vergrößernverkleinern
Olaf Thon bestritt 333 Spiele für Schalke und 148 für den FC Bayern © imago

Vor dem Spiel gegen Bayern spricht der ehemalige Schalker Olaf Thon bei SPORT1 über die angespannte Situation bei "Königsblau".

Von Maik Rosner

München - Im Fußballer-Leben von Olaf Thon gab es zwei große Lieben:

Den FC Schalke 04, seinen ersten Profi-Verein und Klub seiner Heimatstadt Gelsenkirchen.

Und den FC Bayern, mit dem Thon zwischen 1988 und 1994 dreimal Deutscher Meister wurde.

Für beide Klubs lief die Bundesligasaison bislang nicht so wie erhofft, wobei die sportliche Situation auf Schalke vor dem Top-Spiel am Samstag (ab 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) noch deutlich bedrohlicher ist als bei den Bayern.

Im SPORT1-Interview spricht Thon über die Situation von Schalke-Trainer Felix Magath, dessen "Strafmaßnahmen" nach dem 0:5 in Kaiserslautern und die Bedeutung der Partie für beide Seiten.

SPORT1: Herr Thon, am Mittwoch hat es ein Krisengespräch mit Schalkes Trainer Felix Magath gegeben. Wie schätzen Sie seine Situation nun ein?

Olaf Thon: Es hat mich nicht überrascht, dass man Felix Magath den Rücken gestärkt hat und daran glaubt, dass mit ihm die Wende gelingt. Das muss jetzt allerdings auch klappen. Man muss schon gegen die Bayern unbedingt punkten. Am besten nicht nur einfach, sondern dreifach, um da unten rauszukommen.

SPORT1: Wie gefestigt ist Magaths Position denn?

Thon: Letztendlich ist das natürlich immer von den Ergebnissen und dem Tabellenstand abhängig. Und man darf trotz der angespannten Lage in der Bundesliga auch nicht die Champions League und den DFB-Pokal vergessen, wo Schalke ja jeweils weitergekommen ist.

[kaltura id="0_6mlgyhk7" class="full_size" title="Magath: "Können Bayern schlagen""]

SPORT1: Lange galt eine Trennung von Magath als undenkbar. Doch gilt das auch, wenn die Wende bis Weihnachten nicht gelingt?

Thon: Darüber denke ich im Moment nicht nach. Das ist zu früh und wahrscheinlich auch nicht realistisch. Felix Magath hat es ja selbst gesagt, dass er die lange Vertragslaufszeit bis 2013 auch wollte, um durch die Täler hindurchzukommen. Und es wird mit Sicherheit nicht das letzte Tal gewesen sein.

SPORT1: Wie beurteilen Sie seine drastischen Maßnahmen nach der 0:5-Niederlage in Kaiserlautern?

Thon: Das waren schon sehr viele. Man kann nur hoffen, dass diese Maßnahmen nicht dazu führen, dass sich plötzlich sieben Spieler krank melden. Ob so viele Maßnahmen nötig gewesen wären, kann nur Magath beurteilen. Er ist ein sehr erfahrener Trainer und wird wissen, was er tut. 319506(DIASHOW: Bibbern auf Schalke)

SPORT1: Kommt das Spiel gegen die Bayern in dieser Situation gerade recht?

Thon: Ich habe früher ehrlich gesagt immer lieber gegen die einfachen Gegner gespielt als gegen den schwersten. Auch wenn die Bayern nicht in Topform sind: Es wird ein sehr schwieriges Spiel für Schalke. Aber was sicherlich gut ist: Man merkt schon, dass es vor Spannung knistert (Thons Tipp: Schalke punktet gegen Bayern).

SPORT1: Die Bayern haben den Titelkampf doch noch nicht ganz aufgegeben und sticheln wieder gegen Dortmund. Ist dieser Optimismus gerechtfertigt?

Thon: So nehme ich das nicht wahr. Und der FC Bayern ist ja derzeit auch meilenweit vom Titel entfernt. Sie würden sich sicherlich freuen, wenn Dortmund mal Punkte lässt. Und die Meisterschaft ist ja durchaus noch machbar für die Bayern. Aber darüber nachzudenken, ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt. Ich denke, der FC Bayern tut gut daran, den Ball erstmal flach zu halten.

SPORT1: Wie viel hängt für beide Mannschaften von dem Spiel am Samstag ab?

Thon: Das kann für beide ein echtes Big-Point-Spiel werden. Vor allem Schalke würde ein Sieg einen Schub geben.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel