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Luca Toni (o.), Ze Roberto (l.) und Miroslav Klose bejubeln den Sieg auf Schalke © getty

Auf Schalke siegt Bayern München dank außerordentlich effektiven Spiels und findet zum alten "Mir-san-Mir"-Gefühl zurück.

Von Christian Stüwe

München - Der FC Bayern München ist wieder auf Kurs.

Der 2:1(2:1)-Sieg im Verfolgerduell bei Schalke 04 war spielerisch keine Meisterleistung, aber letztlich kompromissloser, erfolgreicher Ergebnisfußball.

Eben genau der, mit dem der FC Bayern den deutschen Fußball seit Jahren dominiert.

"Wir wollen so schnell wie möglich wieder auf Platz eins stehen, das ist unser Anspruch", erklärte Trainer Jürgen Klinsmann nach dem Spiel: "Wenn die Punkte weiter so kommen, ist es nur noch eine Frage der Zeit."

Nach der turbulenten Anfangsphase mit den Toren durch Luca Toni (3.) und Schalkes Jefferson Farfan (5.) verlegte sich Bayern aufs Verteidigen. Franck Ribery (31.) schloss einen der wenigen Bayern-Angriffe zum Endstand ab.

18:1 lautete das Eckenverhältnis zu Gunsten der Schalker, die drei Punkte entführte jedoch der FC Bayern.

"Wir waren in der Defensive super"

"Wir waren in der Defensive super. Wir haben die Räume gut eng gemacht und sehr gut verteidigt", sagte Kapitän Mark van Bommel: "Wir müssen nur auf uns selbst schauen und unsere Spiele gewinnen."

Durch die Patzer von 1899 Hoffenheim und Bayer Leverkusen hat der FC Bayern nur noch einen Punkt Rückstand auf die Tabellenspitze. Die von Manager Uli Hoeneß unlängst angekündigte Herbstmeisterschaft ist in Reichweite.

"Die anderen spüren den heißen Atem des FC Bayern. Manche schaffen es eben nicht, damit umzugehen", erklärte Hoeneß: "Wenn wir die Tabellenführung mal haben, geben wir sie nicht her."

Hoeneß denkt an ganz Bayern

Das Selbstbewusstsein ist wieder da in der bayrischen Landeshauptstadt. Das geht soweit, dass Hoeneß dies auf die Befindlichkeiten des gesamten Freistaat erweiterte: "Ganz Bayern muss wieder nach vorne kommen, nicht nur in der Politik, sondern auch im Fußball."

Die Herbstmeisterschaft sei dabei nur von untergeordneter Bedeutung, so Hoeneß, vorne zu stehen dagegegen sehr wichtig, "für unser Selbstvertrauen für das 'Mir-san-Mir-Gefühl'".

Dieses urbayrische Gefühl ist offenbar sogar beim Italiener Toni angekommen. "Es war relativ einfach. Man muss nur entschlossen sein", erklärte der Weltmeister. So einfach ist das.

Hoeneß sprach gar von einem "wunderschönen Wochenende für den FC Bayern". Wenn überhaupt etwas die gute Stimmung beim FC Bayern trüben könnte, dann vielleicht die erneuten, aber folgenlosen Unsicherheiten bei Torwart Michael Rensing.

Was plant van Bommel für die Zukunft?

Oder die Äußerungen von Kapitän Mark van Bommel. Der Niederländer erklärte, dass es Ende November Gespräche zu seiner Zukunft beim Rekordmeister geben werde.

Ein klares Bekenntnis zum FCB war dem 31-Jährigen aber nicht zu entlocken. "Ich habe einen Wunsch, aber den teile ich nicht mit", sagte van Bommel, der auch schon mit Schalke in Verbindung gebracht worden war.

Seine Verschlossenheit begründete der Mittelfeldspieler vielsagend: "Sonst sagen die Leute, der Kapitän will bleiben und kriegt seinen Vertrag nicht verlängert."

Westermann sieht "eiskalte Bayern"

Schalke plagen hingegen andere Probleme. Nach der überlegen geführten Partie fühlt sich die Niederlage besonders bitter an.

"Wir haben ein Super-Spiel gemacht", versuchte Heiko Westermann das Positive zu sehen. Anschließend lobte der Nationalspieler den Gegner und bemerkte direkt, was der eigenen Elf fehlt: "Die Bayern haben ein gutes Spiel gemacht. Die waren eiskalt vor dem Tor, haben aus zwei Chancen zwei Tore gemacht."

Auch wenn die Schalker stark aufspielten, kann der Sieg der Bayern einmal mehr als ein Fingerzeig gedeutet werden. Es ist die Effizienz, die letztlich den Erfolg ausmacht.

Dies erkannte auch Trainer Fred Rutten, der ebenfalls den Gegner lobte: "Wir haben in der ersten Halbzeit guten Fußball gespielt und uns viele Chancen erarbeitet, aber die Effizienz der Bayern war super. Uns hat es an Effizienz gefehlt, man kann nur gewinnen, wenn man Tore macht."

Was die Effizienz angeht, sind die Bayern eben wieder ganz vorne dabei.

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