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Mohamed Zidan folgte seinem Lieblingstrainer Klopp zu Saisonbeginn zum BVB © getty

Zu Beginn der Saison sorgte der Spielertausch Zidan/Petric für mächtig Wirbel. Am Wochenende treffen die beiden aufeinander.

Hamburg - Es ist kein normales Spiel. Nicht für Mladen Petric, nicht für Mohamed Zidan, nicht für den Hamburger SV und offenbar schon gar nicht für Borussia Dortmund.

Um die Brisanz des Duells am Samstag (ab 15.00 Uhr LIVE ) zwischen dem HSV und dem BVB zu erkennen, genügt ein Blick auf die Vereinshomepage der Dortmunder.

In aller Ausführlichkeit wird dort das Wie, Weshalb und Warum des Tausch-Transfers Petric/Zidan erklärt - fast drei Monate nach Vertragsabschluss. Eigentlich sollte da doch schon längst alles gesagt sein.

Nicht ein Tausch, sondern zwei Wechsel

Ist es offenbar aber nicht. So betont BVB-Sportdirektor Michael Zorc, dass es sich bei dem Wechsel von Petric zum HSV und der im Gegenzug getätigten Dortmunder Verpflichtung des Ex-Hamburgers Zidan keinesfalls um einen Tausch gehandelt habe.

Schließlich hätte der BVB noch 4,8 Millionen Euro als Dreingabe erhalten. Ein derartiges Zubrot kenne er bei Tauschgeschäften nicht, meint Zorc. Schließlich habe er in seiner Kindheit "für ein gelbes Auto nur ein rotes" zurückbekommen.

Zidan treffsicherer als Petric?

Offenbar haben die Dortmunder immer noch das Bedürfnis, sich nachträglich für den Transfer zu rechtfertigen. Ein weiteres Beispiel: Findige Statistiker haben für den BVB errechnet, dass Zidan im Vergleich zu Petric eine bessere Tor-Quote aufweise und Letztgenannter daher nicht der bessere Stürmer sein könne.

So habe der in der laufenden Bundesliga-Saison zweimal erfolgreiche Zidan pro Treffer nur 170 Minuten benötigt. Petric (3 Tore) hingegen 190 Minuten.

Hauptprotagonisten halten sich zurück

Wem derartige Erkenntnisse nutzen, bleibt fraglich. Zumal die Partie am Samstag vom Boulevard in den vergangenen Tagen ohnehin zu einem Privatduell Petric gegen Zidan hochgeschaukelt wurde.

Die beiden Protagonisten halten sich hingegen mit Kampfansagen zurück - obwohl Zidan den HSV nicht gerade im Frieden verließ und auch Petric über den Wechsel nicht unbedingt unglücklich scheint.

Zidan schweigt vor der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte beharrlich, Petric weist derweil entschieden zurück, dass er mit BVB-Stürmer Alexander Frei oder Dortmunds neuem Trainer Jürgen Klopp persönliche Probleme habe.

Auch der Vorwurf, ihm sei von Klopp "Geldgier" unterstellt worden, ist vom Tisch. "Jürgen Klopp hat mich sogar angerufen und mir versichert, dass er das nicht gesagt habe", berichtet Petric. Klopp erklärte unlängst, dass er seinem Ex-Spieler "alles Glück der Erde" wünsche.

Friede, Freunde, Eierkuchen

Eigentlich ist also doch alles friedlich und damit auch irgendwie normal. Zidan und der BVB wollen gewinnen. Petric und der HSV auch. Was bleibt, ist der sportliche Vergleich.

"Natürlich wäre es schön, wenn wir meine ehemaligen Mannschaftskameraden mit einer Niederlage nach Hause schicken könnten", sagt Petric: "Sonst würden wohl Sprüche kommen." Es wären wohl eher Frotzeleien - wie nach einem ganz normalen Spiel.

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