vergrößernverkleinern
Anatolyi Tymoshchuk (r., mit Schweinsteiger) wechselte 2009 aus St. Petersburg zum FCB © imago

Der Ukrainer überzeugt, doch van Bommel drängt mit Macht zurück in die Startelf. Van Gaal steht vor einer schweren Entscheidung.

Vom FC Bayern berichtet Christian Stüwe

München - Während Mark van Bommel die Allianz Arena zügig und wortlos verließ, meldete sein Kontrahent Anatoliy Tymoshchuk Ansprüche an. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ich würde schon sagen, dass ich Stammspieler bin", erklärte der eigentlich zurückhaltende Ukrainer nach seiner starken Leistung beim Sieg der Bayern gegen Eintracht Frankfurt.

Kapitän van Bommel dürfte das ungern hören.

Nach überstandenen Knieproblemen musste der Niederländer 66 lange Minuten von der Bank aus zusehen, wie sein Kontrahent im defensiven Mittelfeld neben Bastian Schweinsteiger glänzte 318423(DIASHOW: Tops und Flops 14. Spieltag).

Tymoshchuk rackerte, er gewann viele Zweikämpfe und eroberte Bälle. Der 31-Jährige hatte die meisten Ballkontakte, die meisten Torschüsse und krönte seine Leistung mit dem ersten Doppelpack in der Bundesliga.

Lahm lobt Tymoshchuk

Van Bommel dürfte angesichts dieser Fakten Angst und Bange um seinen Stammplatz werden, zumal Tymoshchuk schon in den vergangenen Wochen als Vertreter des 33-Jährigen überzeugte.

"Ich bin sehr zufrieden und froh mit meinen beiden Toren, aber das Wichtigste ist, dass wir gewonnen haben", gab sich Tymoshchuk nach Abpfiff einmal mehr als Teamplayer.

Von den Mitspielern wird der Mittelfeldspieler, der 2009 von Zenit St. Petersburg nach München wechselte, ebenfalls geschätzt, wie die Worte Philipp Lahms belegen.

"Tymo hat lange auf seinen Einsatz warten müssen. Er ist ein Spieler, der über seine Aggressivität kommt und gegen Frankfurt hat er auch bewiesen, dass er torgefährlich ist", sagte der Außenverteidiger.

[kaltura id="0_1hu9l7gd" class="full_size" title="Bayern is back"]

Die von Lahm beschriebenen Attribute würden aber auch genauso gut auf van Bommel passen. Trainer Louis van Gaal steht vor einer schweren Entscheidung.

Angesichts der gezeigten Leistungen kann er Tymoshchuk eigentlich nicht aus der Startelf nehmen, doch van Bommel, der als der verlängerte Arm des Trainers auf dem Spielfeld gilt, drängt mit Macht zurück in die Mannschaft.

Da es eines der Prinzipien van Gaals ist, dass sein Kapitän "immer spielt" und auch Schweinsteiger auf der "Doppelsechs" absolut gesetzt ist, gibt es scheinbar keinen Platz für "Tymo".

"Tymo" nur Notlösung

Es sei denn, van Gaal rückt von einem seiner Grundsätze ab oder er findet eine andere Verwendung für Tymoshchuk.

Bedarf gäbe es vor allem in der Innenverteidigung, wo Daniel van Buyten schon seit längerem schwach spielt und gegen Frankfurt einen rabenschwarzen Tag erwischte.

Auch in der Abwehrzentrale überzeugte der vielseitige Ukrainer als Notlösung bereits. Allerdings sieht er sich selber nicht als Innenverteidiger und auch van Gaal möchte ihn lieber weiter vorne einsetzen.

"Ich habe gegen Frankfurt viele Zweikämpfe gewonnen, aber ich liebe auch das Spiel mit dem Ball am Fuß, wenn ich nach vorne spielen kann. Ich kann der Mannschaft auch nach vorne helfen", stellte Tymoshchuk seine Ambitionen klar.

Badstuber wieder fit

Zumal sich mit Holger Badstuber eine weitere Alternative für die Innenverteidigung zurückmeldete.

Der Nationalspieler hat seine Schambeinentzündung überwunden und könnte schon am Samstag auf Schalke wieder auflaufen.

Auch Breno überzeugte gegen die Eintracht und dürfte in Gelsenkirchen eine weitere Chance erhalten.

Duell in der "Doppel-Sechs"

Doch wohin dann mit Tymoshchuk? Es scheint tatsächlich auf einen Zweikampf mit van Bommel um den verbliebenen Platz neben Schweinsteiger im defensiven Mittelfeld hinauszulaufen.

"Ich will natürlich spielen", kündigte er an: "Ich muss jeden Tag darum kämpfen." Aber auch van Bommel wird seinen Platz sicherlich nicht einfach so räumen.

Im Training dürfte es künftig hoch her gehen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel