vergrößernverkleinern
Jens Keller trug schon als Spieler 49 Mal das Trikot des VfB Stuttgart © getty

Der VfB-Trainer steht vor dem schweren Auswärtsspiel in Hannover mit dem Rücken zur Wand. 96 peilt einen neuen Vereinsrekord an.

Stuttgart/Hannover - Für den VfB Stuttgart geht es um wichtige Punkte im Abstiegskampf, für Trainer Jens Keller um seinen Arbeitsplatz.

Sollten die krisengeplagten Schwaben auch das Auswärtsspiel beim Überraschungsteam Hannover 96 am Freitag (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) verlieren, muss der 40-Jährige wohl mit seiner Entlassung rechnen.

Nach Informationen des "kicker" könnte der Verein in diesem Fall schon am Sonntag Bruno Labbadia als Nachfolger präsentieren.

Als weitere Kandidaten neben dem Ex-Coach des Hamburger SV werden die derzeit vereinslosen Christoph Daum und Hans Meyer sowie Lorenz-Günter Köstner (VfL Wolfsburg II) gehandelt.

Dagegen sind Ex-VfB-Kapitän Krassimir Balakov und der frühere HSV-Coach Martin Jol, die beide kürzlich ihre Jobs verloren, kein Thema.

"Konzentrieren uns voll auf Hannover"

Sportdirektor Fredi Bobic nervt die prekäre Situation offensichtlich.

"Auf dieses Spielchen habe ich keine Lust", antwortete der 39-Jährige gereizt auf Nachfragen zu Keller.

"Wir konzentrieren uns voll auf Hannover, diesem Spiel unterliegt alles. Spekulationen kommen im Abstiegskampf immer auf."

Aus der Welt schaffen wollte Bobic diese Gerüchte aber auch nicht: "Wenn die Mannschaft verliert, reden wir am Samstag. Aber das ist hypothetisch. Tatsache ist, dass wir Punkte brauchen - nichts anderes."

Keller kämpferisch

Keller selbst gab sich vor seinem Schicksalsspiel kämpferisch. "Wir werden das Glück erzwingen, ich will das Spiel unbedingt gewinnen."

Fakt ist aber, dass sich an der Tabellensituation bei den ambitionierten Schwaben fast nichts geändert hat, seit der Ex-Profi am 13. Oktober das Traineramt von Christian Gross übernommen hat.

[kaltura id="0_10po8yre" class="full_size" title="Stuttgart im Abstiegskampf"]

Platz 18 belegte der Klub nach der Ablösung des Schweizers, Platz 16 ist es jetzt. Die letzten fünf Spiele blieben sieglos.

Auswärtsschwacher VfB

Die Abstiegsgefahr ist nach wie vor groß, die internationalen Ränge meilenweit entfernt.

"Es gehört dazu, dass bei unserer derzeitigen Tabellensituation Unruhe aufkommt, aber das kann ich nicht beeinflussen, deshalb beschäftige ich mich auch nicht damit", meinte Keller.

Noch hat seine Mannschaft kein Auswärtsspiel gewonnen, die Niedersachsen waren dagegen in den letzten vier Partien siegreich.

"Die Mannschaft lebt"

Die Favoritenrolle ist also vergeben - zumal es beim VfB offenbar auch innerhalb der Mannschaft wenig harmonisch zugeht.

Doch Auseinandersetzungen im Training, die in dieser Woche sogar zu einem Spielabbruch führten, will Keller jedoch nicht überbewerten - im Gegenteil:

"Die Spieler sind aggressiv, entschlossen und voll dabei, da fliegen auch mal die Fetzen. Aber das zeigt mir, dass die Mannschaft lebt."

96 träumt vom Europapokal

Dies muss sein Gegenüber Mirko Slomka nicht extra betonen.

Sein Team kann mit einem weiteren Dreier den bisherigen Klubrekord von fünf Siegen in Serie aus der Saison 2004/05 einstellen und bis Samstag sogar auf Platz zwei klettern.

Selbst Träume vom internationalen Geschäft sind bei den Roten inzwischen erlaubt.

"Ich habe kein Problem damit - wenn die Spieler die Leistungen bringen, die sie nach Europa führen", meinte Slomka.

Voraussichtliche Mannschaftsaufstellungen:

Hannover 96: Fromlowitz - Cherundolo, Eggimann, Pogatetz, C. Schulz - Schmiedebach, Pinto (Lala) - Stindl, Rausch (Chahed) - Ya Konan, Schlaudraff

VfB Stuttgart: Ulreich - Degen, Niedermeier, Delpierre, Boka - Bah - Träsch, Gentner - Harnik, Cacau, Gebhart

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel