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Robert Kovac kassiert nach dem Schlusspfiff den vierten Platzverweis seiner Karriere © imago

Die Tumulte nach der Niederlage beim HSV haben nicht nur für Rot-Sünder Robert Kovac Folgen. Auch Trainer Klopp drohen Konsequenzen.

Von Manuel Krons und Björn Huth

Hamburg/München - Nach dem Abpfiff in der Hamburger Arena machten die Dortmunder ihrem Ärger Luft:

Trainer Jürgen Klopp stürmte auf Schiedsrichter Jochen Drees zu und hatte ihm offensichtlich einiges mitzuteilen. Noch blieb der Unparteiische ruhig.

Sekunden später reichte es dem Schiri dann aber.

Robert Kovac hatte ihm etwas hinterher gerufen. Drees zog umgehend die Rote Karte aus seiner Brusttasche.

"Soll sich nicht ins Hemd machen"

Der Abwehr-Routinier der Borussia hatte dem Spielleiter laut eigener Aussage mitgeteilt, dass dieser sich "ins Hemd macht und sich nicht traut gegen die Heimmannschaft zu pfeifen", so Kovac.

"Dann habe ich ihm noch gesagt, dass er dünnhäutig ist."

Zurück im grauen Mittelmaß

Kovacs insgesamt vierter Platzverweis war das traurige Ende eines misslungenen Ausfluges an die Elbe, der auch über das Spiel hinaus viel Frustration beim BVB hinterlässt.

Denn nach der 1:2-Auswärtsniederlage beim HSV (hier Olics Treffer in 3D) ist Dortmund wieder in den Tabellenregionen angelangt ist, die der Verein eigentlich mit dem neuen Spaß-Trainer Klopp verlassen wollte: Im grauen Mittelmaß.

Vielleicht auch deshalb musste der Schiedsrichter als Sündenbock herhalten. "Die Hamburger hatten heute das Glück, der Schiedsrichter hat eine Menge dazu beigetragen", sagte ein verärgerter Sebastian Kehl.

Zwei Niederlagen, sechs Remis

Mit Platz acht in der Liga liegen Trainer und Team weit hinter den selbstgesteckten Ansprüchen zurück.

Von zwölf Spielen verloren die Schwarz-Gelben zwar nur zwei, doch mussten sie sich sechs Mal mit nur einem Punkt begnügen - so oft wie kein anderes Team. Für den Kampf um das internationale Geschäft ist das zu wenig.

In Hamburg fand die Borussia lange Zeit kein Mittel gegen die zu Hause noch unbezwungenen Minimalisten von Trainer Martin Jol. "Für das, was wir investiert haben, haben wir uns zu wenig abgeholt. Daher fahren wir nicht glücklich nach Dortmund zurück", analysierte Klopp.

Auch Jol gab zu: "Nach der Pause war Dortmund die klar bessere Mannschaft. Aber wir haben gekämpft, dagegengehalten und alles gegeben. Daher bin ich zufrieden."

Denn mit dem siebten Erfolg der Saison ist der HSV wieder im Rennen um Champions League und Meisterschaft dabei.

Petric trumpft auf, Zidan enttäuscht

Zudem konnten die Hanseaten auch im vielbeachteten Spielertausch Mladen Petric/Mohamed Zidan einen Sieg davontragen. Ex-Borusse Petric avancierte mit einem Treffer und einer Torvorlage zum Mann des Spiels auf Seiten der Gastgeber.

"Ich bin überglücklich", meinte der 27-Jährige. "Das war ein ganz spezieller Tag. Meine Eltern waren das erste Mal im Stadion. Daher ist es umso schöner, dass es so gut geklappt hat."

Dagegen wurde der ehemalige Hamburger Zidan nach 70 Minuten vom Feld genommen. Nennenswerte Aktionen hatte er bis dahin keine gehabt.

6:2 für den Neu-Hamburger

Auch auf die gesamte Saison gesehen erweist sich Petric als der Effektivere. Der kroatische Nationalspieler hat bereits sechs Scorer-Punkte (4 Tore, 2 Vorlagen) auf dem Konto, Zidane nur zwei (2 Tore).

Zwar wurde dem BVB der ägyptische Stürmer mit einer Bonuszahlung von 4,5 Millionen Euro schmackhaft gemacht, doch bei ausbleibendem Erfolg wird Sportdirektor Michael Zorc sich zu diesem ungewöhnlichen Transfer noch mehr unangenehme Fragen gefallen lassen müssen als das jetzt schon der Fall ist.

Klopps Schiri-Schelte könnte Folgen haben

Ebenfalls ungemütliche Folgen könnte auch Klopps Zwiegespräch mit Schiedsrichter Drees haben. Dieser kündigte nach dem Spiel an, "über das Verhalten von Herrn Klopp" einen Sonderbericht anzufertigen.

In der emotionalen Reaktion des Dortmunder Trainers sah der Unparteiische "eine Initialzündung" für die anschließenden Beschimpfungen von Kovac.

Laut Klopp war der Inhalt seiner Worte eher harmloser Natur: "Ich habe im gesagt, dass ich finde, dass zwei Minuten Nachspielzeit ein Witz sind. Das hat ihn aufgebracht."

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