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Cicero (l.) und Co. machten Hoffenheims Demba Ba das Leben schwer © imago

Das Team von Ralf Rangnick nimmt nach der Niederlage gegen Hertha gelassen den Verlust der Tabellenführung zur Kenntnis.

Von Manuel Krons und Andreas Ziepa

München/Berlin - Die Hauptstadt und das Berliner Olympiastadion waren dann doch eine Nummer zu groß für den Sensationsaufsteiger aus Hoffenheim.

Vor der Rekordkulisse von knapp 59.000 Zuschauern knickte das Team aus der baden-württembergischen Provinz am Sonntagabend nach einer beeindruckenden Siegesserie ein. Mit fünf Siegen in Folge hatte man zuvor die Bundesliga das Fürchten gelehrt.

Die 0:1-Niederlage durch Andrej Voronins Treffer in der 70. Minute (hier das Tor als 3-D-Video ) bei Hertha BSC Berlin hat die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick die Tabellenführung gekostet.

"Davon geht die Welt nicht unter"

"Schade, wir hätten gerne hier Punkte geholt, aber es war sehr, sehr schwer, weil Hertha so gut gestanden hat", enttarnte Hoffenheims Sejad Salihovic das Erfolgsrezept des Gegners. "Aber wenn man einmal 1:0 verliert, davon geht die Welt nicht unter", fügte der Ex-Herthaner an.

Sein Trainer sah die Leistung seines Teams am Sonntagabend bei "70 Prozent", wollte seiner Mannschaft daraus aber keinen Vorwurf machen: "Das muss man den Jungs aber auch zugestehen, das sind keine Maschinen", sagte Ralf Rangnick.

"Tabellenführung ist wurscht"

Er trauerte dem verpassten Dreier dennoch nach: "Die Tabellenführung ist mir völlig wurscht, ich ärgere mich nur, dass die drei Punkte futsch sind", so der Coach.

Auch nachdem man die Tabellenspitze an Bayer Leverkusen abgetreten hat, legt man bei Hoffenheim betont keinen Wert auf die wöchentliche Platzierung in der Rangliste.

Berlin auf Uefa-Cup-Platz

Das dürfte bei Bezwinger Hertha völlig anders sein: Mit dem dritten Heimspielerfolg in Serie haben sich die Berliner auf Platz fünf vorgekämpft.

Die Hauptstädter befinden sich nach dem knappen Erfolg gegen die von Mäzen Dietmar Hopp finanzierte Wundertruppe auf Uefa-Cup-Kurs - und dazu im kollektiven Freudentaumel.

Chahed und Friedrich "Weltklasse"

Dieter Hoeneß war völlig angetan vom Spiel seiner Elf: "Ich muss der Mannschaft ein riesen Kompliment machen. Wir haben verdient gewonnen", lobte der Hertha-Manager. Den Verteidigern Sofian Chahed und Arne Friedrich verlieh er gar das Prädikat "Weltklasse".

Letzterer bestätigte den Eindruck der "Berliner Mauer": "Unsere Mannschaft hat defensiv sehr gut gearbeitet. Hoffenheim hat im Schnitt drei Tore geschossen. Wir waren diszipliniert und haben im entscheidenden Moment zugestoßen", analysierte Nationalspieler Friedrich.

Sein Vorgesetzter Hoeneß gab dann noch eine ganz pragmatische Sichtweise auf den hart erkämpften Sieg preis: "Wenn schon 60.000 Leute kommen, dann muss man so ein Spiel auch mal gewinnen", merkte der 55-Jährige an.

Auswärts gegen Köln

Vor solch einer Kulisse müssen die Bundesliga-Neulinge somit erst noch ihre spielerische Klasse unter Beweis stellen.

In zwei Wochen hat das Rangnick-Team dazu die nächste Gelegenheit. Dann ist seine Mannschaft beim 1. FC Köln zu Gast. Die dortige Kulisse, bestehend aus 50.000 Schlachtenbummlern, hat den Ruf eine der lautesten der Liga zu sein.

Doch vorher dürfen sich die Hoffenheimer noch mal im Mannheimer Carl-Benz-Stadion in etwas beschaulicherer Atmosphäre vom Stadtrummel erholen: Gegen den VfL Wolfsburg werden am Samstag wieder rund 26.000 Zuschauer erwartet.

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