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Mark van Bommel (l.) ist als Kapitän im defensiven Mittelfeld gesetzt © imago

Dortmund ist Herbstmeister, die Münchner kämpfen nur noch um Platz zwei. Für die Probleme gibt es auf Schnelle nur eine Lösung.

Von Daniel Rathjen

München - Kurz blitzten sie wieder auf.

Die typische Arroganz, das Selbstverständnis - die Attribute, die den FC Bayern kennzeichnen und in der Vergangenheit so stark machten.

Im SPORT1-Doppelpass versprach Sportdirektor Christian Nerlinger: "Ich garantiere, dass wir uns für die Champions League qualifizieren!"

Jörg Wontorra hielt mit einer Wette um eine Füllung fürs "Phrasenschwein" von 1000 Euro dagegen.

Am Saisonende würde der Moderator im Stadion als Einsatz vor den Fans auf die Knie fallen - daraufhin erhöhte Nerlinger den Einsatz keck auf 10.000 Euro. Mutig, mutig.

Auf dem Platz präsentieren sich die Bayern derzeit ohne breite Brust (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Bis zum "letzten Blutstropfen" sollten sie um die Meisterschaft kämpfen, hatte Uli Hoeneß auf der Jahreshauptversammlung gefordert.

Zu sehen bekam der Präsident beim 0:2 bei Schalke 04 davon kaum etwas.

Dortmund uneinholbar

Nach der Niederlage in Gelsenkirchen herrscht Tristesse in München. Borussia Dortmund steht uneinholbar an der Spitze und bereits als Herbstmeister fest.

Der Noch-Meister korrigiert den Kurs: "Wenn wir realistisch sind, müssen wir auf den zweiten oder dritten Platz gehen", formulierte der sichtlich schockierte Coach Louis van Gaal.

Auch Ehrenpräsident Franz Beckenbauer schreibt den Titel ab: "Dann ist es halt mal passiert, dann wird der FC Bayern mal nicht Meister - dadurch geht die Welt auch nicht unter."

In den verbleibenden 19 Liga-Partien muss der Rekordmeister also Schadensbegrenzung betreiben. Platz zwei, mindestens Platz drei, der für die Qualifikation für die "Königsklasse" berechtigt, ist das neue Ziel.

[kaltura id="0_2s7qr70h" class="full_size" title="Nerlinger verspricht Rang zwei"]

"Bayernlike" sei das nicht, das gab Nerlinger auch im SPORT1-Doppelpass zu. Eher notgedrungen. In jedem Fall ist es unter Bayerns Würde.

Auffällig ist weiterhin auch, dass die Münchner zu Beginn der zweiten Halbzeit regelmäßig einbrechen.

Mark van Bommel hegt leise Zweifel an der Einstellung der Mannschaft.

"Eigentlich hätten wir locker 2:0 oder sogar 3:0 führen müssen. Aber das ist keine Entschuldigung, warum wir nach dem 0:1 nicht mehr dagegen gehalten haben", krittelte der Kapitän.

Einige Probleme

Die mangelhafte Chancenverwertung ist ein Problem. "Ich kann diese Chancen ja nicht selbst verwerten", kommentierte van Gaal resignierend.

Mangels Alternativen hatte er in der Schlussviertelstunde Daniel van Buyten für Bastian Schweinsteiger gebracht und ins Sturmzentrum beordert.

"Wir hätten ja gerne einen Klose, einen Olic oder einen Robben gebracht, aber sie sind nun mal verletzt", rechtfertigte Nerlinger 301503(DIASHOW: Bayerns Planspiele).

Die zahlreichen Verletzungen sind das zweite Problem des FCB. Mario Gomez kann die personellen Verluste mit seiner überragenden Torquote nicht allein kompensieren.

Sehnsucht nach Robben

In den Erinnerungen der Fans leben noch die erfrischenden Momente, für die in der vergangenen Saison unter anderem Arjen Robben und Ivica Olic gesorgt haben.

Franck Ribery erlitt durch seinen Bänderriss einen Rückschlag, das Pech zermürbt alle Beteiligten.

Am Mittwoch, im für Bayern unbedeutenen Spiel gegen den FC Basel, wird immerhin Miroslav Klose nach seinem Muskelfaserriss wohl wieder in den Kader rücken.

"Unser Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, der seit 30 Jahren beim FC Bayern arbeitet, sagt, dass es so ein Verletzungspech noch nie gegeben hat. Das wird dann oft einfach weggewischt", merkt Nerlinger an.

Kommen noch Neue?

Wie geht es also weiter? Eine Lösung könnten externe Verstärkungen sein - in der Abwehr für außen und innen. Gar noch ein Stürmer? Der Transfermarkt im Winter ist überschaubar. Kein Verein gibt in der Mitte der Saison gerne gute Spieler ab 301503(DIASHOW: Bayerns Planspiele).

Im Vorstand und beim Trainer hat sich jedoch mittlerweile die Meinung gefestigt, dass "ein neuer Impuls" hilfreich sein könnte.

Momentan erscheint er sogar zwingend notwendig.

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