Der Rauswurf von Manager Meier ist nachvollziehbar, greift aber zu kurz. Letztlich ist Kölns Präsident für die Talfahrt verantwortlich.

Am Ende konnte einem Michael Meier angesichts der rund eine Woche dauernden Entlassung fast leid tun.

Dabei ist die Bilanz des Ex-Managers des 1. FC Köln verheerend: Mehr als 24 Millionen Euro Verbindlichkeiten wurden in seiner knapp fünfjährigen Amtszeit angesammelt.

Sportlich aber steht der Traditionsverein fast genau an der gleichen Stelle wie bei Meiers Antritt im Dezember 2005: Kurz vor dem Abstieg aus der Bundesliga ? wieder einmal.

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Meiers Zeit im Profi-Fußball ist offenbar abgelaufen: Bei Borussia Dortmund musste der einstige Meistermacher kurz vor der Pleite abtreten, nach dem Comeback in Köln konnte er seinen ramponierten Ruf nicht aufpolieren.

Angesichts der zahlreichen Fehleinkäufe, der Zusammenstellung eines zum größten Teil aus Profis ohne echte Identifikation mit dem FC bestehenden Kaders und der sportlichen Abwärtsentwicklung ist die Trennung nachvollziehbar.

Sie greift aber zu kurz: Meier ist nur das Bauernopfer für die Vereinsführung um Präsident Wolfgang Overath, der letztlich die Verantwortung für die sportliche Talfahrt trägt.

Die einstige FC-Ikone hat das riesige Vertrauen der Anhänger verspielt. Einerseits ließ er Meier schalten und walten, bis es (fast) zu spät war.

Andererseits mischte er sich immer wieder in die Tagespolitik ein, erschwerte dem Manager dadurch permanent die Arbeit ? und wollte es bei Misserfolg nicht gewesen sein.

Dieser Schutzschild durch den Prügelknaben Meier entfällt jetzt. Doch Overaths schlechtes Krisenmanagement lässt keinesfalls auf Besserung hoffen, die ehemalige Kölner Lichtgestalt ist allem Anschein nach schlicht und einfach überfordert.

Es spricht für sich, dass sich Overaths Treueschwüre für Meier auf der Jahreshauptversammlung binnen zwei Wochen in Nichts aufgelöst haben. Noch schlimmer der tagelange Eiertanz um die Entlassung, deren Vollzug praktisch seit einer Woche feststand.

Da passt es ins Bild, dass Overath Meier offenbar am Sonntag im Stadion nichts von der schon beschlossenen Trennung erzählte und es ihm am Montag auch nicht persönlich mitteilte, sondern nur am Telefon ? genauso war ja schon Ex-Coach Zvonimir Soldo gekündigt worden.

Da ist es nur eine logische Konsequenz, dass der Verwaltungsrat Overath nun entmachten und stattdessen einem hauptamtlichen Geschäftsführer die operative Verantwortung geben will.

Für den Klassenerhalt könnte dieser Schritt schon zu spät kommen ? zumal die potenziellen Meier-Nachfolger als Sportchef angesichts der großen sportlichen und wirtschaftlichen Probleme alles andere als Schlange stehen. Kein Wunder.

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