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Grafite erzielte beim Spiel gegen Energie Cottbus seine Saisontreffer sechs bis acht © getty

Nach dem zweiten glanzvollen Auftritt innerhalb von drei Tagen gibt es für Torjäger Grafite viel Anerkennung - auch vom Gegner.

Wolfsburg - Er trifft und trifft und trifft... - jetzt schon achtmal in neun Ligapartien und zwölfmal in 13 Pflichtspielen dieser Saison.

Der Brasilianer Grafite trifft für den VfL Wolfsburg derzeit wie er will und ist mit seinem ersten Dreierpack in der Bundesliga beim 3:0 (1:0)-Sieg gegen Schlusslicht Energie Cottbus endgültig zum Torgaranten für die "Wölfe" geworden.

Nach der One-Man-Show des 29-Jährigen geriet auch VfL-Trainer Felix Magath ins Schwärmen: "Er ist ein Typ, den es immer direkt zum Tor zieht. Das passt zu unserem Spiel und macht ihn für uns so wertvoll."

Vier Tore in drei Tagen

Anschauungsunterricht gab Grafite am Samstag schon zum zweiten Mal innerhalb von nur 44 Stunden.

Schon im UEFA-Cup-Gruppenspiel zwei Tage zuvor gegen den SC Heerenveen (5:1) hatte er mit seinem dritten Europacup-Treffer zum Torreigen beigetragen - gegen Cottbus folgte dann die Gala des Stürmers.

"Er allein hat das Spiel für uns entschieden", würdigte Magath die Glanzleistung seines Torjägers.

Bescheidener Torjäger

Grafite selbst blieb derweil bescheiden und gab das Kompliment zurück. "Ich spüre viel Wertschätzung der sportlichen Leitung und das spornt mich an", sagte der Südamerikaner, der im siebten Heimspiel in Folge für die Niedersachsen traf.

Und ein Ende scheint nicht in Sicht: "Ich möchte so viele Tore wie möglich machen und arbeite hart dafür. Schließlich sind Tore das Schönste und drei auf einmal natürlich etwas Besonderes."

Atlethisch und einsatzfreudig

Gegen Cottbus brauchte Grafite wie die gesamte Wolfsburger Mannschaft ein wenig Anlaufzeit. Doch dann war er nicht mehr zu stoppen.

Nachdem er zunächst einen Foulelfmeter zur Führung verwandelt hatte (36.), bewies der Angreifer vor allem bei seinen beiden Treffern nach der Pause (55./80.) seinen besonderen Riecher.

In typischer Grafite-Manier, mit viel Körpereinsatz, Tempo und Zug zum Tor, setzte er sich im Cottbuser Strafraum durch und spitzelte den Ball jeweils gekonnt ins Netz. "Die Technik habe ich beim Hallenfußball in Brasilien gelernt. Da hat man nicht so viel Platz."

Lob vom Gegner

Auch der Gegner erkannte das Können des Wolfsburger "Sturmführers" (Magath) an. "Er ist schon ein Klasse-Stürmer", meinte Abwehrchef Mariusz Kukielka, der die Schuld an den beiden letzten Toren dennoch auf sich nahm: "Da habe ich falsch gestanden."

Andere ärgerten sich dagegen mehr über die Szene, die dem 1:0 voraus ging. "Das war eine ganz klare Schwalbe", schimpfte Timo Rost über das vermeintliche Foul seines Teamkollegen Savo Pavicevic am Wolfsburger Edin Dzeko, das Schiedsrichter Lutz Wagner (Hofheim) mit einem Strafstoß ahndete.

"Endspiel" für Cottbus

Nach dem sechsten sieglosen Spiel in Folge verloren die Lausitzer damit weiter an Boden zu den Nicht-Abstiegsplätzen, was Rost mit Blick auf das kommende Heimspiel gegen den Karlsruher SC zu einer eindringlichen Warnung animierte:

"Wir sollten uns im klaren sein, dass das ein erstes Endspiel um den Klassenerhalt für uns ist - auch wenn die Saison noch lang ist."

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