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Bruno Labbadia wurde im April als Trainer des Hamburger SV entlassen © imago

Für den Interimscoach des VfB Stuttgart könnte spätestens nach der Hinserie das Ende nahen. Mehrere Kandidaten werden gehandelt.

Von Björn Seitner und Martin Volkmar

München - Nach der Hinrunde der vergangenen Saison hatte der VfB Stuttgart lediglich 16 Punkte.

Nun, zwei Spieltage vor der Winterpause, sind es gar nur zwölf und die Schwaben stehen auf dem Relegationplatz. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

In Stuttgart kann man also mit der Situation alles andere als zufrieden sein.

Vielmehr geht die Angst um, zum zweiten Mal nach 1975 aus der Bundesliga abzusteigen.

Bobic erwartet "lange Leidenszeit"

"Wir sollten nicht glauben, dass wir in der Rückrunde so einfach aus dem Tabellenkeller kommen", weiß Sportdirektor Fredi Bobic.

"Die Leidenszeit geht weiter, und es wird sehr lange dauern."

Nach der Trennung von Christian Gross am 13. Oktober nach sechs Niederlagen in sieben Spielen ist die Wende ausgeblieben.

Daher spricht viel dafür, dass der VfB schon bald den dritten Coach der laufenden Saison präsentiert und Übergangslösung Jens Keller spätestens in der Winterpause seinen Posten räumen muss.

Schon in Hannover auf der Bank?

Favorit auf die Nachfolge ist angeblich Bruno Labbadia.

Allerdings wies Bobic am Mittwoch einen Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" zurück, nach denen der neue Mann schon am Freitag bei Hannover 96 auf der Bank sitzen könnte.

"Es gibt keine Fristen. Wir konzentrieren uns voll auf Hannover, diesem Spiel unterliegt alles", erklärte der Sportchef.

Trotzdem ist Kellers Zukunft höchst fraglich, schon nach dem nächsten Spieltag könnten die Schwaben die Reißleine ziehen.

"Auf die Frage, ob wir einen neuen Trainer brauchen, werde ich nicht antworten", erklärte Bobic den "Stuttgarter Nachrichten" vielsagend. "Entscheidend ist, dass wir Punkte brauchen."

Balakov wieder verfügbar

Auf der Liste der möglichen Nachfolger steht seit Dienstag auch Bobics Kumpel Krassimir Balakov. Der ehemalige VfB-Kapitän wäre nach seiner Entlassung beim bulgarischen Erstligisten Tschernomorez Burgas frei.

Balakov spielte von 1995 bis 1999 mit Bobic zusammen in Stuttgart. Im Verbund mit Giovane Elber bildeten die beiden das "magische Dreieck" des VfB.

2009 war er von Bobic, der damals noch Geschäftsführer von Burgas war, nach Bulgarien geholt worden.

Auch Meyer und Köstner im Gespräch

Eine andere Variante ist die Verpflichtung eines "Feuerwehrmannes" wie Hans Meyer. Auch Lorenz-Günther Köstner ist ein Kandidat.

Erster Anwärter soll aber Labbadia sein, mit dem der VfB angeblich bereits in Kontakt steht.

Gegen den Ex-Profi spricht allerdings, dass seine beiden einjährigen Engagements beim Hamburger SV und bei Bayer Leverkusen nach schwachen Rückrunden vorzeitig endeten.

Doch zumindest ein halbes Jahr scheint der 44-Jährige einem Klub Auftrieb zu geben. Mit Bayer war er nach der Hinrunde 2008/09 Fünfter, mit dem HSV ein Jahr darauf Vierter.

Genau darauf kommt es beim VfB erstmal an - eine möglichste gute zweite Saisonhälfte abzuliefern. Denn in Stuttgart sorgt das Horror-Szenario Abstieg für Existenzängste.

Keller steckt fest

Mit Keller jedenfalls scheint der der VfB nicht mehr aus selbigem zu kommen.

Von immerhin sieben Punkten aus den ersten in vier Spielen haben die Schwaben nun seit vier Partien keinen "Dreier" mehr geholt.

Am Samstag gegen Hoffenheim kam der VfB nicht über ein 1:1 hinaus - trotz 50 minütiger Überzahl. 320637(DIASHOW: Der 15. Spieltag)

"Ich kann eine Entscheidung nur mit einem beeinflussen: Mit Erfolg", meinte Keller.

Doch es mehren sich die Vorwürfe, der Trainer-Neuling habe die Mannschaft nicht im Griff. Wie zum Beweis gab es am Dienstag ein überhartes Trainingsspiel, dass Keller vorzeitig abbrechen musste.

Laut "Bild" ist die Entscheidung gegen eine längerfristige Zusammenarbeit mit dem 40-Jährigen ohnehin schon gefallen.

Daum sagt ab

Eine Absage gibt es allerdings auch schon: Christoph Daum, mit dem VfB 1992 Deutscher Meister, sagte dem "Express", dass mit ihm "keiner aus Stuttgart gesprochen" habe.

Und als "Feuerwehrmann" stehe er ohnehin nicht zur Verfügung.

Genug andere Trainer im Wartestand scharren aber bereits mit den Füßen

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