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Gerald Asamoah wechselte im Sommer von Schalke 04 zum FC St. Pauli © getty

St. Paulis Top-Transfer des Sommers spricht vor dem Spiel gegen den FC Bayern im SPORT1-Interview über seine eigene Leistung und seinen Ex-Verein.

Von Jürgen Blöhs

Hamburg - Mit 72 Toren war der FC St. Pauli gemeinsam mit dem Deutschen Meister FC Bayern München in der vergangenen Saison das treffsicherste Team im deutschen Profi-Fußball.

Auch nach dem Aufstieg wollte Trainer Holger Stanislawski an seinem Offensivkonzept festhalten.

Zur Verstärkung wurde Goalgetter Marius Ebbers Gerald Asamoah an die Seite gestellt.

Doch der Ex-Schalker, der bei seinem Wechsel zum Kiezklub enorme Gehaltseinbußen in Kauf nahm, um endlich wieder spielen zu können, verletzte sich in der Vorbereitung und stand dem Aufsteiger zu Saisonbeginn nicht zur Verfügung.

Mittlerweile gehört der Publikumsliebling Woche für Woche zur Startformation.

Doch die Torfabrik streikt: Mit gerade mal 14 Treffern haben die Braun-Weißen so selten den Ball ins gegnerische Tor befördert, wie kein anderes Team.

Ebbers, in Liga zwei noch Tor-Garant, traf bisher nur zweimal, ebenso wie Sturmpartner Asamoah, der immerhin noch zwei Scorer-Punkte für Torvorlagen verbuchen konnte.

Daher ist der Ex-Nationalspieler mit seiner Leistung auch nur "bedingt zufrieden", wie er im SPORT1-Interview vor dem Auswärtsspiel bei den Bayern (Sa., ab 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) verriet.

Vom Klassenerhalt ist der 32-Jährige aber ebenso überzeugt, wie er seinem Ex-Klub Schalke 04 einen Höhenflug in der Rückrunde zutraut.

SPORT1: Herr Asamoah, wie beurteilen Sie den bisherigen Saisonverlauf des FC St. Pauli?

Gerald Asamoah: Unterm Strich ist die Tatsache sehr positiv, dass wir noch nicht einmal auf einem Abstiegsplatz gestanden haben.

SPORT1: Was ist positiv, was negativ verlaufen?

Asamoah: Negativ ist, dass wir zu viele Spiele verloren haben. Positiv ist, dass wir noch kommen werden.

SPORT1: Was gibt Ihnen diese Sicherheit? Wo ist die Mannschaft denn noch steigerungsfaehig?

Asamoah: In der Hinrunde mussten wir uns erst einmal finden, schauen wie wir mithalten können und wo unsere Stärken und Schwächen sind. Wir haben Gegentore kassiert, die einfach nicht fallen dürfen. Es gab einige Partien, in denen wir gut nach vorne gespielt und dann ein unnötiges Tor bekommen haben, weil wir zu unkonzentriert oder zu naiv waren. Das müssen wir versuchen, besser zu machen.

SPORT1: Wie zufrieden sind Sie persönlich mit dem bisherigen Saisonverlauf?

Asamoah: Ich bin mit meiner Leistung bislang bedingt zufrieden. Nach der Verletzung bin ich sehr gut reingekommen. Zuletzt war ich ziemlich platt. Aber das ist normal, mir fehlt ein Teil der Vorbereitung.

SPORT1: In der vergangenen Saison war der FC St. Pauli das treffsicherste Team der Zweiten Liga. Jetzt stehen nach 15 Spieltagen gerade mal 14 Tore auf der Habenseite. Woran liegt das?

Asamoah: Wir hatten die Chancen, aber wir waren einfach zu unkonzentriert vor dem Tor. Das müssen wir ändern, um dann die Liga zu halten.

SPORT1: 17 Punkte nach 15 Spieltagen. Was rechnen Sie sich für die Spiele beim FC Bayern München und gegen Mainz aus? Kommen noch Punkte hinzu?

Asamoah: Gegen Bayern gehen alle davon aus, dass wir verlieren werden. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass wir nur überraschen und das Beste aus der Partie rausholen können. Für viele Spieler ist es das erste Mal, dass sie in der Liga gegen die Bayern in der Allianz Arena spielen. Sie sind heiß und darin muss man die Chance sehen. Gegen Mainz haben wir ein Heimspiel und natürlich hat das Team einen super Start hingelegt, aber wir müssen alles daran setzen, die Punkte hier zu behalten.

SPORT1: St. Pauli bleibt in der Bundesliga, weil...

Asamoah: ... wir einfach eine super Truppe haben und unbedingt in die Bundesliga gehören.

SPORT1: Noch ein Wort zu ihrem Ex-Klub: Haben Sie eine Erklärung für die zwei Gesichter von Schalke 04 - in der Champions League top, in der Liga weit hinter den Erwartungen zrück?

Asamoah: Es sind viele Spieler von Schalke weggegangen und neue hinzugekommen. Das braucht einfach Zeit, um zusammenzuwachsen. Man sieht schon, dass sie jetzt kommen. Ich denke, dass sie es in der Rückrunde besser machen werden.

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