Huub Stevens unterstützt in seiner SPORT1-Kolumne die These von Felix Magath und nimmt die Schalke-Profis in die Pflicht.

Hallo Fußball-Freunde,

die hohe Niederlage des FC Schalke 04 in Kaiserslautern kann man nur auf die Einstellung der Spieler zurückführen, da stimme ich Felix Magath völlig zu.

Wenn man in der Champions League gegen Olympique Lyon gewinnt und dann 0:5 in Kaiserslautern untergeht, dann muss man den Gegner unterschätzt haben.

Ich kenne das Problem, wir hatten das im vergangenen Jahr Red Bull Salzburg auch schon. Da war die Europa League manchmal wichtiger als die Meisterschaft.

So etwas spielt sich immer im Unterbewusstsein ab, die Spieler machen das nicht mit Absicht. Aber wenn man in der Liga weniger gibt als in der Champions League ? dann kommt so ein Resultat zustande.

Es ist schwierig, als Trainer etwas dagegen zu tun. Man muss den Spielern immer wieder klarmachen, wie wichtig jedes Spiel und jedes Training ist.

Und wenn es nur ein regeneratives Training ist ? dann muss man dafür sorgen, dass sich die Spieler auch wirklich regenerieren. Das muss den Profis bewusst werden.

Letztes Jahr hatten die Schalker das Problem noch nicht, das waren sie international nicht vertreten und konnten sich voll auf Meisterschaft und Pokal konzentrieren.

Noch wissen sie nicht, wie sie mit der neuen Situation umgehen sollen.

Soll man rotieren oder nicht? Da muss der Trainer seine Spieler genau einschätzen. Als wir auf Schalke 1997 den UEFA-Cup gewonnen haben, war das genauso. Wir hatten nicht das Personal, um zu rotieren.

Ottmar Hitzfeld hatte bei Borussia Dortmund dagegen die Möglichkeiten und konnte rotieren lassen.

Müdigkeit ist eine reine Kopfsache. Ein gut trainierter Spieler, der sich pflegt und sich gut ernährt, kann drei Spiele in einer Woche machen.

Auf längere Zeit ist das aber natürlich eine Belastung. Und die Mannschaften ohne diese Belastung haben einen Vorteil.

Über Magaths Maßnahme, den Urlaub zu kürzen, kann man diskutieren. Ich würde versuchen, den Spielern die Ruhe zu geben.

Aber da gibt es viele verschiedene Meinungen und das muss jeder Trainer selbst entscheiden, denn er arbeitet jeden Tag mit seinen Spielern.

Für die Schalker ist es natürlich gut, dass nach der Pleite von Kaiserslautern jetzt die Bayern in die Arena kommen, da löst sich das Einstellungsproblem von selbst.

Sie können sich eine Woche lang voll auf das Spiel konzentrieren - und gegen diesen Gegner muss man die Mannschaft nicht zusätzlich motivieren.

Die Bayern müssen sich weiter steigern, wenn sie noch ganz nach oben kommen wollen. Aber es ist noch viel zu früh, um Dortmund schon als Meister zu feiern.

Solange der BVB so unbekümmert mit dem Erfolg umgeht, wird es schwierig, sie noch einzuholen. Aber die Saison ist noch sehr lange, da kann noch viel passieren.

Bis nächste Woche,Euer Huub Stevens

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