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Der FSV Mainz 05 feierte gegen Nürnberg den fünften Heimsieg der Saison © imago

Der höchste Saisonsieg gegen Nürnberg weckt am Bruchweg Träume vom internationalen Wettbewerb. Manager Heidel aber bremst.

Mainz - Drei Niederlagen in Folge hatten die Mainzer Fans am Bruchweg zuletzt erdulden müssen.

Jeden Gedanken an einen Heimfluch hat der höchste Saisonsieg gegen Nürnberg am Freitagabend aber vertrieben - und freudige Wünsche beim Mainzer Anhang geschürt.

"Europapokal, Europapokal" schallte es zum Ende des 3:0-Erfolgs gegen den 1. FC Nürnberg von den Rängen 317507(DIASHOW: Der 14. Spieltag).

Eine Erwartung, die der Manager des Überraschungsteams aber weiterhin so nicht bedienen wollen.

"Warum andere Ziele ausgeben?"

"Warum sollten wir andere Ziele als den Klassenerhalt ausgeben, wenn es so überragend läuft? Wir werden nichts ändern", sagte Christian Heidel.

Auch nicht in Anbetracht der Tatsache, dass Mainz bis zum Saisonende schon fast jedes Spiel verlieren müsste, sollte es dieses offizielle Saisonziel noch verfehlen wollen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

"Zu dieser Zeit schon 30 Punkte zu haben, ist wirklich etwas merkwürdig", weiß Heidel: "Daran müssen wir uns erst noch gewöhnen. Aber wir genießen das auch."

Kein großer Genuss

Dabei war die Vorstellung der Mainzer in ihrem 150. Erstligaspiel über weite Strecken kein großer Genuss.

Zwar schossen Neu-Nationalspieler Andre Schürrle (27.), Kapitän Nikolce Noveski (54.) und Joker Sami Allagui (86.) vor 20.300 Zuschauern im ausverkauften Bruchwegstadion am Ende einen klaren Sieg heraus, der erste Erfolg nach drei Heimpleiten in Folge fiel aber deutlich zu hoch aus.

Das mussten auch die Verantwortlichen eingestehen.

"Arbeitssieg ist ein Kompliment"

"Es gab schon spektakulärere Spiele. Aber der Begriff 'Arbeitssieg' ist für Mainz 05 ein Riesenkompliment", meinte Heidel.

Ähnlich sah es Tuchel. "Das Spiel war enger, als es das Ergebnis aussagt. Aber es ist keine Schande, auch über diesen Weg einen Sieg zu erzwingen", erklärte der Coach, der sein Team nach der zwischenzeitlichen Schwächephase wieder auf bestem Wege sieht.

Tuchel spricht von hohen Ansprüchen

Und dabei auch durchaus deutlich macht, dass mehr herausspringen darf als der Ligaerhalt.

"Wir verschreiben uns weiter hohen Ansprüchen. Dem bleiben wir treu. Wir haben zehn Siege auf dem Konto. Das ist beeindruckend, das gibt uns Vertrauen und Überzeugung. Davon werden wir keinen Zentimeter freiwillig hergeben", sagte Tuchel:

"Wir bremsen uns nicht. Wir wollen gierig bleiben und werden uns so verhalten, als ob wir erst 18 Punkte hätten."

Nürnberg bleibt in der Delle

Dazu gezwungen, sich so zu verhalten muss der 1. FC Nürnberg, der nach drei Niederlagen in Folge bei genau diesem Stand verharrt.

Für Trainer Dieter Hecking kommt diese Entwicklung aber nicht überraschend: "Wir wussten, dass wir uns von den Ergebnissen zuvor nicht blenden lassen durften. Bei einer solch jungen Mannschaft ist so eine Formdelle normal."

Für sein Team gelte "weiter nur das Ziel, nicht in die Relegation zu müssen".

Barcelona und Real als Pflicht

Während Nürnberg nun daran arbeiten muss, diese Delle zu überwinden, gönnt Tuchel seinem Team erst einmal zwei freie Tage.

Mit nur einer Vorgabe: Das Anschauen des "Clasico" zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid am Montag sei "Pflicht" so Tuchel.

Er bedauerte dabei schon, dass er mit seinem Team keinen Betriebsausflug mehr zum Camp Nou unternehmen kann: "Wenn wir gewusst hätten, dass wir Sonntag und Montag frei machen..."

Wenn es so weitergeht, darf Mainz trotz aller Tiefstapelei durchaus hoffen, den FC Barcelona oder Real Madrid sehr bald schon aus der Nähe erleben zu dürfen.

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