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Bayerns Kroos (M.) setzt sich gegen die Schalker Raul (l.) und Kluge durch © getty

Zu viele vergebene Chancen und immer die gleichen Fehler. Der FC Bayern muss sich auf Platz zwei konzentrieren. Schalke atmet auf.

Gelsenkirchen - Herber Rückschlag für den FC Bayern:

Nach dem 0:2 (0:0) bei Schalke 04 ist die groß angekündigte Aufholjagd auf den enteilten Herbstmeister Borussia Dortmund schon wieder zu Ende.

Nach der erneuten Pleite ist die Meisterschaft beim Rekordmeister kein Thema mehr - zumindest vorerst.

"Wir müssen uns auf die Champions League konzentrieren", sagte Philipp Lahm bei "LIGA Total!".

"Im Moment ist es nicht unsere Aufgabe, nach oben zu schauen", fand auch Toni Kroos, der gegen die Königsblauen zwei Großchancen (34., 38.) vergab.

Schalke dagegen zeigte die passende Antwort auf das 0:5-Debakel vor einer Wochen in Kaiserslautern und hat nun vier Punkte Abstand auf den Relegationsplatz. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Magath zufrieden

"Wenn wir so spielen wie heute, gäbe es die ganzen Diskussionen gar nicht", resümierte S04-Trainer Felix Magath nach der Partie.

Und weiter: "Wir haben nun einmal einen miserablen Start in die Saison gehabt. Wir müssen uns weiter finden. Das dauert und deshalb sehen wir nur ab und zu so schöne Spiele wie heute."

Katzenjammer dagegen beim Rekordmeister: Vor dem Spiel der Dortmunder in Nürnberg hat der FC Bayern nach wie vor 14 Punkte Rückstand auf den Tabellenführer.

Daher wollte auch Ehrenpräsident Franz Beckenbauer nicht mehr von der Titelverteidigung wissen. 320637(DIASHOW: Der 15. Spieltag)

Beckenbauer: "Auf Platz zwei konzentrieren"

"Jetzt muss sich auf den zweiten Platz konzentriert werden. Wenn der FC Bayern mal nicht Meister wird, geht die Welt auch nicht unter", meinte der "Kaiser" bei "Sky".

Zumal der FCB offenbar derzeit einfach nicht die Qualität hat, denn auch diesmal wiederholten sich die Fehler aus den letzten verlorenen Begegnungen.

"Wir sind schlecht aus der Halbzeit gekommen, dass war ja nicht das erste Mal", monierte Lahm die Wende nach der Pause durch die Treffer von Jose Manuel Jurado (58.) und Benedikt Höwedes (67.).

Dabei hätten die Münchner zu diesem Zeitpunkt längst führen müssen, doch erneut wurden zahlreiche Chancen leichtfertig vergeben.

Van Gaal ratlos

"Es ist unglaublich. Wenn wir soviele Chancen verpatzen, dann kann man erwarten, dass der erste Schuss ein Gegentor bringt", resümierte Bayern-Trainer Louis van Gaal und meinte ratlos:

"Ich kann nicht selbst die Tore schießen."

Torjäger Mario Gomez verpasste das 1:0, als er nach einer Hereingabe von Bastian Schweinsteiger aus kurzer Distanz das Tor verfehlte (31.).

Wenig später scheiterte Kroos zweimal an Nationaltorwart Manuel Neuer.

Schweinsteiger trifft nur das Lattenkreuz

In der 39. Minute hatte Schweinsteiger mit einem Schuss ans Lattenkreuz Pech.

Erst nach dem Wechsel hatten die Gastgeber dann durch Ivan Rakitic (48.), der an Butt scheiterte, ihre erste Chance.

Mit seinem Tor in der 58. Minute stellte Jurado dann das Spiel auf den Kopf.

Raul, der die Vorarbeit leistete, musste nach einem unglücklichen Zusammenprall mit seinem Teamkollegen Klaas-Jan Huntelaar mit einer blutenden Wunde im Mund ausgewechselt werden.

"Das erste Gegentor ist sehr unglücklich gefallen", sagte Kroos: "Wir haben in der zweiten Halbzeit kein konstruktives Spiel mehr gezeigt."

Die Folge war das 2:0, bei dem Höwedes (67.) zunächst mit einem Kopfball den Pfosten traf und dann den Ball über die Linie drückte.

Neuer überragend

Dass Schalke den Vorsprung über die Zeit retten konnte, nun schon zum viertel Mal in Folge zu Hause ungeschlagen blieb und dabei ein Torverhältnis von 12:0 aufweisen kann, haben die "Knappen" Manuel Neuer zu verdanken.

"Manuel Neuer ist ein absoluter Weltklassetorhüter, der auch die Unhaltbaren parieren kann", lobte Beckenbauer.

Natürlich war auch Magath zufrieden mit seinem Schlussmann: "Manuel hat ein riesen Spiel gemacht. Er ist ein ganz großer Torhüter. Er ist vielleicht der beste Torhüter der Welt."

"Der Trainer ist der Leitwolf"

Der Nationalkeeper brach seinerseits eine Lanze für den zuletzt stark kritisierten Magath: "Der Trainer ist unser Leitwolf, wir wollen zusammen Erfolg haben."

Beckenbauer traut den "Knappen" immerhin noch einiges zu: "Schalke ist auf einem guten Weg. Das Team wird immer eingespielter und eingespielter und wird in der Rückrunde das Feld von hinten aufrollen."

Und weiter: "Ganz nach vorne werden sie nicht mehr kommen, dazu haben sie zu viele Punkte Rückstand. Aber sie werden sich im ersten Drittel festigen."

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