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Der Mainzer Schürrle (r.) feiert mit Szalai den Führungstreffer gegen Nürnberg © getty

Die Nullfünfer treffen und siegen zu Hause wieder - weil Nürnberg zweimal nach Standards schläft. Ein Joker besorgt den Endstand.

Mainz - Verfolger FSV Mainz 05 ist Borussia Dortmund dank des höchsten Saisonsieges dichter auf die Pelle gerückt und liegt zumindest für einen Tag nur noch vier Punkte hinter dem Spitzenreiter.

Die Mainzer setzten sich am 14. Spieltag 3:0 (1:0) gegen den 1. FC Nürnberg durch und haben ihr Zwischentief endgültig überwunden. 317507(DIASHOW: Der 14. Spieltag)

Jung-Nationalspieler Andre Schürrle (27.), Kapitän Nikolce Noveski (54.) und Joker Sami Allagui (86.) erzielten die Treffer in der 150. Erstligapartie der Rheinhessen, die zuletzt drei Heimspiele in Folge verloren hatten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der Treffer Schürrles war der erste nach 313 Minuten ohne Heimspiel-Tor.

"Wir haben schon besser gespielt als heute. Wir haben aber Geduld bewiesen und im richtigen Moment die Tore gemacht", sagte FSV-Manager Christian Heidel.

Nürnbergs Stürmer Julian Schieber zeigte sich unterdessen enttäuscht: "Bei den Gegentoren haben wir geschlafen. Das darf nicht passieren."

Die 05er profitierten zweimal von Abstimmungsproblemen in der Nürnberger Abwehr nach Standards des starken Österreichers Christian Fuchs.

"Das ist einfach nur dumm. Wir haben eine klare Zuteilung", schimpfte Club-Torwart Raphael Schäfer: "So haben wir eine gute erste Halbzeit hergeschenkt."

Schwache Anfangsphase

Die 20.300 Zuschauer im ausverkauften Bruchwegstadion sahen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt eine Anfangsphase, an der sich niemand erwärmen konnte.

"Uns war vorher bewusst, dass es zäh werden kann. Das war dann auch so", sagte der Mainzer Trainer Thomas Tuchel: "Wir sind aber geduldig und kompakt geblieben. Das 3:0 ist einen Tick zu hoch und spiegelt die Kräfteverhältnisse auf dem Platz nicht ganz wider."

Die Mainzer, die durch das 3:2 am vergangenen Spieltag bei Borussia Mönchengladbach ihre drei Punktspiele andauernde Niederlagenserie beendet hatten, fanden auf dem schwer bespielbaren Boden nicht richtig in die Partie und machten viele Fehler im Spielaufbau.

Einen dieser Fehler nutzen die mit zwei Niederlagen in Folge nach Mainz gekommenen Nürnberger fast zur Führung. Mike Frantz scheiterte aber am Mainzer Torwart Christian Wetklo (10.).

Allagui mit sehenswertem Treffer

Der zuletzt angeschlagene Torhüter hatte den Vorzug vor dem eigentlichen Stammkeeper Heinz Müller erhalten.

Obwohl Müller nach langer Verletzung wieder fit ist, musste er auf der Ersatzbank Platz nehmen.

Dort saßen auch Neu-Nationalspieler Lewis Holtby und der zweifache Torschütze von Gladbach, Allagui, der in der 75. Minute für Schürrle kam und einen Konter kurz vor dem Ende mit einem sehenswerten Heber abschloss.

Die Vorlage zu Allaguis Treffer hatte Wetklo mit einem Abwurf bis an die Mittellinie eingeleitet. "Schön, wenn so was mal klapp", freute sich Wetklo nach Abpfiff über den Assist.

Schürrle verwertet Fuchs-Ecke

Dabei waren die Nürnberger Mitte der ersten Hälfte die etwas bessere von zwei schwachen Mannschaften gewesen.

Gefährlich wurden die Franken, die ohne den gesperrten Javier Pinola sowie die angeschlagenen Per Nilsson und Albert Bunjaku auskommen mussten, aber nur bei einem Distanzschuss von Frantz (21.).

Trotz der schwachen Vorstellung der Gastgeber, die auf Innenverteidiger Bo Svensson (Knieverletzung) verzichten mussten, ging das Tuchel-Team in Führung.

Nach einer Ecke nutzte Schürrle die erste Chance aus kurzer Distanz zum schmeichelhaften 1:0. Fuchs vergab kurz darauf per Freistoß die Chance zum zweiten Tor (31.).

Noveski trifft aus kurzer Distanz

FSV-Manager Christian Heidel gestand in der Pause ein, dass die Führung glücklich war.

"Die Nürnberger haben das sehr geschickt gemacht. Sie haben sich weit zurückgezogen, damit hatten wir unsere Probleme. Beim Tor hatten wir ein wenig Glück", sagte Heidel.

Kurz nach dem Seitenwechsel hatten die Mainzer bei einem Weitschuss von Ilkay Gündogan erneut das Glück auf ihrer Seite (48.).

Kein Elfmeter für Schürrle

Sechs Minuten später war Noveski auf der Gegenseite nach einer Freistoß-Flanke von Fuchs aus kurzer Distanz zur Stelle.

In der 57. Minute verwehrte Schiedsrichter Peter Gagelmann den Mainzern dann noch einen Elfmetern nach einem Foul von Andreas Wolf an Schürrle.

Anschließend begannen die Gastgeber damit, den Vorsprung gegen weitgehend harmlose Nürnberger zu verwalten.

Club-Trainer Dieter Hecking konnte dem Spiel dennoch Positives abgewinnen: "Die Mannschaft hat eine tolle Reaktion auf die Leistung gegen Kaiserslautern gezeigt, geht aber trotzdem mit einem 0:3 vom Platz. Es war ein enges Spiel, aber trotzdem eine verdiente Niederlage."

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