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Michael Meier war seit Dezember 2005 Manager des 1. FC Köln © getty

Am Tag nach dem Remis gegen Wolfsburg entlässt der 1. FC Köln seinen Manager. Der Bundesligist bestätigt die Trennung offiziell.

Köln - Die Geißböcke haben ihren Sündenbock gefunden:

Der heftig umstrittene Manager Michael Meier wurde beim 1. FC Köln nach wochenlangem Ränkespiel von seinen Aufgaben entbunden.

"Michael Meier wurde beurlaubt. Eine einvernehmliche Vertragsauflösung wird im Sinne aller Beteiligten kurzfristig angestrebt", teilte der 16. der Bundesliga (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle) am Montag offiziell mit.

Zuvor hatte bereits FC-Trainer Frank Schaefer die Demission des Managers bestätigt.

"Vor dem Training wurde uns mitgeteilt, dass Michael Meier nicht mehr unser Manager ist", berichtete Schaefer.

Nachfolger wird in den kommenden Wochen präsentiert

Ein neuer Sportdirektor soll in den kommenden Wochen präsentiert werden.

FC-Präsident Wolfgang Overath und Vize-Präsident Jürgen Glowacz hatten Meier am Morgen auf der Geschäftsstelle von ihrer Entscheidung in Kenntnis gesetzt, die offenbar vom mächtigen Verwaltungsrat angeschoben worden war.

Seit langem in der Kritik

Meier, seit 2005 Manager in Köln, stand seit langem in der Kritik. Dem 61-Jährigen wird von großen Teilen der Fans, aber eben auch vom Verwaltungsrat angelastet, beim Aufbau einer schlagkräftigen Mannschaft versagt zu haben.

Auch wird ihm eine Mitschuld am Schuldenberg in Höhe von 24 Millionen Euro gegeben.

"Glaube nicht, dass ich ein Unsympath bin"

Meier, der am Montag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen war, hatte seinerseits mit einer unbedachten Äußerung die Diskussion um seine Person angeheizt.

"Ich glaube nicht, dass ich ein Unsympath bin. Es ist etwas entstanden, das erklärbar ist mit einer gesellschaftlichen Entwicklung, die wir kennen, beispielsweise durch Stuttgart21", erklärte Meier bei "LIGA total!" offensichtlich ohne jeden Selbstzweifel:

"Da geht es um eine Bewegung, in der man sich nicht mehr alles bieten lässt. Man sucht nach einem Sündenbock - und den stelle ich im Moment dar."

Meier neben Overath auf der Tribüne

Bei der turbulenten Jahreshauptversammlung der Kölner am 17. November war Meier bereits als Schuldiger ausgemacht worden, alleine Overath hatte sich anschließend noch vor seinen Manager gestellt.

Beim Spiel gegen Wolfsburg (1:1) am Sonntagabend hatte der frühere Dortmunder Manager noch auf der Tribüne neben seinem Präsidenten gesessen. 317507(DIASHOW: Der 14. Spieltag)

Erst am Montagmorgen informiert?

Nach dem Abpfiff folgte nach "Bild"-Informationen noch im Stadion ein längeres Vier-Augen-Gespräch des umstrittenen Managers mit dem FC-Boss, der angeblich auf Bitten der Mannschaft vor dem Wolfsburg-Spiel die Demission aufgeschoben hatte.

Overath soll Meier schon am Sonntagabend auf dessen Entlassung vorbereitet haben, ihm aber die endgültige Entscheidung erst am Montagmorgen telefonisch mitgeteilt haben.

Horstmann als Hauptgeschäftsführer im Gespräch

Auch Overaths Position ist beim Tabellen-16. nach dem Hickhack der letzten Wochen geschwächt. Der Kölner Verwaltungsrat will deshalb offenbar die komplette Führungsstruktur im Klub umbauen.

Dem Verwaltungsrat schwebt nach "kicker"-Informationen eine Abtrennung der Führung um Overath vom operativen Geschäft vor.

Dieses soll in Zukunft von einem Hauptgeschäftsführer (statt bisher von drei Geschäftsführern) geleitet werden. Als Kandidat für dieses Amt gilt der 45-jährige Claus Horstmann, der bislang für die Bereiche Finanzen, Marketing und Sponsoring zuständig ist.

Schindelmeiser wird gehandelt

Horstmann wurde zunächst einmal beauftragt, "die Prozesse des 1. FC Köln zu überprüfen und die notwendigen Anpassungen in Abstimmung mit der Gesellschafterversammlung vorzunehmen."

Darüber hinaus soll Horstmann in "enger Abstimmung mit dem Vorstand ab sofort den Markt sondieren und die Entscheidung für einen neuen Sportdirektor mit der Gesellschafterversammlung (Wolfgang Overath, Friedrich Neukirch, Jürgen Glowacz, Dr. Rolf Martin Schmitz, Fritz Schramma) abstimmen."

In dem früheren Hoffenheimer Manager Jan Schindelmeiser wird bereits ein Nachfolger für Meier gehandelt, dessen Vertrag noch bis 2014 geht.

Meier soll eine Abfindung in Höhe von einer Million Euro erhalten.

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