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Die Führungsmannschaft des FC Bayern um Präsident Uli Hoeneß (M.) © getty

Der FCB geht gestärkt aus der Jahreshauptversammlung. Trainer Van Gaal wird gefeiert, der Zwist mit den Bossen scheint beigelegt.

Vom FC Bayern berichtetMathias Frohnapfel

München - Präsident Uli Hoeneß schrieb Autogramm um Autogramm, und von den beiden Blöcken der Olympiahalle erschallten sogar kurzzeitig "Bayern, Bayern"-Rufe.

Es war kurz vor elf Uhr am Dienstagabend, als derart unaufgeregt das große alljährliche Treffen der Bayern-Familie zu Ende ging.

Den Stimmungstest Jahreshauptversammlung hat die Klubführung bestanden.

Und auch Hoeneß hat die selbstauferlegte Prüfung gemeistert, den Zwist mit Trainer Louis van Gaal - Stichwort: "One-man-show" - nicht wieder aufflammen zu lassen.

Van Gaal von den Fans gefeiert

Stattdessen versprach er, dem Niederländer "alle Unterstützung zu geben".

Mit zufriedenem Blick hatte er bereits zu Beginn der Veranstaltung registriert, wie die meisten der 2807 Mitglieder in der Halle van Gaal bei dessen namentlicher Begrüßung feierten.

"Sie werden uns zujubeln", hatte van Gaal schon Tage vor dem wichtigen Termin auf SPORT1-Nachfrage prophezeit und Recht behalten.

Trotz Rang fünf und 14 Punkten Rückstand auf den Tabellenführer Dortmund scheint die "Mia-san-Mia"-Mentalität des Rekordmeisters also lebendiger denn je.

Die eingespielten Videos mit den Höhepunkten der glänzenden Vorsaison taten ein Übriges.

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Als Hoeneß schließlich mit viel Pathos forderte: "Bayern München muss bis zum letzten Blutstropfen kämpfen", hatte er die Roten ein weiteres Mal für sich gewonnen.

Und auch wenn es dieses Jahr nicht zum Titel reichen sollte, so ist zumindest die Champions-League-Qualifikation Pflicht.

"2012 findet das Endspiel in München statt, da müssen wir dabei sein", so der 58-Jährige.

Von Zwistigkeiten keine Spur

Mit einem herzlichen Händedruck verabschiedete der Bayern-Präsident nach seiner Rede van Gaal, der sich ja mit dem Team auf das schwere Schalke-Spiel vorbereiten müsse.

Sollte da noch Groll vorhanden gewesen sein, hätte der schon ziemlich gut versteckt sein müssen.

Vom Thema Wutrede und öffentlicher Kritik an van Gaal wurde Hoeneß dann doch nicht befreit. Ob denn dieser polternde Fernsehauftritt nötig gewesen sei, wollte ein Bayern-Anhänger wissen.

"Mein Auftritt war grenzwertig, aber wohlüberlegt", meinte Hoeneß durchaus selbstkritisch und fügte an: "Es war an der Zeit, wo ich glaubte, dass es sein müsste. Und wir haben uns in Cluj ausgesprochen."

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Auf leisen Sohlen, so scheint es, nähern sich im Moment die Bayern-Bosse und van Gaal wieder an.

Schweinsteiger soll unbedingt bleiben

Selbst dessen dezenter Hinweis, man müsse Bastian Schweinsteiger eben notfalls verkaufen, falls der plane, den Verein 2012 ablösefrei zu verlassen, ist vergeben.

Karl-Heinz Rummenigge handelte das Thema kurz ab, verwies darauf, dass man sich mittlerweile auch mit dem Cheftrainer einig sei, dass der hofierte Nationalspieler auf jeden Fall bis 2012 seinen Vertrag erfüllen soll.

Großes Ziel sei jedoch die erhoffte langfristige Vertragsverlängerung. In die Rubrik vorweihnachtliche Harmonie fiel auch Rummenigges Blick auf die "fantastische Vorsaison".

Dafür bedankte er sich besonders bei van Gaal, ehe er sich einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen konnte.

"Er ist ein besonderer Charakter mit hoher Emotionalität, und manchmal macht das die Dinge auch nicht ganz einfach mit ihm."

Allerdings verpackte Rummenigge dies geschickt, indem er die Versammlung wissen ließ, dass er van Gaal für einen "großartigen Trainer" halte und er überzeugt sei, dass "wir mit Louis noch viele Titel gewinnen werden".

"Die schwierigen Trainer sind die erfolgreicheren"

Außerdem sind aus Rummenigges Sicht "die schwierigeren Trainer die erfolgreicheren", wie er mit einem Augenzwinkern den Fußball-Gelehrten Günter Netzer zitierte.

Die überaus erfolgreichen Geschäftszahlen (Umsatz der FC Bayern AG laut Bilanz: 312,0 Millionen Euro) passten in den harmonischen Verlauf.

Da störten die Bayern-Granden auch die Pfiffe einiger Fans gegen die Ausleihe von Mehmet Ekici nach Nürnberg nicht.

Lob für Basketball-Team

Stattdessen durfte sich die Vereinsführung bestätigt sehen, als wiederholt und mit reichlich Begeisterung das Basketball-Team des FCB mit Trainer Dirk Bauermann beklatscht wurde.

Das ambitionierte Projekt mit dem Basketball-Zweitligisten gefällt den Mitgliedern.

Und gegen ein Erfolgsjahr der Fußballer hätten sie auch nichts einzuwenden, der erhoffte Schub aus der Jahreshauptversammlung sollte vorhanden sein.

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