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Jürgen Hunke war bereits zwischen 1990 und 1993 Präsident des Hamburger SV © getty

Der Ex-Präsident will zurück in den Aufsichtsrat und für neue Transparenz sorgen. Trainer Armin Veh soll langfristig bleiben.

Hamburg/München - Vereinsboss Bernd Hoffmann will die Mannschaft des Hamburger SV offenbar langfristig in den Händen von Trainer Armin Veh belassen.

Chefkritiker Jürgen Hunke will dem Vorsitzenden zudem künftig wieder in vorderster Front auf die Finger schauen.

"Ich werde für den Aufsichtsrat des HSV kandidieren und mich noch in dieser Woche auf die Kandidatenliste setzen lassen. Ich glaube, dass es in diesem Verein Veränderungen geben muss. Dafür trete ich an", sagte Hunke der "Sport Bild".

Der Hoffmann seit Jahren kritisch beäugende Ex-Präsident, der die Vereinsgeschicke selbst von November 1990 bis Oktober 1993 leitete und dem Kontrollgremium schon bis Januar 2009 angehörte, bemängelt fehlende Transparenz innerhalb des HSV.

Hunke kritisert Aufsichtsrat - und kandidiert

Zudem sieht er die Arbeit der derzeitigen Kontrolleure äußerst kritisch. Deshalb ist er nun offenbar von seinem im Sommer geäußerten Vorhaben abgerückt, sich nicht mehr für den Klub zu engagieren.

"Meine Kritik geht in erster Linie gegen den Aufsichtsrat. Eigentlich sollte er ein Kontrollorgan des Vorstands sein. Bei uns wirkt es aber, als wäre er ein Hilfsorgan des Vorstands. Da sitzen mehrheitlich Leute drin, die alles abnicken", sagte Hunke.

Auf der Ordentlichen Mitgliederversammlung am 9. Januar 2011 will sich der 67-Jährige wieder in den Aufsichtsrat wählen lassen. Dann werden vier Plätze in dem Kontrollgremium frei. Bisher befinden sich 14 Namen auf der Kandidatenliste.

"Viele Leute beim HSV haben das Gefühl, dass man uns Mitgliedern bewusst Informationen vorenthält", meinte Hunke.

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"Kritiker werden als Unruhestifter abgetan"

"Das Wichtigste beim HSV ist, dass es endlich wieder eine kritische und konstruktive Opposition gibt. Aber wer es wagt, Kritik zu üben, wird als Unruhestifter abgetan."

Dem Unternehmer scheint auch die inzwischen beendete Kooperation mit Investor Klaus-Michael Kühne, der vor der Saison 12,5 Millionen Euro für neue Spieler zur Verfügung stellte und dafür Beteiligungen an sechs HSV-Profis erhielt, ein Dorn im Auge zu sein.

"Für mich war das ein Zeichen, das der Verein über zu wenig liquide Mittel verfügt. Sonst gibt er doch seine Unabhängigkeit nicht auf", sagte Hunke und will derartige Dinge zukünftig verhindern.

Satzungsänderung geplant

"Ich habe einen Antrag auf Satzungsänderung gestellt, dass wir künftig vor solchen privaten Investoren geschützt werden." Ob der Aufsichtsratskandidat damit tatsächlich die uneingeschränkte Zustimmung der Mitglieder erhält, scheint jedoch fraglich.

Bereits im Januar 2009 hatte ihn die Vereinsangehörigen nicht mehr in das Kontrollgremium gewählt. Auch jetzt werden in den einschlägigen Internetforen schon wieder kritische Stimmen an seiner Kandidatur laut.

Die Zusammenstellung des künftigen Kontrollorgans gilt auch als richtungsweisend für die mögliche Vertragsverlängerung von Hoffmann, dessen derzeitiger Kontrakt Ende kommenden Jahres ausläuft.

Nach momentanem Stand der Dinge muss der Klubboss jedoch nicht um die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit aus den Reihen der Aufsichtsräte fürchten.

Hoffmann will Veh binden

Überhaupt scheint sich Hoffmann derzeit mehr mit dem sportlichen Status Quo auseinanderzusetzen. So soll Veh auch über die laufende Saison hinaus HSV-Trainer bleiben.

"Wir sind froh, dass wir ihn haben. Ich gehe davon aus, dass wir auch nächstes Jahr zusammenarbeiten werden", sagte der Vorstandsvorsitzende der "Bild"-Zeitung.

Veh ist zwar ohnehin bis 2012 an den HSV gebunden, Verein und Trainer verfügen jedoch jeweils über eine Kündigungsoption zum 31. Mai 2011.

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