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Ole! Mario Gomez hat in den vergangenen elf Pflichtspielen 15-mal getroffen © imago

Der Bayern-Stürmer besticht in den vergangenen Wochen mit großer Treffsicherheit. Doch Miroslav Klose ist in Lauerstellung.

Von Mathias Frohnapfel

München - Der Konkurrenzkampf für Mario Gomez geht jetzt erst richtig los.

Das klingt "unglaublich", wie man a la Louis van Gaal sagen könnte.

Tatsächlich gab es für den Bayern-Stürmer in den vergangenen Wochen keine Option, weil die Sturmkollegen Ivica Olic (Knie-OP) und Miroslav Klose (Muskelfaserriss) verletzt aussetzten.

Olic wird gar bis zum Saisonende fehlen, Klose dagegen trainiert seit vergangener Woche wieder. Drängt er im kommenden Jahr wieder in die erste Elf, wird sich van Gaal also schon bald wieder zwischen den beiden deutschen Nationalspielern entscheiden müssen.

Dafür braucht der Trainer aber keinen Entscheidungsbaum und muss auch keine Laktatwerte kennen.

Denn Gomez ist seit Mitte Oktober für den FCB ebenso wenig abkömmlich wie das Rot im Vereinswappen.

In den letzten sieben Bundesliga-Partien hat der Torjäger neunmal getroffen, in der Champions League inzwischen sechsmal. Mehr Argumente braucht kein Stürmer (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Jetzt können wir ihn eigentlich nicht mehr aus der Mannschaft wegdenken", sagte van Gaal denn auch nach Gomez? Tor beim 4:1-Sieg über Frankfurt 318423(DIASHOW: Tops und Flops 14. Spieltag).

Vom Edeljoker zur Torgarantie

Auch Gomez' Körpersprache hat sich verändert. In der Phase, in der er den Edeljoker geben musste, wirkte er wie einer, der vom nächsten Lüftchen umgeht werden könnte. Nun ist der Deutsch-Spanier sozusagen orkanfest.

Die Ablöse von 30 Millionen Euro, für die Gomez in der Vorsaison vom VfB nach München wechselte, drückt ihn nicht mehr.

"Ich bin momentan sehr glücklich mit der Situation", sagte Gomez der "Bild" und schob die Erklärung gleich hinterher. "Das hängt auch damit zusammen, dass ich bei Bayern geblieben bin."

Noch Ende August war Gomez ein heißgehandelter Kandidat auf dem Transfermarkt, das Interesse des FC Liverpool ist verbürgt.

[kaltura id="0_1hu9l7gd" class="full_size" title="Bayern is back"]

Die Bayern-Bosse ließen ihren Angreifer aber nicht gehen. "Mir wurde in dem damaligen Gespräch mitgeteilt, dass sie auf mich setzen und ich meine Chance bekommen würde", berichtet der 25-Jährige.

Und nach dem Ausfall der gesamten Konkurrenz auf der zentralen Stürmerposition - van Gaal ordnet ja Thomas Müller als offensiven Mittelfeldspieler ein - klappte alles wie von Zauberhand.

Aus Gomez' Sicht sind die Tore in Serienproduktion vor allem das Ergebnis harter Arbeit. Lobte ihn van Gaal lange nur spärlich in der Öffentlichkeit, scheint jetzt der Bayern-Coach seinem Stürmer immer mehr zu vertrauen.

Klose kämpft um neuen Vertrag

Und doch erhöht Kloses baldige Rückkehr den Druck auf Gomez. Sollte sein Torradar in den wichtigen nächsten Spielen streiken und der Konkurrent als Joker zustechen, dürfte das Gerangel um den Platz in der Startelf neu beginnen.

Für Klose geht es zudem um seine Zukunft beim Rekordmeister.

Im Sommer läuft sein Kontrakt beim FCB aus, so oder so braucht Klose also Einsätze, um sich für eine Vertragsverlängerung oder eben einen neuen Klub zu empfehlen.

Petersen ein Kandidat?

Die Bayern dürften ihrerseits bis zur Winterpause auch die Augen nach einem Offensivspieler offen halten (301503DIASHOW: Transferkandiaten des FC Bayern).

Durch Olic? langfristige Verletzung ist ja eine Planstelle offen. Als eine Option wird Nils Petersen von Energie Cottbus gehandelt.

Der Stürmer hat in der Zweiten Liga bereits zehn Tore erzielt, mit 22 Jahren würde er auch in van Gaals Profil passen, der Talente - siehe Müller oder Holger Badstuber - nur allzu gern weiterentwickelt.

Wie auch immer, Gomez fürchtet sich sicherlich vor niemandem. Die Stimmung im Verein dreht sich trotz des Holper-Starts langsam, und das liegt schließlich auch am Torhunger des neuen Musterschülers.

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