vergrößernverkleinern
Jens Keller gelangen mit den VfB nur zwei Siege in neun Ligaspielen © getty

Der VfB entlässt nach der erneuten Niederlage offenbar seinen Trainer, ein Nachfolger scheint gefunden. 96 beginnt zu träumen.

Hannover - Ohne Keller aus dem Keller - mit diesem Motto will der VfB Stuttgart offenbar den zweiten Abstieg der Vereinsgeschichte verhindern.

Die Schwaben haben sich laut Berichten verschiedener Medien am Samstag, einen Tag nach der 1:2 (0:1)-Niederlage bei Hannover 96, von Trainer Jens Keller getrennt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Neuer und damit dritter Coach beim VfB in diesem Jahr soll Bruno Labbadia werden 323504(DIASHOW: Der 16. Spieltag).

Die bevorstehende Trennung von Jens Keller war bereits mit Händen zu greifen, als der noch amtierende Coach emotionslos und in dieser Schärfe auch überzogen seine Spieler kritisierte: "Das hatte nichts mit Abstiegskampf zu tun, in der ersten Halbzeit waren wir überhaupt nicht auf dem Platz."

Fakt ist, dass der 40 Jahre alte Nachfolger des im Oktober gefeuerten Christian Gross die sportliche Situation beim Ex-Meister nicht verbessern konnte.

VfB seit sechs Spielen sieglos

Einem furiosen 6:0-Triumph gegen Werder Bremen standen viele schwache Spiele gegenüber, seit mittlerweile sechs Pflichtaufgaben ist man am Neckar ohne Sieg.

Dass das für Samstagvormittag angesetzte Training kurzfristig abgesagt wurde, war ein weiteres Indiz dafür, dass Keller beim VfB kaum noch eine Zukunft hat.

Dennoch wollte der VfB die Trennung auf Anfrage zunächst nicht bestätigen.

Labbadia steht parat

Für Sonntagmittag wird eine Pressekonferenz erwartet. Auf der, da sind sich die Klub-Kenner einig, wird Bruno Labbadia als neuer Coach präsentiert.

Der ist seit seinem Rauswurf beim Hamburger SV im April ohne Job und soll einen Vertrag bis Saisonende erhalten, der im Falle des Klassenerhalts um eine weitere Spielzeit verlängert werden kann

Mehr als je eine gute Halbserie bei Bayer Leverkusen und dem HSV hat der 44-Jährige in der Bundesliga bislang aber nicht zu bieten.

[kaltura id="0_uxu7e253" class="full_size" title="LIGA total Fanreporter bei Hannover 96"]

Delpierre sieht Kopfproblem

Zu tun hätte der neue Cheftrainer mehr als genug, die Gäste demonstrierten vor 36.207 Zuschauern erhebliche Defizite in allen Mannschaftsteilen.

"Wir machen viel zu viele Fehler. Es muss in die Köpfe rein, dass wir in einer sehr kritischen Situation sind", sagte Mannschaftskapitän Matthieu Delpierre.

Die Defensivprobleme traten in Hannover erneut auf, erschwerend hinzu kam diesmal eine Offensive, die ihren Namen nicht verdiente, Nationalspieler Cacau ausdrücklich eingeschlossen.

Kein Zufall, dass der zwischenzeitliche Ausgleich durch Innenverteidiger Georg Niedermeier (75.) erzielt wurde.

Matchwinner Ya Konan fällt aus

Die Niedersachsen hingegen haben momentan genau das, was beim VfB fehlt: Spielerische Klasse, Leidenschaft und auch das nötige Quäntchen Glück im richtigen Moment.

Und vor allem einen brandgefährlichen Torjäger: Mit zwei Treffern (35. und 76. Minute) stockte der Ivorer Didier Ya Konan sein Konto auf neun Bundesligatore auf.

Der Doppeltorschütze zog sich jedoch einen Einriss im Außenmeniskus des rechten Knies zu und wird nach Klub-Angaben am Sonntagmittag operiert. Der Ivorer fällt somit für den Hinrunden-Abschluss beim 1. FC Nürnberg aus.

Ya Konans Formanstieg macht es jedoch immer schwieriger, ihn über 2012 hinaus an "96" zu binden.

Mit jedem Treffer teurer

"Didier ist ein guter Junge, aber wir werden schon unseren ganzen Charme einsetzen müssen, um einen neuen Vertrag aushandeln zu können", bekannte Sportdirektor Jörg Schmadtke.

Weniger diffizil dürfte ein neuer Kontrakt für Coach Mirko Slomka sein. Schmadtke: "Wir sind im Gespräch, aber auch nicht unter Zeitdruck."

Rekord-Halbserie lässt Träume wachsen

Druck macht nach fünf Siegen hintereinander und der besten Halbserie der Hannoveraner Bundesliga-Geschichte eher das Publikum, das schon während des Spiels gegen Stuttgart unüberhörbar von internationalem Fußball in der WM-Arena am Maschsee träumt.

Außenverteidiger Christian Schulz, der bereits Champions-League-Erfahrung bei Werder Bremen sammelte: "Natürlich spürt man die Begeisterung in der Stadt, aber die Saison ist noch lang."

"So langsam glaube ich, alles ist möglich"

Euphorischer hingegen der nun verletzte Ya Konan, bei Rosenborg Trondheim ebenfalls schon in der Königsklasse aktiv.

"Wir haben ein wirklich gutes Team. So langsam glaube ich, dass wirklich alles möglich ist", sagte der 26-Jährige, der beim Blick auf die aktuelle Tabelle nur staunen konnte: "31 Punkte sind eine tolle Zahl, mit der niemand vor Beginn der Saison gerechnet hat."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel