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Ya Konan erzielt im Spiel gegen Stuttgart den Führungstreffer (35.) für Hannover © getty

Mit einem Doppelpack ist der Ivorer bei Hannover der Matchwinner. Der VfB befindet sich im freien Fall, für Keller wird es eng.

Hannover - Überraschungs-Team Hannover 96 nimmt dank Didier Ya Konan Kurs auf die Champions League, der VfB Stuttgart taumelt dem Abstieg entgegen.

Die Niedersachsen setzten sich im Freitagsspiel der Bundesliga verdient mit 2:1 (1:0) durch und kletterten zumindest bis zum Samstag auf den zweiten Tabellenplatz. 323504(DIASHOW: Der 16. Spieltag)

Dagegen wackelt nach SPORT1-Informationen bei den Schwaben der Stuhl von Trainer Jens Keller nach dem sechsten Pflichtspiel hintereinander ohne Sieg immer heftiger. In den vergangenen Tagen war bereits in mehreren Medien spekuliert worden, dass Bruno Labbadia neuer VfB-Trainer wird.(DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Fredi Bobic wollte sich nach Spielschluss nicht zur Zukunft von Keller äußern: "Ich werde jetzt keine Prognosen abgeben", sagte Stuttgarts Spordirektor bei "LIGA total!": "Es ist jetzt wichtig einen kühlen Kopf zu bewahren, morgen werden wir darüber sprechen."

Matchwinner Ya Konan verletzt sich

Der Ivorer Ya Konan war mit zwei Flachschüssen in der 35. und 76. Minute erfolgreich, es waren die Saisontore acht und neun für den Afrikaner.

Für den zwischenzeitlichen Ausgleich hatte Georg Niedermeier per Kopfball gesorgt (75.).

Für Matchwinner Ya Konan ist die Hinrunde allerdings beendet. Der Doppeltorschütze zog sich einen Einriss im Außenmeniskus des rechten Knies zu und wird nach Klub-Angaben am Sonntagmittag operiert.

Klubrekord für 96

Die Niedersachsen stellten durch diesen Erfolg gleich zwei Klubrekorde auf. Es war der fünfte Bundesligasieg hintereinander und sorgte bereits vor dem letzten Vorrundenspiel für die beste Hinrundenbilanz der Vereinsgeschichte.

"Das war klar, dass es ein brutal schweres Spiel wird. Wir haben unsere Schwierigkeiten gehabt, Stuttgart musste unbedingt was machen. Deshalb ist es umso schöner, dass wir das Spiel zum Schluss noch umbiegen konnten", sagte Mirko Slomka.

"Von der Mannschaft enttäuscht"

In Stuttgart dagegen war der Katzenjammer groß.

"Ich bin von der Mannschaft enttäuscht. In unserer Situation wird mit der Hacke gespielt und locker mit der Innenseite", sagte Keller bei "Sky": "Wenn wir so auftreten wie heute, gehören wir dahin, wo wir stehen. Ich hätte nicht gedacht, dass wir uns noch mal so einen Schritt zurück entwickeln.

Matthieu Delpierre mahnte seine Kollegen, sich den Ernst der Lage bewusst zu machen.

"Es gibt viel zu tun, wir machen zur Zeit zu viele Fehler", sagte der VfB-Kapitän niedergeschlagen: "Wir sind in einer kritischen Situation. So kritisch wie noch nie. Das muss in die Köpfe rein."

Erste Chance durch Rausch

Vor 36.207 Zuschauern lief der Ball zwar nicht so flüssig wie zuletzt durch die Reihen der Norddeutschen, dennoch dominierten die Gastgeber besonders vor dem Seitenwechsel weitgehend das Spielgeschehen und hätten bereits in der elften Minute in Führung gehen können.

Bei einem Distanzschuss von Mittelfeldspieler Konstantin Rausch strich der Ball nur knapp am linken Torpfosten vorbei.

Ulreich verhindert Rückstand

Neun Minuten später scheiterte Ya Konan nach einem sehenswerten Solo an Sven Ulreich, der allerdings nachfassen musste.

Die Gäste brachten in der Offensive nur selten erfolgversprechende Aktionen zustande, von den rund 800 mitgereisten VfB-Fans war in der Hannoveraner WM-Arena nur wenig zu hören.

In der 28. Minute standen die 96er erneut dicht vor dem Führungstreffer. Diesmal musste Ulreich reaktionsschnell einen Schuss von Lars Stindl abwehren.

Das gleiche Duell entschied der Keeper nur drei Minuten später erneut für sich, ehe er dann gegen Ya Konan den Rückstand nicht mehr verhindern konnte.

Pogrebnyak bleibt wirkungslos

In der zweiten Halbzeit kamen die Gäste mit etwas mehr Elan und Pawel Pogrebnjak als zweitem Stürmer auf den Platz.

Doch die Stuttgarter machten aus dieser Feldüberlegenheit zunächst gar nichts, ehe Martin Harnik in der 65. Minute aus aussichtsreicher Position das Außennetz traf.

Hannover verlegte sich zumeist auf überfallartige Konter. Eine Viertelstunde vor Schluss überschlugen sich die Ereignisse.

Ya Konan mit der Entscheidung

Zunächst gelang Niedermeier nach einem Fehler des zu spät aus dem Tor eilenden 96-Schlussmanns Florian Fromlowitz der Ausgleich, doch nur wenige Sekunden später schlug Ya Konan zurück.

Der zweifache Torschütze sowie der enorm dynamisch agierende Rausch waren die stärksten Akteure bei den "Roten".

Beim Tabellen-16. verdienten sich Ulreich und Mittelfeldspieler Christian Träsch die besten Noten.

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