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Louis van Gaal kam 2009 vom AZ Alkmaar zum FC Bayern München © getty

Der Bayern-Trainer konzentriert sich voll und ganz auf St. Pauli. Die Kritik von Reiner Calmund und Franck Ribery bügelt er ab.

Vom FC Bayern berichtet Christian Stüwe

München - Dass Louis van Gaal kein Mann für halbe Sachen ist, ist mittlerweile hinlänglich bekannt.

Momentan widmet sich der Trainer des FC Bayern München voll und ganz der angekündigten Aufholjagd in der Liga ? angesichts von 17 Punkten Rückstand und nur noch zwei Spielen bis zur Winterpause eine ohnehin schwierige Aufgabe.

Deshalb machte der Niederländer vor dem Heimspiel gegen den FC St. Pauli (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) am Freitagnachmittag an der Säbener Straße mit Nachfragen zu möglichen Nebenkriegsschauplätzen kurzen Prozess.

Franck Ribery hatte am Vortag mehr Ballbesitz und Aufmerksamkeit gefordert, doch van Gaal schmetterte die Kritik des Franzosen ab.

Man habe gesehen, wie Ribery spiele, sagte der Bayern-Trainer: "Das ist meine Antwort, das ist seine Antwort."

Der 27-Jährige wird sich weiterhin in das taktische Korsett van Gaals fügen müssen.

"Jeder Spieler will seine Freiheit, aber es ist ein Mannschaftssport", erklärte van Gaal und ließ auch keine weiteren Rückfragen zu.

Kraft will nichts gesagt haben

Auch den neuen Spekulationen um eine mögliche Verpflichtung von Schalkes-Torwart Manuel Neuer und FCB-Ersatzkeeper Thomas Kraft, der für diesen Fall seinen Abschied angekündigt haben soll, begegnete der Coach kühl.

"Ich habe Kraft gefragt, und er sagte, dass er das nicht gesagt hat", erklärte van Gaal: "Das passiert mir auch immer wieder mit den Medien."

Einem anderen Angriff, der über die Medien gestartet worden war, begegnete van Gaal resolut.

[kaltura id="0_n556v83z" class="full_size" title="Van Gaal Keine Lust auf Verteidigung"]

Kein Verständnis für Calmund

Der frühere Leverkusen-Manager Reiner Calmund hatte den Bayern-Trainer bei einer Talk-Runde attackiert und unter anderem als "Ekelpaket" bezeichnet.

"Es ist immer dasselbe. Ich denke, dass ich dem guten Mann dreimal die Hand gegeben habe und dass er sowas nicht sagen oder beurteilen kann. Ich weiß, dass er mich nicht kennt", ärgerte sich van Gaal.

"Ich hoffe, dass die Menschen mich so gut kennen, dass sie wissen, wer ich bin. Es ist enttäuschend, wenn ein erwachsener Mensch so etwas sagt", fügte er an und vermutete, dass "Calli" in nächster Zeit einen "großen Bogen" um ihn machen werde.

Breno und Tymoshchuk dürfen wieder ran

Was das Dauerthema Abwehr und mögliche Verstärkungen für die Defensive angeht, ließ van Gaal ebenfalls keine Spekulationen zu.

Mit Breno sei er zwar nicht ganz zufrieden gewesen, "es kann noch besser werden, aber er bekommt seine Chance".

Genau wie Anatoliy Tymoshchuk.

Der Ukrainer und der Brasilianer werden gegen St. Pauli wohl wieder die Innenverteidigung bilden, auch wenn das Duo in der Anfangsphase der Champions-League-Partie gegen den FC Basel das eine oder andere Mal wackelte.

Gomez fällt aus

Im Anschluss an das letzte Heimspiel gegen die "Kiezkicker" will der FC Bayern gemeinsam mit Mannschaft und Fans das Fußballjahr in der Allianz Arena mit einer kleinen Feier ausklingen lassen.

Leslie Mandoki wird "Thank You" singen, eine Lichtshow soll für Atmosphäre sorgen. All dies funktioniert natürlich nur richtig gut, wenn das Team vorher auch drei Punkte eingefahren hat.

Van Gaal zeigte sich optimistisch, auch wenn er auf Torjäger Mario Gomez, der nach Bekunden des Trainers "Grippe oder so was" hat, verzichten muss.

"Natürlich wiegt es schwer, er hat viele Tore geschossen", sagte der Niederländer.

Weil auch der genesene Miroslav Klose noch nicht wieder in der Startelf stehen wird, hoffte van Gaal, "dass es vorne nicht eng wird."

Jonker wird zum St.-Pauli-Fan

Zumal er durchaus Respekt vor dem Underdog aus Hamburg hat. Sein Assistent Andries Jonker habe St. Pauli mehrfach beobachtet und sei dabei zum Fan der Mannschaft und von Trainer Holger Stanislawski geworden.

Van Gaal lobte die offensive Spielweise des Aufsteigers. "Der Trainer hat aus St. Pauli eine gute Mannschaft gemacht. Die Spieler haben seine Begeisterung übernommen", sagte er.

Dass St. Pauli eine besondere Mannschaft, mit einem etwas anderem Image und verrückten Fans ist, interessierte den 59-Jährigen hingegen wenig. "Ich bin nur für das taktische und spielerische zuständig", erklärte er.

Louis van Gaal lässt sich derzeit tatsächlich von nichts beirren.

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