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Die St.-Pauli-Spieler bejubeln das 1:0 durch das Eigentor von Tiffert © getty

Dank eines Eigentors von Tiffert feiert St. Pauli einen 1:0-Erfolg über den FCK. Beide Teams weisen nun dieselbe Punktzahl auf.

Hamburg - Dank eines Eigentors hat sich der FC St. Pauli nach sechs Spielen ohne Sieg aus der Krise befreit.

Im Duell der Bundesliga-Aufsteiger gegen den 1. FC Kaiserslautern setzte sich der Kiezklub nach hart umkämpften 90 Minuten etwas glücklich mit 1:0 (0:0) durch und verschaffte sich durch den ersten Erfolg seit Mitte Oktober ein wenig Luft im Abstiegskampf 320637(DIASHOW: Der 15. Spieltag).

Die nun punktgleichen Pfälzer mussten dagegen nach ihrem zuletzt gezeigten Aufwärtstrend mit zwei Siegen und einem Unentschieden wieder einen Rückschlag hinnehmen.

Nach einer ausgeglichenen und torlosen ersten Halbzeit war es zu Beginn des zweiten Durchgangs der Lauterer Christian Tiffert, der die Hamburger per Eigentor (48. Minute) auf die Siegerstraße brachte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Auf dem von leichtem Schneefall rutschigen Rasen im Millerntor-Stadion ließen allerdings beide Mannschaften im Verlauf der Partie vor 24.337 Zuschauern mehrere gute Tormöglichkeiten aus.

"Die Jungs haben sich reingeknallt"

"Das war eine sehr intensive Partie, aber da müssen die Jungs durch. Man muss sich eben viel erarbeiten, wenn es nicht so läuft", sagte Holger Stanislawski.

Der St.-Pauli-Coach freute sich über den Erfolg und fügte an: "Die Jungs haben sich reingeknallt, sie haben richtig gearbeitet, deshalb können wir uns über die drei Punkte wirklich freuen."

Auf die Suspendierung von Carlos Zambrano, Dennis Naki und Charles Takyi wollte der St.-Pauli-Coach nicht großartig eingehen. "Das besprechen wir intern. Wir liefern niemanden zur Schlachtbank. Die Spieler müssen sich aber an gewisse Dinge halten, das war nicht der Fall", erklärte Stanislawsi.

Die drei Profis waren wegen "Verstößen gegen den Verhaltenskodex" aus dem Kader für das Spiel gegen Kaiserslautern gestrichen worden.

Schneeball-Attacke auf Tiffert

FCK-Coach Marco Kurz ärgerte sich dagegen über den laschen Auftritt seines Teams.

"Das Gegentor war natürlich unglücklich, aber wir haben nicht mehr verdient. Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren, da haben wir einiges vermissen lassen. Nach dem Tor sind wir aufgewacht und haben endlich agiert. Das ist sehr sehr schade, denn hier wäre mehr drin gewesen."

"Heute hat der glücklichere gewonnen", sagte Unglücksrabe Tiffert, der beim TV-Interview auch noch von einem Schneeball aus dem Fanblock im Gesicht getroffen wurde.

"Das war diesmal kein Fußball, da ist es im Pingpong-Stil hin- und hergegangen. Dass das Tor so gefallen ist, war bezeichnend."

Nervöser Auftakt

Während die Anfangsphase auf beiden Seiten noch von Nervosität geprägt war, entwickelte sich nach einigen Minuten ein offener Schlagabtausch mit einer Reihe guter Chancen.

Den Auftakt machte der FCK, der durch Jan Moraveks Schuss aus halbrechter Position erste Gefahr in St. Paulis Strafraum heraufbeschwor (11.), Torwart Thomas Kessler parierte aber sicher.

Im Gegenzug scheiterte Marius Ebbers nach einem schönen Solo mit einem Schuss aus zwölf Metern am gut postierten Tobias Sippel (12.).

Fallrückzieher von Ilicevic

Die Gäste zeigten in ihren Offensivaktionen fortan ein wenig mehr Zug zum Tor und hatten durch Ivo Ilicevic die nächste Gelegenheit, allerdings ging der Fallrückzieher des Kroaten knapp am Tor vorbei (17.).

Drei Minuten später hatte der Mittelfeldspieler auch bei einem Distanzschuss aus 20 Metern kein Glück.

Auf der anderen Seite war es nach einer knappen halben Stunde Matthias Lehmann, der es bei einem Freistoß aus fast 30 Metern Entfernung versuchte, doch FCK-Keeper Tobias Sippel blieb auch in dieser Szene Sieger.

Eigentor durch Tiffert

Mit zunehmender Spieldauer machten sich die schwierigen Platzverhältnisse anhand einiger Ungenauigkeiten im Spiel bemerkbar.

Auch beim 1:0 drei Minuten nach dem Wiederanpfiff war dann reichlich Glück für die Gastgeber im Spiel:

Nach einem Freistoß von Max Kruse verunglückte der Abwehrversuch von Tiffert per Kopf, so dass der Ball aus gut zehn Metern vorbei am verdutzten Sippel im Lauterer Tor landete.

Neuformierte Abwehr steht sicher

In der Folgezeit verstärkten die Gäste zwar noch einmal ihre Offensivbemühungen, blieben aber immer wieder in der neu formierten Abwehr der Kiezkicker hängen.

Gegenüber dem jüngsten 0:3 bei Werder Bremen hatte Stanislawski seine Defensive auf gleich drei Positionen verändert.

Stattdessen musste Sippel in der 76. Minute nochmals sein ganzes Können aufbieten, um einen Distanzschuss von Lehmann zu entschärfen.

Beste Akteure im Team von Pauli-Coach Holger Stanislawski waren Kessler und Lehmann. Beim FCK überzeugten vor allem Sippel und Moravek.

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