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Vierte Auswärtsniederlage in Folge: Der HSV kommt nicht voran © getty

Nach der Pleite in Freiburg ist die Ernüchterung in Hamburg groß. Veh knöpft sich indirekt auch van Nistelrooy vor. Dutt lobt.

Freiburg - Trainer Armin Veh winkte nach dem Schlusspfiff entnervt ab, die Spieler schlichen mit hängenden Köpfen vom Platz.

Der Hamburger SV bleibt nach dem 0:1 (0:1) beim SC Freiburg tristes Mittelmaß - und hat sich nach der vierten Auswärtsniederlage in Folge vorerst von Europapokal-Ambitionen verabschiedet. 320637(DIASHOW: Der 15. Spieltag)

"Es ist müßig, irgendwelche Ziele auszugeben", sagte Torhüter Frank Rost.

Veh machte seinem Ärger Luft: "Wir sind nicht stabil. Beim frühen Gegentor haben wir geschlafen, und das hat sich im Anschluss fortgesetzt. Das ist insgesamt zu wenig und nicht der Fußball, den ich mir vorstelle."

HSV kalt erwischt

Vor 23.900 Zuschauern im ausverkauften Freiburger Stadion wurden die Hanseaten in der vierten Minute kalt erwischt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Nach einem Freistoß von Julian Schuster war die HSV-Abwehr nicht im Bilde.

SC-Torjäger Demba Papiss Cisse stocherte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie und erzielte seinen elften Saisontreffer.

Rost sauer auf seine Vorderleute

"Wir müssen auch mal wieder zu Null spielen", forderte Rost von seinen Vorderleuten.

Vor einer Woche hatte der 37-Jährige nach dem 4:2 gegen den VfB Stuttgart noch eindringlich vor Schönfärberei beim sechsmaligen deutschen Meister gewarnt.

Nach dem erneuten Rückschlag wollte Rost aber diesmal nicht zum verbalen Rundumschlag ausholen. "Es gibt sicherlich schönere Situationen", meinte der für seine deutlichen Worte bekannte Schlussmann nur.

Veh spricht Tacheles

Dafür redete Veh Tacheles und kritisierte nach dem nächsten Tiefpunkt bei der Achterbahnfahrt durch die Liga auch die diesmal ungefährliche Offensive: "Das war nicht zwingend genug. Wir hatten kaum Durchschlagskraft."

Vehs Kritik dürfte sich auch an Ruud van Nistelrooy gerichtet haben. Der Niederländer, der für den kurzfristig verletzten Mladen Petric in die Startelf gerückt war, konnte kaum Akzente setzen.

Seine einzige Chance bei einem Kopfball kurz nach dem Seitenwechsel vergab der Niederländer kläglich.

Überraschende Ankündigung

Veh machte zudem eine überraschende Ankündigung.

"Ich habe gesagt, dass ich nach dem HSV ? egal, wie lange das geht ? keinen Verein mehr übernehmen werde, weil danach für mich nichts mehr kommt. Ich möchte mal etwas anderes machen. Ich kann mir vorstellen, vielleicht auch im Ausland als Trainer zu arbeiten, aber nicht mehr in Deutschland", kündigte der Trainer an.

Bei weiteren Misserfolgen könnte dieser Zeitpunkt jedoch schneller kommen als Veh lieb ist.

Dutt verteilt Lob

Besser machte es auf der Gegenseite Cisse.

"Es ist toll, einen solchen Stürmer in der Mannschaft zu haben. Er ist halt unglaublich handlungsschnell", sagte Freiburgs Trainer Robin Dutt über seinen Torjäger und schloss gleich die gesamte Mannschaft in seine Lobeshymne ein: "Das war eine taktisch sehr disziplinierte und reife Leistung."

Vom Europapokal träumt in Freiburg trotzdem weiterhin niemand. "Wir sind sehr froh über unsere Punkteausbeute, mehr aber auch nicht", sagte Dutt.

Toprak fällt aus

Ein Wermutstropfen war die Verletzung von Innenverteidiger Ömer Toprak.

Der 21-Jährige musste in der 69. Minute mit einer Schultereckgelenkverletzung ausgewechselt werden und wird für den Rest der Hinrunde ausfallen.

Möglicherweise muss Toprak, der im vergangenen Jahr nach einem Kartunfall rund sechs Monate ausgefallen war und zu Saisonbeginn am Knie operiert worden war, eine weitere OP über sich ergehen lassen.

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