vergrößernverkleinern
Thomas Tuchel beerbte vor der Saison 2009/10 Jörn Andersen als Mainz-Coach © getty

Nach der Niederlage gegen Frankfurt zeigt der Mainz-Coach erneut schlechte Verlierer-Qualitäten - und mosert gegen Meyer.

Frankfurt/Main -Thomas Tuchel hatte sich eigenen Angaben "sehr gefreut", dass Florian Meyer als Schiedsrichter für das Derby zwischen Frankfurt und Mainz angesetzt wurde.

Ein Gefühl, dass die 90 Minuten in der Commerzbank-Arena nicht überstand: "Das ist mir dann vergangen!", moserte der Mainzer Trainer hinterher bei LIGA total!

Die 1:2-Niederlage des Tabellen-Zweiten, die Borussia Dortmund kampflos die vorzeitige Herbstmeisterschaft bescherte - sie hatte aus Tuchels Sicht viel mit dem Unparteiischen zu tun. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Tuchel, dem nicht zum ersten Mal anzumerken war, dass verlieren können nicht zu seinen Qualitäten zählt, ließ sich ausführlich über den FIFA-Referee aus. 320637(DIASHOW: Der 15. Spieltag)

"Zahlreiche Situationen gegen uns"

Besonders der strittige Handelfmeter, den Bundesliga-Toptorjäger Theofanis Gekas zum Siegtor (13. Saisontreffer) verwandelte, brachte den sichtlich angefressenen Tuchel auf die Palme: "Der Herr in schwarz dachte, dass es Elfmeter gibt - als einziger im Stadion - und dann gibt er halt Elfmeter."

Aus Tuchels Sicht hatte Frankfurts Alex Meier seinen Debütanten Jan Kirchhoff in den Ball geschubst - und Kirchhoff den Ball dann auch mit der Brust, nicht mit dem Arm berührt.

Aber nicht nur deshalb zürnte der Mainzer Coach: "Es gibt, glaube ich, zahlreiche Situationen, die heute gegen uns ausgelegt wurden."

"Sind selbstkritisch genug"

Sein Team habe "ziemlich schnell gelbe Karten bekommen. Ich kann mich an keine für die Eintracht erinnern bei taktischen Fouls, bei absichtlichem Handspiel."

Da sei es "auch ein bisschen müßig, immer auf unsere Fehler hinzuweisen".

Fehler, die er aber nicht ganz unter den Tisch kehrte: "Die Eintracht war einfach giftiger als wir. Deshalb haben wir verloren."

"Wir sind selbstkritisch genug", meinte der Coach: "Ich hoffe, Herr Meyer - den ich sehr schätze - ist heute auch selbstkritisch genug."

Derby nicht angenommen

Auch der Mainzer Präsident Harald Strutz fand es "ärgerlich, dass so ein Derby durch so eine krasse Fehlentscheidung entschieden wird. Aber gut, wir hatten einen Sieg auch nicht wirklich verdient."

Auch er sah mehr "Gift" bei der Eintracht. Die habe "den Derby-Charakter von Beginn an angenommen. Ich habe keine Erklärung, warum uns das nicht gelungen ist."

Manager Christian Heidel meinte derweil mit einem Schuss Ironie: "Vielleicht ist es auch gut so, sonst hätten wir ja überhaupt keine Ziele mehr. So haben wir zumindest weiter das Ziel, zum ersten Mal die Eintracht schlagen zu wollen."

Das ist den Mainzer nun auch im siebten Aufeinandertreffen in der Bundesliga nicht gelungen.

"Eine Mannschaft wie wir"

Tuchel wechselte während der Partie gleich dreimal das System. Was am Ende rauskam, war aber nicht nur für Abwehrmann Malik Fathi "insgesamt zu wenig". Fast alle Mainzer blieben weit unter Normalform.

"Das ist keine Mannschaft wie Bayern München, es ist eine Mannschaft wie wir auch", ordnete Eintracht-Kapitän Patrick Ochs die gegnerische Leistung ein: "Wir könnten auch da oben stehen. Wir haben uns nicht ins Hemd gemacht und einfach mutig drauf losgespielt."

Mit 30 Punkten liegen die Mainzer noch sieben Punkte vor dem Lokalrivalen aus Frankfurt, der sich nach den beiden heftigen Niederlagen gegen Hoffenheim (0:4) und in München (1:4) offenbar gefangen hat.

Skibbes Bluff?

Dass Trainer Skibbe seinen Kader vor dem Spiel wegen Verletzungsproblemen "am Rande der Konkurrenzfähigkeit" wähnte, wirkte im Nachhinein wie ein Bluff.

"Der Sieg gegen Mainz war zwar glücklich, aber auch hochverdient", freute sich Vorstandschef Heribert Bruchhagen.

Entsprechend zuversichtlich blickt er auf die letzten beiden Spiele der Hinrunde. "Auf das Finale gegen Dortmund freuen wir uns schon, und auch nach Köln können wir voller Optimismus fahren", so Bruchhagen.

Besonderes Bonbon: Gegen Dortmund wird wohl auch Edelfan und Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel die Frankfurter Arena besuchen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel