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Thomas Hitzlsperger wurde 2007 mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister © getty

Der VfB Stuttgart verpasst es auch in Frankfurt der Saison die Wende zum Positiven zu geben. Die Saisonziele sind in Gefahr.

Von Maximilian von Harsdorf

München - "In Frankfurt müssen wir wieder die Kurve kriegen und dort weitermachen, wo wir gegen Belgrad aufgehört haben. Es ist wichtig, dass wir endlich auch wieder auswärts punkten."

So wurde Armin Veh vor dem Bundesligaspiel gegen Eintracht Frankfurt auf der Homepage des VfB Stuttgart zitiert.

Nach dem Spiel ist zu konstatieren, dass der Großteil dieser Worte nur ein frommer Wunsch geblieben sind.

Kein Aufwärtstrend

Zwar holten die Schwaben einen 0:2-Rückstand auf und brachten das erste Mal seit dem vierten Spieltag wenigstens einen Punkt mit nach Hause.

Doch davon, dass die Kurve beim VfB wieder nach oben zeigt, kann keine Rede sein: Lange Zeit war das Spiel der Gäste wieder zu statisch, das Mittelfeld weiterhin zu einfallslos.

Hitzlsperger enttäuscht

Auch Kapitän Thomas Hitzlsperger, diesmal wieder von Anfang an aufgeboten, konnte zu keiner Zeit Struktur in das Spiel der Stuttgarter bringen und musste folgerichtig nach einer Stunde für Jan Simak Platz machen.

In einer hektischen Schlussphase rettete Torjäger Mario Gomez dem VfB wenigstens das Unentschieden. Das Problem einmal mehr: Die Offensive der Schwaben ist zu sehr von dem Stürmerstar abhängig. Kommt Gomez nicht auf Touren, lahmt das gesamte Offensivsspiel des VfB.

Saisonziele in Gefahr

Und selbst der mehr erkämpfte als erspielte Punkt ist zu wenig für die hohen Ansprüche, der VfB droht im Mittelmaß zu versinken. "Wir sind vielleicht der moralische Sieger, aber das reicht leider nicht", so Keeper Jens Lehmann.

Auch bei der Eintracht ist man, trotz einer über weite Strecken guten Leistung, nicht zufrieden. Dabei erhitzte vor allem Gomez' Ausgleichstreffer die Gemüter, die Frankfurter wollten ein Foulspiel des Nationalstürmers an Benjamin Köhler gesehen haben.

Nachdem Referee Babak Rafati das Tor anerkannte, diskutierte eine Traube erhitzter Frankfurter Spieler an der Seitenlinie mit Schieds- und Linienrichter.

Ausgleich erhitzt Gemüter

Dabei beschwerte sich Oka Nikolov besonders heftig und sah die Gelbe Karte.

"Ich habe da einen Schubser gesehen", sagte der Eintracht-Keeper nach der Partie, um dann jedoch zu relativieren: "Aber der Schiedsrichter hat das nun mal so gesehen und das Tor zählt. Ich möchte jetzt auch gar nicht mehr über die Schiedsrichter reden, die haben gestern schon mehr als genug abgekriegt."

Auf dem Weg aus der Abstiegszone

Mit etwas Abstand werden sich die Hessen, in Anbetracht der Umstände, mit dem Unentschieden und der gezeigten Leistung arrangieren können. So sind Kapitän Ioannis Amanatidis und Abwehrstratege Chris nur zwei prominente Name auf einer langen Ausfall-Liste.

Nun kommt auch noch Linksverteidiger Christoph Spycher dazu. Der Verteidiger laboriert an einem Knorpelschaden im rechten Knie und wird am Mittwoch in der Schweiz operiert. Voraussichtlich kann der 30-Jährige erst im Frühjahr wieder ins Training einsteigen.

Der Schweizer hatte sich die Verletzung bereits in der vergangenen Woche im Training zugezogen.

Doch bisher steckt die Eintracht die Personalmisere, die sich schon seit dem Start der Spielzeit 2008/2009 wie ein roter Faden durch die Saison der Frankfurter zieht, erstaunlich gut weg.

Sollte die Eintracht engagierte Vorstellungen wie gegen Stuttgart im Lauf der Saison noch öfter wiederholen können, dürften die Frankfurter auch in dieser Saison wieder einen gesicherten Mittelfeldplatz anpeilen können.

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