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Manuel Neuer absolvierte bereits 137 Ligaspiele für Schalke © imago

Beim 2:0 gegen Bayern unterstreicht der Nationaltorwart seinen Wert für Schalke. Seine Leistung lindert die Krise etwas.

Gelsenkirchen - Manuel Neuer schob Überstunden.

Nach seiner Weltklasseleistung beim 2:0 (0:0)-Sieg des abgestürzten Vizemeisters Schalke 04 gegen den FC Bayern rückte sich der Nationaltorwart auch außerhalb des Spielfeldes ins rechte Licht (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Ob als krisenfester Kapitän oder als Fürsprecher für den in die Kritik geratenen Trainer-Manager Felix Magath - der 24-Jährige fand auch noch lange nach dem Schlusspfiff auf alles eine Antwort.

Wie er es schon auf dem Platz getan hatte, als er einmal mehr seinen Wert für die Königsblauen unter Beweis gestellt hatte. Und den Bayern gezeigt hatte, was sie mit seiner Verpflichtung gewinnen würden 320637(DIASHOW: Der 15. Spieltag).

Warnende Worte fand Kapitän Neuer für seine Teamkollegen: "Wir müssen zusehen, dass wir jetzt nicht in Euphorie verfallen und denken, dass es so weitergeht. Wir müssen endlich Konstanz reinkriegen."

Er bleibt bescheiden

Den aufgrund der zahlreichen hochkarätigen Bayern-Chancen in der ersten Hälfte glücklichen Schalker Sieg wollte er sich nicht selbst zuschreiben, sondern einem mannschaftsinternen Prozess.

"Wir haben die Kabinentür zugemacht, uns zusammengesetzt, und jeder hat seine Meinung gesagt", berichtete er von der Krisensitzung nach dem 0:5-Debakel vor einer Woche beim Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern:

"Sind sachlich geblieben"

"Wir haben uns nicht an die Köppe gekriegt, wir sind sachlich geblieben. Aber wir haben eine Reaktion gezeigt, das war das Wichtigste."

Ohne Neuer allerdings wäre diese Reaktion auf dem Spielfeld ganz anders ausgefallen.

Der Schalker Schlussmann verhinderte vor der Pause mit drei sensationellen Paraden gegen Bastian Schweinsteiger (22.) und Toni Kroos (34. und 38.) nicht nur einen Rückstand, sondern leitete mit einem weiten Abschlag auf Raul auch das Führungstor durch Jose Manuel Juardo (58.) ein.

Der "Kaiser" adelt

Höchstes Lob prasselte wie schon in den vergangenen Wochen auf Neuer nieder.

"Weltklasse" fand Magath die Leistung des "vielleicht besten Torhüters der Welt". "Er hält auch unmögliche Bälle", meinte Beobachter Franz Beckenbauer.

Der Nationaltorwart, die einzige Konstante in einer Schalker Saison mit viel Auf und Ab, nahm es "locker und cool" - wohlwissend, dass er sich gerade bei seinem möglichen neuen Arbeitgeber besonders empfohlen hatte.

Bayern-Trainer Louis van Gaal vermutete zwar mit Blick auf Magath, dass "mein Kollege Neuer nicht verkaufen wird".

Empfehlung für Bayern

Zu den Akten legen wollte er das Thema aber auch nicht. "Das bespreche ich mit meinem Vorstand, nicht mit Ihnen", sagte er auf Nachfrage.

Der Umworbene stellte seine persönliche Zukunft hintenan, "wir müssen erst mal die Situation hier lösen". Schalke sei in der Winterpause sein erster Ansprechpartner.

Dass Angebote nicht nur von den Bayern, sondern vor allem auch aus England vorlägen, sei kein Wunder, "wenn man auf dieser Plattform spielt".

In schwierigen Zeiten hat sich Neuer auch außerhalb des Platzes zum Führungsspieler gemausert.

"Magath unser Leitwolf"

Die Diskussion um Magath, der unter der Woche dem Aufsichtsrat Rechenschaft für die bislang verkorkste Bundesliga-Saison ablegen musste, erstickte er im Keim - obwohl er zuvor selbst schon leise Zweifel am radikalen Umbruch des Trainer-Managers geäußert hatte.

"Wir folgen dem Trainer, er ist unser Leitwolf, und die Mannschaft will kooperieren", sagte er und schloss einen weiteren Rückschlag wie in Kaiserslautern aus: "Ein 0: 5 mache ich nicht mehr mit."

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