Die Schalker lassen sich in Kaiserslautern vermöbeln. Felix Magath ärgert sich über sein Team, trägt aber eine Mitschuld.

Die Aussicht ist paradox:

Schalke könnte zum Ende der Hinrunde auf einem Abstiegsplatz stehen, während die Spieler vom nächsten Auftritt in der Champions League träumen.

Mit Blick auf die kommenden Aufgaben gegen Bayern, Mainz und Köln ist diese düstere Prognose nicht allzu weit hergeholt.

Zumal die 0:5-Schmach in Kaiserslautern gezeigt hat, wie launisch sich die Königsblauen präsentieren können.

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Fast ohne Gegenwehr ließen sich die Schalker auf dem Betzenberg vorführen.

Mit einer harten Woche und dem 3:0-Erfolg über Lyon hat das nichts zu tun, sondern nur mit der Einstellung.

Die Schalker wirkten wie Opernsänger, die nach einem Auftritt in der Scala schlicht keine Lust mehr auf die Provinzbühne namens Bundesliga hatten.

Felix Magath hat das Schalker Team nach der überaus erfolgreichen, vergangenen Bundesliga-Saison komplett umgekrempelt.

Aus einer kampferprobten Liga-Truppe wollte er eine Mannschaft machen, die in Europa spielerisch die Rivalen schlagen kann.

Jetzt muss Magath mit den Geistern fertig werden, die er selbst rief.

Junge Spieler wie Benedikt Höwedes und Lukas Schmitz genauso wie erfahrene Hasen vom Schlag eines Raul oder eines Huntelaar ließen den Startrainer im Stich.

Der droht jetzt mit Strafen und wohl auch mit Medizinbällen. Wieder einmal - und gewiss nicht zum letzten Mal in dieser Saison.

Ob er damit den "Knappen" den Schlendrian austreiben kann, ist fraglich.

Das größte Problem: Die Mannschaft ist zu weit von den internationalen Plätzen entfernt, als dass sie daraus neue Motivation ziehen könnte.

Zehn Punkte sind es bis zum Meister FC Bayern, der auf Platz fünf liegt. Die Münchner sind nach dem 4:1-Erfolg über Frankfurt wieder obenauf.

Einen neuen Trend vom "besten Spiel der Saison" (Louis van Gaal) ableiten zu wollen, erscheint angesichts der weiter wackeligen Bayern-Defensive aber übertrieben.

Zumal Borussia Dortmund sich im Moment mit doppelter Schallgeschwindigkeit durch die Liga bewegt.

Sensationelle 37 Punkte haben die Schwarzgelben bereits gesammelt. Und der 4:1-Sieg gegen Mönchengladbach war erneut mit Toren zum Zungeschnalzen garniert.

Motivationsprobleme kennt Klopps Team, anders als die Nachbarn aus Gelsenkirchen, nicht.

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