vergrößernverkleinern
Roberto Hilbert (M.) ist wieder guter Dinge, was die kommenden Auftritte des VfB angeht © imago

Vor dem Frankfurt-Spiel sieht Roberto Hilbert eine Trendwende beim VfB und lobt gar Hitzlspergers "Verbannung".

Von Christian Paschwitz

Nach dem 2:0 gegen Partizan Belgrad ist der VfB Stuttgart im UEFA-Cup zwar wieder voll im Soll.

In der Bundesliga jedoch steckt das Team von Trainer Armin Veh im Bundesliga-Mittelmaß fest, leistete sich zuletzt vor allem gegen Köln (1:3) wieder mal individuelle Aussetzer. Konsequenz: Mit dem elften Tabellenplatz bleiben die Schwaben weit hinter den eigenen Ansprüchen zurück.

Doch Mittelfeld-Mann Roberto Hilbert sieht den VfB wieder im Aufwärtstrend vor dem richtungweisenden Match beim direkten Tabellenkonkurrenten Eintracht Frankfurt (ab 16.30 Uhr LIVE).

Der 24-Jährige lobt im Interview mit Sport1.de auch Vehs zuletzt rigorose personelle Entscheidungen, die in der vorübergehenden Verbannung von Kapitän Thomas Hitzlsperger auf die Ersatzbank gipfelten.

"Solche Reizpunkte brauchen wir sogar", sagt Hilbert. "Sonst hätten wir diese große kämpferische Leistung gegen Belgrad womöglich nicht gebracht." Einen nachhaltigen Effekt daraus verspricht sich Hilbert nun auch für das Match in Frankfurt.

Sport1.de: Herr Hilbert, Mario Gomez war am Donnerstag Matchwinner im UEFA-Cup gegen Partizan Belgrad. Was aber nehmen Sie als Mannschaft nun in die Bundesliga mit?

Roberto Hilbert: Wir nehmen mit, dass wir ein Spiel kontrollieren können und auch nach hinten nicht mehr so viel zulassen. Und wir haben gegen Partizan gezeigt, dass wir auch solch harte Nüsse knacken können. Nicht nur, dass wir dadurch im UEFA-Cup in der Gruppe wieder voll dabei sind: Vor allem können wir daraus neues Selbstvertrauen und Moral schöpfen.

Sport1.de: Ein wichtiger Impuls also vor allem für den Kopf im Hinblick auf Frankfurt?

Hilbert: Absolut. Wobei wir auch körperlich endlich mal wieder gezeigt haben, was wir können. Wir sind wesentlich aggressiver als zuletzt. Und dahin zu kommen, das war gar nicht so einfach, weil wir von den Belgradern dauernd einen von hinten in die Wade mitbekommen haben. Das nervte ganz schön.

Sport1.de: Frankfurt dürfte Ihnen am Wochenende auch nicht gerade mit schönem Spiel begegnen?

Hilbert: Umso wichtiger war unser jetziger Auftritt. Das ist auch das Zeichen für die Bundesliga: Hey, wir sind doch noch da! Jetzt wollen wir das in Frankfurt fortsetzen und drei Punkte.

Sport1.de: Trainer Armin Veh hatte zuletzt Thomas Hitzlsperger draußen lange schmoren lassen. Ihnen wäre um ein Haar das Gleiche passiert nach den, mit Verlaub, recht leblosen Teamleistungen der vergangenen Wochen.

Hilbert: Das Thema ist aber jetzt abgehakt. Wir beide sind hervorragende Fußballer und wissen, was wir können. Und dass wir natürlich auch mehr können. Ich habe kürzlich schon mal in einem Loch gesteckt. Jetzt steckt Hitze da drin. Aber ich bin da raus gekommen, und er wird da auch wieder rauskommen.

Sport1.de: Aber eigentlich sind Sie beide ja Führungs- und Nationalspieler. Nagt eine solche Verbannung dann nicht umso stärker in einem?

Hilbert: Mich stachelt so was nur immer an. Und es ist ein gutes Zeichen, wenn ein Spieler sich dann sagt: Ich will es dem Trainer zeigen, ich will den Zuschauern zeigen, dass ich ein Guter bin. Wenn es nicht so wäre, sollte man vielleicht den Beruf wechseln.

Sport1.de: Hat die Mannschaft also solche Reizpunkte gebraucht?

Hilbert: Ich persönlich brauche sie auf jeden Fall. Ich habe mich sehr geärgert, als ich kürzlich nicht gespielt habe. Jetzt hätte ich wieder fast draußen gesessen, habe aber ein ordentliches Spiel gemacht. Wie man sieht, hat es mir gut getan. Der Trainer hat also alles richtig gemacht.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel