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Der vorentscheidende Moment: Schiri Stark schickt Marica (2.v.r., verdeckt) zum Duschen © getty

Der Stuttgarter Rot-Sünder zieht sich nach der Pleite in Hamburg des Trainers Zorn zu, dementiert aber. HSV-Keeper Rost motzt.

Hamburg - Jens Keller fand lobende Worte, doch schon in diesem Moment war klar, wem er die Schuld für die neunte Saisonniederlage des VfB Stuttgart geben wollte.

"Wir haben in Unterzahl nach der Roten Karte ein überragendes Spiel gezeigt - diesen zehn Jungs kann ich keinen Vorwurf machen", sagte der Schwabe nach dem 2:4 (1:3) beim Hamburger SV.

Sein elfter Profi, Stürmer Ciprian Marica, war aber der eindeutige Buhmann beim VfB: 317507(DIASHOW: Der 14. Spieltag)

"Das ist unverzeihlich und da wird es sicherlich auch Konsequenzen geben!", kündigte Keller bei LIGA total! an und war wegen des Platzverweises seines Torschützen nicht zu besänftigen:

"Dem Spieler muss schon bewusst sein, dass so ein Verhalten in unserer Situation überhaupt nicht geht!"

Marica von guten Geistern verlassen

Eine hohe Geldstrafe dürfte Marica dafür erwarten, dass er sich wegen Schiedsrichter-Beleidigung in der 16. Minute die Rote Karte bei Wolfgang Stark abholte. Der Spieler habe ihm ein Schimpfwort an den Kopf geworfen, "da gibt es keine andere Auslegung", sagte der Unparteiische zur Begründung.

Die gegenteiligen Beteuerungen des VfB-Stürmers fanden selbst im eigenen Lager kein Gehör. "Er sagte mir, er hat es nicht gesagt. Mir ist es eigentlich scheißegal, was er gesagt hat", wütete Keller.

Er konnte einfach nicht verstehen, dass Marica nach einer berechtigten Verwarnung für den Kollegen Georg Niedermeier für ein Foul an Mladen Petric 30 Meter zum "Tatort" rannte und lamentierte.

Schon dafür sah er von Stark Gelb: "Und er geht nach der Gelben Karte nicht weg", erinnerte sich sein Trainer fassungslos.

Marica selbst dementierte seine Aussage auch nach dem Sonntagstraining: "Es würde mir nicht im Traum einfallen, den Schiedsrichter so zu beschimpfen. Er muss sich da verhört haben."

Van Nistelrooy zerstört alle Hoffnungen

Dabei hätte Marica auch zum Matchwinner werden können. Wenige Minuten vor seiner Entgleisung hatte der 25-Jährige die frühe Hamburger Führung durch Piotr Trochowski (3.) mit seinem dritten Saisontreffer ausgeglichen (9.).

Eine Minute später bot sich ihm sogar die Chance zum 2:1, die HSV-Keeper Frank Rost jedoch vereitelte. Dann nahm das Unheil seinen Lauf. "Nach der Roten Karte hatten wir es natürlich schwer, obwohl die Mannschaft wirklich toll gekämpft hat", sagte Keller.

Bis zur Pause hatten Jonathan Pitroipa (29.) und Petric (36.) eine Zwei-Tore-Führung für die Gastgeber herausgeholt. Die Hoffnung des VfB, die nach dem Anschlusstreffer von Christian Gentner (46.) nochmals aufkeimte, wurde schließlich durch das 4:2 des kurz zuvor eingewechselten Ruud van Nistelrooy endgültig zerstört.

Im Derby unter Druck

So stehen die Schwaben im Derby gegen 1899 Hoffenheim am Samstag unter erheblichem Erfolgsdruck. "Dieses Spiel müssen wir einfach gewinnen - und am besten noch einige mehr in den nächsten Wochen", stellte Keller klar.

Die Schwaben stagnieren auf dem Relegationsplatz. "Wir stecken voll im Abstiegskampf, da kann man nichts schönreden", sagte der in Hamburg schwache Nationalspieler Christian Träsch bei LIGA total!. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Keller hält seine Mannschaft aber für gefestigt genug, um aus der misslichen Lage herauszukommen: "Man hat ja gesehen, wie die Spieler füreinander gekämpft haben."

Rost motzt über die Kollegen

Für Misstöne im Jubel des HSV sorgte derweil Torwart Rost, der nach vier Wochen Verletzungspause erstmals wieder zwischen den Pfosten stand. Von der Hochstimmung seiner Kollegen hielt der Keeper überhaupt nichts.

"Wir haben uns sogar gegen zehn Stuttgarter schwer getan. Das passiert, wenn der eine nicht für den anderen läuft", schimpfte Rost und sah die Hamburger noch weit von den Ansprüchen entfernt: "Die Tabelle lügt nicht. Da gehört mehr als ein Sieg dazu, um zufrieden zu sein."

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