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Borussia Dortmund hat in sieben Auswärtsspielen 19 Tore geschossen © getty

Die Dortmunder nehmen den vorzeitigen Gewinn der Herbstmeisterschaft gelassen hin. In Nürnberg soll der Vorsprung vergrößert werden.

Von Martin Hoffmann und Marcus Giebel

München - Die frohe Kunde erreichte die Überflieger über den Wolken.

Per Bordmikrofon informierte der Pilot die Spitzenreiter von Borussia Dortmund auf dem Flug zum Gastspiel beim 1. FC Nürnberg (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) vom Gewinn der Herbstmeisterschaft.

Große Freude rief die Nachricht beim BVB jedoch nicht hervor. Die Vereins-Homepage vermeldet "weder Jubel noch strahlende Gesichter".

Trainer Jürgen Klopp hatte schon vor dem Spieltag wenig Euphorie verbreitet: "Das hat für uns wirklich nullkommanull Bedeutung. Ich habe jedenfalls noch nie einen Wimpel gesehen, auf dem steht: Herbstmeister 2010."

So stark wie Frankfurt und Lautern

Dabei schrieben die Schwarz-Gelben schon jetzt ein Stück Bundesliga-Geschichte.

Nur zwei Teams haben den inoffiziellen Titel in 48 Jahren schon so früh eingeheimst - Frankfurt in der Saison 1993/94 und Kaiserslautern vier Jahre später.

Vorbilder, die nur halb ermuntern: Aufsteiger Lautern marschierte zwar seinerzeit mit Trainer Otto Rehhagel und dem jungen Michael Ballack zum Titel durch.

Eintracht als warnendes Beispiel

Frankfurt dagegen brach ein, wurde nur Fünfter - und Trainer Klaus Toppmöller verlor vor Saisonschluss sogar noch seinen Job und wurde von Charly Körbel abgelöst.

Dass Klopp in dieser Saison noch seinen Job verliert und von Charly Körbel abgelöst wird, ist zwar unwahrscheinlich. Das Szenario offenbart jedoch eine entscheidende Mahnung: Noch hat Dortmund gar nichts erreicht.

17 Punkte vor den Bayern?

Deshalb soll auf die erfolgreiche "Mission Herbstmeisterschaft" nun die "Operation Winterspeck anfressen" folgen.

Mit einem Sieg in Nürnberg würde Dortmund den Vorsprung auf die Verfolger auf zehn Punkte ausbauen. Der FC Bayern könnte auf 17 Zähler distanziert werden.

Ein solches Polster würde den Start in die Rückrunde erheblich erleichtern - auch wenn dann wohl eine der Stützen fehlen wird.

[kaltura id="0_x289b4pb" class="full_size" title="Begleiterscheinung Herbstmeisterschaft"]

Kagawa wohl nach Katar

Denn die Hoffnung, Shinji Kagawa von der Asienmeisterschaft in Katar (7. bis 29. Januar) freistellen zu können, ist verschwindend gering.

"Sie wollen noch einmal drüber befinden, aber die Statuten sind klar. Unsere Chance ist nicht dramatisch hoch", fasst Sportdirektor Michael Zorc die Gespräche mit Japans Funktionären zusammen.

Die Abstinenz des Sommer-Schnäppchens wäre die Chance für Mohamed Zidan, der sich nach dem Kreuzbandriss an die Mannschaft heranarbeitet.

Klopp: "Zidan wie eine Dampflok"

Beim 3:0 in der Europa League gegen Karpaty Lwiw durfte der Ägypter erstmals in dieser Saison für 23 Minuten ran.

Mehr werden es in Nürnberg wohl nicht werden. Denn Klopp betont: "Mo ist auf einem guten Weg. Bei seinem Kurzeinsatz hat er aber ausgesehen wie eine alte Dampflok."

Lucas Barrios, beim 3:2 in Nürnberg im Frühjahr dreifacher Torschütze, flog wegen anhaltender Knieprobleme gar nicht erst mit nach Franken.

BVB darf "nicht umfallen"

So wird Robert Lewandowskli erneut die einzige Sturmspitze der Borussia bilden. Bei den jüngsten beiden Auswärtsspielen in der Liga war der Pole erfolgreich.

Trotz der blütenweißen Weste in der Fremde hebt Klopp warnend den Finger: "Die Nürnberger werden alles daran setzen, uns ein Bein zu stellen. Unsere Aufgabe wird es sein, so fest zu stehen, dass wir nicht umfallen."

Die Gastgeber treten zwar ohne den gesperrten Javier Pinola sowie Per Nilsson (Innenbandteileinriss) und Mike Frantz (Magen-Darm-Infekt), aber nicht ehrfürchtig an.

"Bangemachen gilt nicht, wir wittern unsere Chance und werden uns nicht kampflos ergeben", motiviert Coach Dieter Hecking die Akteure des Tabellen-Elften.

Die voraussichtlichen Aufstellungen

Nürnberg: Schäfer - Judt, Maroh, Wolf, Bieler - Simons, Hegeler, Eigler, Gündogan, Ekici - Schieber

Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Sahin, Götze, Kagawa, Großkreutz - Lewandowski

Schiedsrichter: Weiner (Giesen)

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