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Sami Allagui besitzt bei Mainz 05 einen Vertrag bis Sommer 2013 © imago

Sami Allagui ist heiß auf das Mainzer Heimspiel gegen Nürnberg. Im SPORT1-Interview spricht der Stürmer über seine Saisonziele.

Von Thorsten Mesch

München - Er hat den Abwärtstrend des FSV Mainz 05 gestoppt.

Mit seinem Doppelpack nach seiner späten Einwechslung beim 3:2 bei Borussia Mönchengladbach sorgte Sami Allagui für den ersten Mainzer Sieg nach drei Liga-Pleiten sowie dem Aus im Pokal. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nun will er mit den Rheinhessen den Vereinsrekord ausbauen und den Klassenerhalt so früh wie möglich perfekt machen. Das Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) ist für den Ex-Fürther ein ganz Besonderes.

Im SPORT1-Interview spricht der Stürmer über die Mainzer Fans, die besondere Stärke von Trainer Thomas Tuchel und seine erste Meisterschaft.

SPORT1: Herr Allagui, nach zuvor drei Niederlagen hat Mainz in Mönchengladbach wieder gewonnen. Wie war das "Zurückkommen"?

Sami Allagui: Es war nicht nur wichtig, dass wir gewonnen haben, sondern dass wir auch am Ende ein richtig gutes Spiel abgeliefert haben. Wir waren präsent, haben das gemacht, was wir uns vorgenommen hatten. Es war wichtig, dass wir wieder in die Spur gekommen sind.

SPORT1: Waren Sie denn eigentlich richtig raus aus der Spur?

Allagui: Wir waren nicht richtig raus, aber wir haben gegen Hannover und Freiburg nicht gut gespielt.

SPORT1: Mainz wurde nach den sieben Siegen von allen gefeiert, nach den drei Niederlagen wurde schon fast von Absturz geredet. War der Sieg in Gladbach auch wichtig, um endlich so etwas wie Normalität einkehren zu lassen?

Allagui: Der Sieg war in erster Linie wichtig für uns, um wieder mit einem guten Spiel in die Woche zu starten und uns auf die nächste Partie vorzubereiten. Wir haben die letzten drei Heimspiele verloren, und gegen Nürnberg wird es auch nicht leicht. Wir wollen endlich wieder zu Hause drei Punkte einfahren und mit unseren Fans feiern.

SPORT1: Haben Sie sich über das Verhalten einiger Fans gegenüber Ihrem Torwart Christian Wetklo beim Spiel gegen Hannover gewundert?

Allagui: Die Sache ist abgehakt, das hat man auch an den Reaktionen in Gladbach gesehen, als die Fans ihn gefeiert haben und er sich bedankt hat. Er weiß, dass er einen Fehler gemacht hat, die Fans wissen, dass sie etwas übertrieben haben.

SPORT1: Bisher war es eine Saison der Extreme.

Allagui: Wir haben mit den sieben Siegen einen Rekord aufgestellt, und jetzt haben wir 27 Punkte, so viele hatte Mainz noch nie in einer Vorrunde. Ich bin froh, dass ich dazu beitragen konnte.

SPORT1: Sie haben in neun Einsätzen fünf Tore erzielt, eins war sogar das Tor des Monats. Ist Ihnen die Umstellung von der Zweiten Liga auf die Bundesliga leicht gefallen?

Allagui: Der Unterschied zwischen Fürth und Mainz ist natürlich groß, aber für mich ist es von Anfang an sehr gut gelaufen. Der Trainer und die Mannschaft haben es mir leicht gemacht, ich bin fit und fühle mich wohl. Mainz ist nicht Bayern oder Schalke, sondern ein kleiner Verein. Da hilft jeder jedem.

SPORT1: Der Karneval in Mainz müsste Ihnen als Düsseldorfer doch gefallen, oder?

Allagui: Die Fans kommen ja sogar verkleidet ins Stadion. Ich finde das lustig und freue mich, endlich mal wieder Karneval zu feiern. Das habe ich seit fünf Jahren nicht mehr gemacht.

SPORT1: Hatten Sie Probleme, weil Ihr Trainer Thomas Tuchel so häufig rotieren lässt?

Allagui: Der Erfolg gibt dem Trainer Recht. Jeder schraubt von sich selbst ein Stück Egoismus runter - zum Wohl der Mannschaft. Unser Kader ist groß, der Konkurrenzkampf ist ziemlich groß. Da weiß man, dass man immer auf hundert Prozent und auf dem Sprung sein muss. Wenn man spielt, weiß man, dass der nächste schon auf seine Chance wartet. Ich habe es vorher noch nie so erlebt, dass der Konkurrenzkampf so gut und so wirksam ist. Das ist eine unserer großen Stärken.

SPORT1: Wie schätzen Sie Nürnberg ein? Sind Sie als ehemaliger Fürther besonders motiviert gegen den Club?

Allagui: Jedes Spiel ist für mich ein Highlight. Ich freue mich darauf, am Freitagabend unter Flutlicht gegen den Club zu spielen. Sie sind stark besetzt und man sieht, dass der Trainer dort alles im Griff hat.

SPORT1: Welche Punktzahl peilen Sie bis zur Winterpause an?

Allagui: Wir haben noch vier Spiele und wollen unseren Rekord so weit wie möglich ausbauen. Eine Zahl sage ich nicht, das bringt nur Unglück.

SPORT1: Dortmund hat sieben Punkte Vorsprung auf Mainz. Blicken Sie nach oben zum BVB oder nach unten zu Leverkusen und den Bayern?

Allagui: Weder noch. Wir blicken auf uns. Dortmund hat eine super Truppe und steht verdientermaßen oben und ist Favorit. Wir werden am Ende sehen, wo wir landen.

SPORT1: Sie waren ja schon Meister. In Belgien mit Anderlecht. Wie war das für Sie?

Allagui: Ich war damals 18, habe nicht viel Spielzeit gehabt, aber ich war dabei. Wir sind durch die Liga marschiert. Es war sehr schön und ich konnte sehr viel lernen.

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