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Borussia Dortmund feierte im achten Auswärtsspiel der Saison den achten Sieg © getty

Dortmund setzt mit einem Arbeitssieg in Nürnberg seine Erfolgsserie fort - und knackt damit die nächsten Bestmarken.

Nürnberg - Der frisch gekürte Herbstmeister Borussia Dortmund hat seine Rekordjagd fortgesetzt.

Das Team von Trainer Jürgen Klopp gewann mit dem 2:0 (1:0) beim 1. FC Nürnberg auch das achte Auswärtsspiel der Saison und stellte dabei zwei Bestmarken ein und einen weiteren Rekord auf (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

40 Punkte, wie der BVB jetzt, hatte noch keine Mannschaft nach 15 Spielen.

Acht Auswärtssiege in Folge schaffte nur Bayern München, allerdings saisonübergreifend 2005. Und dass eine Elf sich so früh den "Titel" des Halbzeit-Champions sichert, gab es zuvor auch erst zwei Mal 320637(DIASHOW: Der 15. Spieltag).

Sechster Sieg in Folge

Jung-Nationalspieler Mats Hummels mit seinem zweiten Saisontor (23.) und der Pole Robert Lewandowski (88.), der zum fünften Mal traf, sicherten dem jetzt seit 14 Liga-Spielen unbesiegten BVB bereits den sechsten Sieg in Folge - ein Arbeitssieg ohne größeren Glanz.

Den inoffiziellen Herbst-Titel hatten die Borussen schon am Samstag im Anflug auf Nürnberg gewonnen.

Nach glaubhaften Versicherungen verschiedener Anwesender war es ruhig im Flieger, als die 1:2-Niederlage von Verfolger Mainz 05 in Frankfurt durchgegeben wurde.

Zehn Punkte beträgt der Vorsprung auf den ersten Verfolger Mainz, schon 17 auf Titelverteidiger Bayern München.

Wieder Patzer bei ruhendem Ball

Sachlich, gelassen, ruhig - trotz des Höhenfluges - sollte die Mannschaft auch beim 1. FCN agieren, das war Klopps Vorgabe.

Zumindest dem Sportdirektor war es allerdings zunächst ein bisschen zu abgeklärt. "Ich bin nur froh, dass wir führen", sagte Michael Zorc in der Halbzeitpause. Er hatte "zu viele Abspielfehler" im Spiel des sechsmaligen Meisters gesehen.

Dortmund konnte sich die wenigen Unkonzentriertheiten leisten, weil Nürnberg zu viele Probleme im Spiel nach vorne hatte.

Dazu kam die schon bekannte Schwäche bei Standards, die Dortmund das 1:0 ermöglichte.

Hummels enteilt Wolf

Hummels lief Club-Kapitän Andreas Wolf bei einem Freistoß von Nuri Sahin im Rücken davon und köpfte unbedrängt ein.

"Wenn man von der Mittellinie einen Ball schlagen kann und der 50 Meter in der Luft ist, dann ist das ein klarer individueller Fehler von Andi Wolf. Da kann ich heute nicht den Mantel des Schweigens darüber legen", sagte Dieter Hecking.

Nürnbergs Trainer ärgerte sich über die vierte Niederlage in Folge: "Denn eigentlich haben wir heute vieles richtig gemacht. Aber wenn man zu viele kleine Fehler macht, enden die dann in einem großen, nämlich dass man das Spiel verliert."

Bader kündigt Nachbesserungen an

"Extrem ärgerlich", fand Nürnbergs Manager Martin Bader das erste Gegentor, "da müssen wir gieriger sein". Wohl auch deshalb kündigte er an, dass die Franken in der Winterpause womöglich noch einmal personell nachlegen werden.

Wobei Heckings Weihnachtswunsch ziemlich genau umrissen wäre. "Es muss schon alles passen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen, der Charakter, und derjenige müsste zur Mannschaft passen", sagte er.

Wie dünn die Personaldecke nach den Ausfällen von vier wichtigen Spielern aktuell ist, machte die Tatsache klar, dass Trainer Dieter Hecking dem erst 18 Jahre alten Linksverteidiger Marvin Plattenhardt zum Profi-Debüt verhalf.

Kagawa fast wieder mit Kopfballtor

Der U-19-Nationalspieler vertrat den gesperrten Javier Pinola. Er machte seine Sache wechselweise gegen Mario Götze und Kevin Großkreutz ordentlich.

Beim BVB spielte Robert Lewandowski für den verletzten Top-Torschützen Lucas Barrios. Der Pole gab Dortmunds ersten Torschuss ab, doch Torhüter Raphael Schäfer parierte problemlos.

Nürnberg hätte durch Julian Schieber in Führung gehen können, doch der Kopfball der einzigen Spitze verfehlte das Tor knapp.

Kagawa hatte noch vor der Pause das 0:2 auf dem Kopf, doch Schäfer war wieder da. Auf der anderen Seite hielt Roman Weidenfeller gegen Robert Mak (41.).

Nürnberg zu umständlich

Auch nach dem Seitenwechsel zeigten beide Mannschaften den 48. 548 Zuschauern im ausverkauften Stadion nicht allzu viel Erwärmendes.

Hummels verzog in aussichtsreicher Position (48.). Schieber gab einen weiteren Beleg Nürnberger Umständlichkeit ab, als er querlegte anstatt selbst abzuschließen und Marcel Schmelzer so retten konnte (54.).

Hecking riskierte erst spät mehr, als er rund 20 Minuten vor dem Ende Mehmet Ekici brachte. Doch Lewandowski hatte sogar das 0:2 auf dem Fuß, scheiterte aber aus sechs Metern an Schäfer (73.). Zwei Minuten vor Schluss machte er es dann besser.

Die letzte Chance für Nürnberg vergab der eingewechselte Markus Mendler aus zwölf Metern.

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