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Thomas Tuchel wurde mit den Mainzer A-Junioren 2009 Deutscher Meister © getty

Mit vertauschten Rollen gehen Mainz und Schalke ins direkte Duell. Holtby darf hoffen. Gladbachs Fans drohen in Freiburg mit Boykott.

Von Matthias Becker

München - Hätte ein Fußball-Fan von dieser Saison nur die vergangenen acht Tage mitbekommen, die Rollenverteilung vor dem Spiel des FC Schalke 04 beim FSV Mainz 05 (So., ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) wäre für ihn klar:

Schalke ist Favorit, Mainz Außenseiter.

Die Königsblauen besiegten am vergangenen Samstag den FC Bayern (2:0) und sicherte sich in der Champions League bei Benfica Lissabon (2:1) den Gruppensieg

Die Mainzer verloren dagegen nach durchwachsener Leistung das Derby bei Eintracht Frankfurt (0:1).

Tuchel will sich "nicht entschuldigen"

Doch diese letzte Woche war eben nur eine Momentaufnahme einer verrückten Saison. Denn in Wirklichkeit steht der David Mainz in der Tabelle vor dem Spiel elf Plätze und 14 Punkte vor Goliath Schalke.

Ein Stück weit sei das natürlich schon verkehrte Welt, gesteht auch Mainz-Trainer Thomas Tuchel ein: "Aber offenbar ist die Welt am 16. Spieltag so, und dafür kann ich mich jetzt nicht entschuldigen."

Auch wenn Schalke mit neuem Selbstbewusstsein an den Bruchweg kommt, wolle seine Mannschaft "ein Spiel auf Augenhöhe liefern und nicht wie David sein. Zudem haben wir unsere Schleuder ja auch dabei", scherzte Tuchel.

Holtby von Beginn an?

An dieser Schleuder darf sich vielleicht auch wieder Lewis Holtby von Beginn an versuchen.

Der Jung-Nationalspieler musste zuletzt fast durchweg von der Bank aus zusehen, dass könnte sich gegen den Klub, von dem er nach Mainz ausgeliehen ist ändern.

"Lewis wird sein Talent in herausragender Weise auch in Zukunft einbringen. Vielleicht schon gegen Schalke von Anfang an", prophezeit Tuchel.

[kaltura id="0_ylgujbyd" class="full_size" title="Tauziehen um Neuer"]

Magath mahnt zur Besserung

Ob mit oder ohne Holtby, Gegenüber Felix Magath ist ohnehin gewarnt. "Die 05er spielen guten Fußball und stehen zu Recht oben", sagte der Schalker Trainer.

Grund für zu großen Respekt gibt es für die Gelsenkirchener nicht. Mainz versuche, den Gegner zu Fehlern zu verleiten, erklärte Magath und forderte:

"Darauf müssen wir uns einstellen und unsere Aufgabe besser lösen als zuletzt in Kaiserslautern."

Da gab es für die Schalker schließlich eine böse 0:5-Klatsche, die Magath in Erklärungsnöte brachte.

Raul und Farfan dabei

Zwei Wochen später hat sich die Lage für den Schalker Coach gebessert.

Durch den Kölner Sieg gegen Frankfurt liegen die Gelsenkirchener aber nur einen Punkt vor dem Relegationsplatz und können weitere Erfolgserlebnisse dringend gebrauchen.

Magath, der auf die zuletzt leicht angeschlagenen Raul und Jefferson Farfan zurückgreifen kann, wäre trotzdem schon mit einem Teilerfolg zufrieden.

"Wir wollen mit mindestens einem, am besten aber mit drei Punkten zurückreisen."

Auch er weiß, die Bundesliga-Welt steht derzeit auf dem Kopf.

Cisse: "Das wird unser schwerstes Spiel"

Das gilt schließlich auch vor der zweiten Sonntagspartie zwischen dem SC Freiburg und Borussia Mönchengladbach (So., ab 15.15 Uhr im LIVE-TICKER).

Die Freiburger haben bereits 24 Punkte auf dem Konto und können mit einem Sieg einen Europapokalplatz erobern, der Tabellenletzte aus Gladbach droht mit lediglich zehn Zählern sogar schon den Anschluss zu verlieren.

Die Favoritenrolle habe sich "vielleicht im Laufe der Saison verschoben", sagte SC-Trainer Robin Dutt.

Torjäger Papiss Cisse warnt aber: "Das wird unser schwerstes Spiel."

Fans fordern zum Boykott auf

Dieser Einschätzung ist aber nur schwer zu folgen. Denn die Gladbacher reisen mit großen Sorgen an.

Die Abwehr kassiert zu viele Gegentore, mit Marco Reus fehlt der stärkste Spieler der letzten Wochen ebenso gesperrt wie Raul Bobadilla nach seinem Ausratser gegen Hannover.

Jetzt riefen auch noch Teile der Borussia-Fans zum "Support Boykott" auf, um gegen die zuletzt gezeigten Leistungen zu protestieren.

Immerhin kehrt Roel Brouwers nach seinem Muskelfaserriss ins Abwehrzentrum zurück. Er ersetzt Neuzugang Bamba Anderson, der wegen entzündeter Zehen passen muss.

Hoffnungsträger Brouwers

"Wir müssen uns reinbeißen und versuchen, wieder in die Punkte zu kommen", forderte Borussia-Trainer Michael Frontzeck.

Dabei könnte ein früherer Freiburger helfen. Mohamadou Idrissou tritt nach seinem Sommer-Transfer erstmals wieder im Breisgau an. Er hätte sich sicherlich eine andere Rollenverteilung gewünscht.

Dievoraussichtlichen Aufstellungen:

SC Freiburg - Borussia Mönchengladbach (15.30 Uhr)

Freiburg: Baumann - Mujdza, Barth, Butscher, Bastians - Schuster - Nicu, Putsila, Abdessadki, Rosenthal - Cisse

Gladbach: Heimeroth - Levels, Brouwers, Anderson, Daems - Marx, Bradley - Matmour, Arango - de Camargo, Idrissou

1. FSV Mainz 05 - FC Schalke 04 (17.30 Uhr)

Mainz: Wetklo - F. Heller, Bungert, Noveski, Fathi - Risse (Holtby), Caligiuri, Polanski, Fuchs - Allagui, Schürrle

Schalke: Neuer - Uchida, Höwedes, Metzelder, Schmitz - Kluge, Rakitic - Farfan, Jurado - Huntelaar, Raul

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