vergrößernverkleinern
Schwer getroffen: Edin Dzeko (r.) sackt in der 22. Minute zu Boden © getty

Der FC-Angreifer sorgt gegen Wolfsburg für den negativen Höhepunkt, Dzeko ist verärgert. Die Kölner lassen wichtige Punkte liegen.

Von Olaf Mehlhose

München/Köln - Gerade hatte der 1. FC Köln durch eine einzelne Unachtsamkeit zwei wichtige Punkte hergeschenkt.

Doch nach dem 1:1 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg stand am Sonntagabend eine Szene im Mittelpunkt, die sich weit entfernt von beiden Strafräumen abgespielt hatte.

Die 22. Minute lief im Kölner Stadion, als Lukas Podolski Wolfsburgs Edin Dzeko mit einem bösen Tritt Richtung Unterleib niederstreckte.

Podolski hatte Glück, dass Schiedsrichter Guido Winkmann Gnade vor Recht ergehen liess und statt der fälligen Roten nur die Gelbe Karte zückte. 317507(DIASHOW: Der 14. Spieltag)

"Ich wollte ihn nicht verletzen"

"Das sieht brutal aus und das hat sich auch so angefühlt", gestand Podolski bei LIGA total! zwar ein. Der FC-Angreifer machte dennoch mildernde Umstände geltend:

"Es war keine Absicht und ich wollte ihn auch nicht verletzen. Ich habe mich in der Halbzeit bei ihm entschuldigt, denn das sah wirklich schlimm aus."

"Unfallgegner" Dzeko bestätigte zwar die Entschuldigung, fand aber trotzdem, dass Podolski frühzeitig zum Duschen gehört hätte "So etwas braucht der Fußball nicht", ärgerte sich der Bosnier bei "Sky".

Schäfer nimmt Podolski in Schutz

Auch die Trainer nahmen die Szene sehr unterschiedlich wahr. Kölns Frank Schaefer beurteilte die Situation so ähnlich wie sein Schützling.

"Das ist unkontrolliertes Zweikampfverhalten, ich glaube aber trotzdem - weil es eine enge Zweikampfsituation ist -, dass die Gelbe Karte ausreichend ist. Rot war für mich kein Thema", sagte Kölns Trainer LIGA total!.

Gegenüber Steve McClaren fand dagegen: "Ich stand fünf Meter weg und habe schon harmlosere Fouls gesehen, für die es eine Rote Karte gab."

Köln verschenkt den Sieg

Man war in der Beurteilung also so, wie das Resultat der durchschnittlichen Partie: unentschieden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nicht nur Podolski wurmte es nach dem Abpfiff, dass die Kölner, trotz ihrer engagierten Vorstellung und dem Führungstreffer von Milivoje Novakovic (51.), noch den Ausgleich durch Cicero (81.) hinnehmen mussten.

"Wir müssen in unserer Situation mit dem Punkt zufrieden sein, aber wenn wir bis zur 80. Minute 1:0 führen, müssen wir das nach hause fahren", sagte der 25-Jährige: "Da haben wir uns zu weit zurückgezogen und um das Tor quasi gebettelt."

Novakovic fällt wohl aus

In der Tat: Nach der Führung überliessen die Rheinländer unverständlicher Weise den pomadigen Wolfsburger die Initiative und brachten die Gäste dadurch ins Spiel zurück.

Und die nächste Hiobsbotschaft ließ nicht lange auf sich warten: Torschütze Novakovic wurde in der 72. Minute mit Verdacht auf einen Muskelfaseriss im Oberschenkel ausgewechselt.

Er droht im rheinischen Derby bei Bayer Leverkusen am kommenden Sonntag auszufallen.

"Wölfe" ohne Durchschlagskraft

Die Wolfsburger hatten trotz des letztlich glücklichen Punktgewinns wenig Grund zur Freude. Während der gesamten Spielzeit waren die Gäste nicht in der Lage, sich zwingende Torchancen herauszuspielen.

Auch der, zugegebenermaßen wunderschöne, Ausgleichstreffer von "Joker" Cicero war nicht etwa herausgespielt, sondern fiel nach einer einem abgewehrten Flankenball eher zufällig.

McClaren sieht kleinen Lichtblick

Steve McCLaren, der den Brasilianer zunächst auf der Bank gelassen hatte und stattdessen den 18-jährigen Tolga Cigerci zu seinem Bundesliga-Debüt verhalf, konnte dem blutleeren Auftritt seiner Mannschaft nicht viel Gutes abgewinnen.

Einzig die Leistungssteigerung nach der Kölner Führung stimmte den 49-jährigen Briten versöhnlich: "Nach dem Tor haben wir als Mannschaft endlich gekämpft", sagte McClaren.

Nach dem Remis muss der mit großen Ambitionen in die Saison gestartete Werksklub allerdings weiter mehr nach unten als nach oben gucken.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel