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Felix Magath wurde mit dem FC Schalke im Sommer Vize-Meister © getty

Schalkes Profis ziehen sich beim blamablen 0:5 in Kaiserslautern den Zorn von Fans und Trainer zu. Manuel Neuer blickt nach unten.

Von Thorsten Mesch

München/Kaiserslautern - Die mitgereisten Schalker Fans waren außer sich, der Trainer war stinksauer und die Spieler waren einfach ratlos.

"Dieses Ergebnis schreit nach Konsequenzen", wetterte Schalkes Trainer Felix Magath nach der 0:5-Niederlage in Kaiserslautern.

"Wir hatten heute keine Einstellung zum Spiel. Da war kein Kampf, da war kein Einsatz - und zum Schluss war Aufgeben angesagt. Deshalb ist die Niederlage dann so deutlich ausgefallen", analysierte Magath bei LIGA total! die höchste Schalker Niederlage unter seiner Führung. 317507(DIASHOW: Der 14. Spieltag)

Wie die Strafe für die königsblauen Versager, die drei Tage zuvor noch mit einem glanzvollen 3:0 gegen Lyon vorzeitig das Achtelfinale in der Champions League erreicht hatten, konkret aussehen wird, wusste Magath noch nicht.

"Die habe ich mir noch nicht ausgedacht", sagte der Coach, "aber mir wird schon noch etwas einfallen. Ich habe ja nun genügend Zeit dafür."

Magath: Spielern ist Champions League zu wichtig

Als Hauptgrund für den Leistungsabfall seiner Mannschaft, der zur ersten Niederlage nach zuletzt fünf ungeschlagenen Partien und zugleich zur höchsten Schalker Pleite seit dem 26. September 1992 (1:6 in Leverkusen) führte, machte Magath ein Kopfproblem bei seinen Akteuren aus.

"Die Mannschaft hat es in großen Teilen - da möchte ich Manuel Neuer, Christoph Metzelder und Jefferson Farfan herausnehmen - nicht verstanden, dass hier ein ganz anderes Spiel auf uns zukommt als am Mittwoch in der Champions League", erklärte Magath und ergänzte:

"Ich denke, das Hauptproblem ist, dass Spieler bei uns die Champions League einfach zu hoch gewichten und in der Bundesliga dann nicht in der Lage sind, die Leistung abzurufen." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Verständnis für die Fan-Wut

Die Schalker Anhänger, die am Mittwoch noch den überzeugenden Sieg gegen Lyon bejubelt hatten, trauten ihren Augen kaum und schrien ihren Frust heraus, während die Spieler mit hängenden Köpfen vom Rasen schlichen.

"Ich habe Verständnis für den Ärger der Fans. Ich ärgere mich auch", meinte Magath.

"Die Fans haben Recht", ergänzte Torwart Neuer. "Nach Lautern zu fahren ist für sie eine komplizierte Sache. Sie nehmen viel auf sich und wir zeigen so eine Leistung."

"Wenn wir immer so spielen, steigen wir ab"

Der Nationalkeeper richtete als einer der wenigen Schalker den Blick sogar nach unten. "Wenn wir in jedem Spiel so spielen, steigen wir auf jeden Fall ab", sagte er.

Magath zeigte sich in diesem Zusammenhang sogar froh, dass die Niederlage so deutlich ausfiel: "Das zeigt deutlich, dass etwas geändert werden muss."

Kurz hochzufrieden

Im Gegensatz zu Magath war Kaiserslauterns Trainer Marco Kurz glücklich und hochzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft.

"Wir haben über 90 Minuten ein ganz tolles Spiel abgeliefert", sagte der ehemalige Schalker, der 1997 mit den Königsblauen den UEFA-Pokal gewann:

"Die Mannschaft hat fast komplett das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Ein Riesenkompliment für die Leistung und die Art und Weise. Wir sind sehr froh über diese drei wichtigen Punkte."

Jetzt kommen die Bayern

Mit 17 Zählern haben die Pfälzer vor dem Aufsteiger-Duell am kommenden Freitag beim FC St. Pauli vier mehr als die Schalker, die am Samstag den FC Bayern empfangen.

Mit einer Vorstellung wie der in Kaiserslautern droht den Knappen gegen den Rekordmeister ein weiteres Debakel. Im schlimmsten Fall könnte der Vizemeister am Ende der Hinserie sogar auf einem Abstiegsplatz stehen.

Dass die Gelsenkirchener gegen namentlich stärkere Gegner als Kaiserlautern keine Motivationsprobleme haben, haben sie beim 3:0 gegen Lyon und beim 4:0 gegen Bremen gezeigt.

Das sollte ihnen zumindest ein bisschen Mut machen für den Hit gegen die Bayern.

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