Angeboten abwerben?

Dutt: Wir haben eine Mannschaft, die Spaß macht, aber die sich noch weiter entwickeln könnte. Die große Herausforderung wird sein, diese Mannschaft zusammenzuhalten. Nicht nur Cisse, wir haben auch andere Spieler, die man unbedingt an den Verein binden sollte.

SPORT1: Müsste aber aus wirtschaftlicher Sicht vielleicht ein Cisse bei einer entsprechenden Summe verkauft werden?

Dutt: Die größte Einnahmequelle für den Verein ist die Zugehörigkeit zur ersten Liga. Die ist mehr Wert wie die Ablöse, die wir für Cisse generieren könnten.

SPORT1: Am Samstag spielt Freiburg in Hannover. Sehen Sie sich auf demselben Niveau mit 96?

Dutt: Hannover spielt eine tolle Saison und steht auf Platz vier. Es wird ein sehr schweres Spiel für uns. Beide Mannschaften haben sicherlich von der Leistungsfähigkeit eine größere Nähe als andere, die hinter uns stehen. Normalerweise müssten Mannschaften wie Bayern München, Bremen oder Schalke vor uns stehen. Wobei auch in Hannover die wirtschaftlichen Voraussetzungen deutlich besser sind als in Freiburg.

SPORT1: Ihr Saisonziel?

Dutt: Bleibt der Klassenerhalt.

SPORT1: Wird Dortmund Meister?

Dutt: So, wie es momentan aussieht, wird es schwer, Dortmund einzuholen.

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