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Mario Gomez (l., mit Franck Ribery) erzielte gegen Frankfurt sein neuntes Saisontor © imago

Mit dem 4:1 gegen die Eintracht kehrt zur Jahreshauptversammlung Ruhe beim FC Bayern ein. Nur van Buyten kann nicht lachen.

Vom FC Bayern berichten Christian Stüweund Daniel Rathjen

München - Daniel van Buyten nahm lieber den anderen Weg.

Den, auf dem er Journalisten keine Fragen beantworten muss. Der Bayern-Verteidiger fuhr nach dem 4:1 (1:1) seines Teams gegen Eintracht Frankfurt wortlos aus der Allianz Arena 317507(DIASHOW: Der 14. Spieltag).

Seine desaströse Vorstellung mitsamt dem Patzer, der das zwischenzeitliche 1:1 von Theofanis Gekas zur Folge hatte, wird die Diskussionen über die Verpflichtung von neuen Spielern in der Innenverteidigung erhalten (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Bis auf den Belgier waren die Münchner jedoch alle froh aufgrund des höchsten Saisonsieges.

Denn pünktlich vor der Jahreshauptversammlung am Dienstag ist mit dem Sprung auf Platz fünf auch der Start der erhofften Klettertour geglückt.

"Ich denke, dass das heute ein sehr gutes Spiel gewesen ist - vielleicht das Beste!", schwärmte Trainer Louis van Gaal bei LIGA total!

Auch die Bosse waren zufrieden mit dem Resultat. "Wir haben sehr guten Fußball gespielt und sind sehr zufrieden mit Louis van Gaal", bilanzierte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge nach dem Wirbel der vergangenen Tage.

Platz drei in Reichweite

Van Buyten stellte niemand an den Pranger: "Diese Fehler macht jeder Mensch - auch Daniel van Buyten. Das Leben geht weiter - auch für Daniel van Buyten", betonte van Gaal.

Viel wichtiger für das Betriebsklima ist: Plötzlich sind es nur noch drei Punkte Rückstand zu Bayer Leverkusen auf den dritten Platz, der zur Champions-League-Qualifikation berechtigt.

Schwung durch Schweinsteiger

Vier Tage nach der 2:3-Pleite gegen AS Rom wirkte sich besonders die Rückkehr von Bastian Schweinsteiger positiv aus, der bis zu seiner Auswechslung als treibende Kraft im Mittelfeld überzeugte.

Auch Doppeltorschütze (29./88.) Anatoliy Tymoshchuk war ein Gewinner.

"Das ist mein schönster Tag bei den Bayern", sagte der Ukrainer und fügte an: "Zwei Tore, wir haben gewonnen - ich bin froh."

Spannender Konkurrenzkampf

Es wird spannend, wie sich der Konkurrenzkampf mit dem wiedergenesen Kapitän Mark van Bommel entwickelt.

Der Niederländer feierte in der zweiten Halbzeit sein Comeback nach sechseinhalb Wochen Verletzungspause.

Äußern wollte er sich danach nicht: Entgegen seiner Gepflogenheiten ging er ohne Kommentar Richtung Auto.

"Wir haben so viele Chancen kreiert und nur vier Tore gemacht. Trotzdem haben wir diese Leidenschaft, diese Überzeugung immer gezeigt in diesem Spiel", ergänzte van Gaal noch.

Phänomen Gomez

Als Beispiel dafür steht weiterhin Mario Gomez. Der Torjäger, der zwei Minuten nach dem 2:1 von Thomas Müller (59.) für die Entscheidung gesorgt hatte, trifft weiter wie am Fließband.

Der 25-Jährige erzielte 15 der letzten 29 Münchner Tore. "Mario ist aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken", stellte dann auch van Gaal klar.

Gomez war auch nach dem Spiel noch heiß: "Wir hätten mehr Tore machen können. Wir wissen, dass wir viele Punkte aufholen müssen, das werden wir versuchen", richtete er den Blick bereits wieder auf ganz weit oben.

Titel noch ein Thema?

Der Rückstand auf Borussia Dortmund beträgt weiter 14 Punkte, das Thema Meisterschaft wollen die Münchner dennoch nicht abhaken.

"Ich sage: Es sind viele Punkte, keine Frage. Aber ich sage auch, dass wir die bessere Mannschaft sind und dass ich und wir als Mannschaft insgesamt auch noch davon überzeugt sind, das zu schaffen!", gab Toni Kroos bei LIGA total! an.

Man werde, fügte Rummenigge dagegen an, nicht mehr auf Dortmund, "sondern nur noch auf den FC Bayern schauen und siegen".

Nächste Woche steht die Partie beim FC Schalke an.

"Dort müssen wir wieder gewinnen, sonst ist der Erfolg von Frankfurt nichts wert", forderte Philipp Lahm.

Skibbe enttäuscht

Die Eintracht, bei der Keeper Oka Nikolov bei den Gegentoren von Müller und Gomez nicht gut aussah, trauerte nach einer couragierten ersten Hälfte indes der verpassten Chance auf ein Remis nach.

"Der Doppelschlag war bitter und hat uns das Genick gebrochen. In der zweiten Halbzeit ist der Druck zu groß geworden, aber zuvor haben wir gut gespielt", resümierte Coach Michael Skibbe.

Pirmin Schwegler, der noch zu den solidesten Aketuren gehörte, sah das im Gespräch mit SPORT1 ähnlich: "In der zweiten Hälfte haben wir das vermissen lassen, was uns in der ersten stark gemacht hat. Dann kam Bayerns Qualität zur Geltung."

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