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Edin Dzeko (l.) hat in 109 Bundesligaspielen 65 Tore erzielt © getty

Der Torjäger verschießt gegen Werder einen Elfer und würdigt bei seiner Auswechslung dann weder Trainer noch Manager eines Blickes.

Wolfsburg - Wütend stapfte Edin Dzeko bei seiner Auswechslung vom Feld, verweigerte Trainer Steve McClaren den Handschlag und würdigte auch Manager Dieter Hoeneß keines Blickes.

Nach den Gerüchten in der vergangenen Woche um einen Wechsel zu Real Madrid hat der Kapitän des VfL Wolfsburg beim 0:0 gegen Werder Bremen statt für wichtige drei Punkte für weitere Unruhe beim Meister von 2009 gesorgt.

"Wir werden darüber später reden", sagte McClaren im Anschluss an den "Krisengipfel" gegen die Bremer und spielte den Vorfall herunter. 320637(DIASHOW: Der 15. Spieltag)

Wohlwissend, dass nach den teilweise trostlosen 90 Minuten wichtigere Aufgaben vor ihm liegen, als einen abwanderungswilligen Star bei Laune zu halten.

Enttäuscht zur Weihnachtsfeier

Denn statt einer Trendwende und einer beschwingten Weihnachtsfeier, zu der die Wolfsburger direkt nach dem Spiel fuhren, erlebte der VfL einmal mehr eine bittere Enttäuschung und hinkt in der Liga weiter den eigenen Ansprüchen hinterher.

Seit fünf Spielen kein Sieg, lediglich 17 Punkte nach 15 Spielen - die Abstiegsränge sind für die Niedersachsen näher als die internationalen Plätze. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Und auch die Diskussionen um den Trainer dürften vorerst nicht abreißen.

McClaren unter Druck

"Wir sind unglaublich enttäuscht", sagte McClaren, dessen Mannschaft jetzt nicht mehr das von ihm selbst ausgegebene Ziel von 25 Punkten bis zur Winterpause erreichen kann: "Wir sitzen alle in einem Boot. Jetzt versuchen wir eben die letzten beiden Spiele zu gewinnen, um dann 23 Punkte zu haben."

Dazu dürfte aber in den letzten beiden Partien in Kaiserslautern und gegen 1899 Hoffenheim eine Leistungssteigerung vonnöten sein.

Zu groß waren nach guten ersten 20 Minuten die Baustellen beim durchaus engagierten ehemaligen deutschen Meister.

Nur Benaglio in Normalform

Kaum klare Aktionen, kaum Torchancen, und in den letzten Minuten des Spiels mussten die Gastgeber sich bei Torhüter Diego Benaglio bedanken, der in höchster Not gegen Marko Arnautovic (83.) und Aaron Hunt (90.) rettete.

Dass den Wolfsburgern zum fünften Mal in Folge kein "Dreier" gelang, lag aber auch an Dzeko.

Innerhalb von nur zwei Minuten hatten er und der Bremer Kapitän Torsten Frings jeweils einen Foulelfmeter verschossen.

Dzeko patzt und geht

Dennoch muss sich McClaren fragen lassen, warum er den besten Wolfsburger Torschützen gegen Ashkan Dejagah auswechselte.

Drei Siege aus den letzten drei Begegnungen sollten es sein, doch der ehemalige englische Nationaltrainer wählte in den entscheidenden letzten Minuten die sichere Variante.

"Wir sind in der Schlussphase nervös geworden. Ich wollte nicht, dass wir verlieren", erklärte er den Wechsel.

"Hätte gern geschossen"

Auch der ehemalige Bremer Diego, der erstmals gegen seinen Ex-Klub antrat, konnte seinem neuen Team nach starkem Beginn keine entscheidenden Impulse geben.

"Es war ein besonderes Spiel für mich", sagte Diego, der sich mit Dzeko vor dem Elfmeter eine kurze Diskussion lieferte.

"Ich habe mich gut gefühlt und hätte gerne geschossen, aber ich muss Edins Wunsch akzeptieren", sagte er.

Hoeneß gibt Real Korb

Den Spekulationen um Dzekos vorzeitigen Wechsel zu Real Madrid ereilte Hoeneß schon vor Anpfiff erneut eine Absage.

"Die Frage stellt sich gar nicht. Wir haben gar keinen Kontakt mit Real Madrid", sagte der VfL-Manager bei "Sky". Spanische Medien hatten über das Interesse der "Königlichen" an dem 24 Jahre alten Bosnier berichtet, da Torjäger Gonzalo Higuaín derzeit verletzt ist.

Dzeko kann die Wolfsburger im Sommer für eine festgeschriebene Ablösesumme von 40 Millionen Euro verlassen.

Frings sieht Fortschritt

Die Bremer interessierte all das ohnehin nicht - sie waren mit dem Punkt zufrieden.

"Beide Mannschaften hatten Chancen, das Spiel zu gewinnen. Wir haben heute wieder viele kleine Schritte in die richtige Richtung gemacht, aber der große Schritt mit drei Punkten ist uns nicht gelungen. Das ist schade", sagte Trainer Thomas Schaaf.

Und auch Kapitän Torsten Frings sah das Team trotz des verpassten Dreiers auf dem richtigen Weg: "Das war ein Fortschritt. Wir hatten eine Krise, aber wir sind jetzt auf einem guten Weg."

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