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Kaiserslauterns Trainer Kurz (l.) und Wolfsburgs McClaren während ihres Streits © getty

Ex-Meister VfL Wolfsburg muss sich nach dem torlosen Remis bei Aufsteiger Kaiserslautern mit dem Frust der Fans beschäftigen.

Kaiserslautern - Nach 92 trostlosen Minuten sorgten wenigstens die Trainer an der Seitenlinie für Turbulenzen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Das heftige Wortgefecht zwischen Marco Kurz und Steve McClaren in der Nachspielzeit aufgrund eines harmlosen Zweikampfs hatte einen weitaus größeren Unterhaltungswert, als das torlose Remis zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem VfL Wolfsburg.

Während sich die Trainer allerdings schnell wieder beruhigt hatten, machten die Fans des seit sechs Partien sieglosen Ex-Meisters aus Wolfsburg ihrem Unmut auch weit nach Spielende lautstark Luft.

"Es ist doch klar, dass die Fans nicht zufrieden sein können. Der Frust ist äußerst verständlich", kommentierte Wolfsburgs Manager Dieter Hoeneß die "Wir haben die Schnauze voll"-Rufe der mitgereisten Anhänger, die weiter auf den ersten Bundesliga-Sieg des Titelträgers von 2009 in der Pfalz warten müssen 323504(DIASHOW: Der 16. Spieltag).

Europa League in weiter Ferne

Während die Wölfe diese Negativserie noch verkraften können, nagt die anhaltende Erfolglosigkeit in der laufenden Spielzeit wesentlich stärker an den Profis und den Verantwortlichen.

"Das ist eine zähe Situation, durch die wir uns durchkämpfen müssen", sagte Hoeneß angesichts der Leistung und der Tabellensituation.

Schließlich haben die Wolfsburger, die vor 38.181 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion nur mit Glück einen Punkt ergatterten, mit 18 Punkten auf dem Konto wesentlich engeren Kontakt zu den Abstiegsrängen als zu dem anvisierten Platz unter den besten Fünf.

"Derzeit brauchen wir nicht über die Europa League zu reden, dafür müssten wir besseren Fußball spielen", sagte Hoeneß, der die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben hat: "So lange es möglich ist, werden wir uns von diesem Ziel nicht verabschieden."

McClaren steht nicht zur Debatte

Verabschieden muss sich der erste englische Trainer der Liga trotz der andauernden Krise offensichtlich nicht.

Für Hoeneß, unter dessen Federführung im Sommer knapp 40 Millionen Euro in neue Spieler investiert wurden, steht die Zukunft McClarens außer Frage: "Solche Fragen werde ich gar nicht erst beantworten."

Fragen beantworteten derweil die Profis, die sich immerhin selbstkritisch zeigten.

"Man kann wirklich nicht sagen, dass es richtig besser wird. Aber ich bin sicher, dass wir zumindest auf dem richtigen Weg sind", sagte der blasse brasilianische Spielmacher Diego, der laut Hoeneß "nicht seinen besten Tag" erwischt hatte.

Fans sind enttäuscht

Auch Nationalspieler Marcel Schäfer wollte die Lage nicht schönreden.

"Ich glaube nicht, dass bei uns über Weihnachten Ruhe einkehren wird. Aber wir sind selbst für die Situation verantwortlich. Und dass die Fans frustriert sind, ist verständlich", erklärte der Außenverteidiger.

Ähnlich sah es auch der Schweizer Nationaltorwart Diego Benaglio: "Wir sind nicht da, wo wir hin wollen. Es ist doch klar, dass die Fans unzufrieden und enttäuscht sind."

Auch McClaren musste zugeben, dass "neben den Fans alle anderen ebenfalls enttäuscht" seien.

Versöhnung bei den Trainern

Immerhin konnte sich der Engländer am Ende noch über die Versöhnung mit seinem Gegenüber Kurz freuen:

"Alles ist wieder gut. Wir waren unterschiedlicher Meinung und voller Leidenschaft - aber das gehört zum Fußball eben dazu."

Kurz sah das genauso. "Wir sind eben beide zu alt und können nicht mehr mitkämpfen, da machen wir uns so ein wenig Luft. Ich habe aber großen Respekt vor meinem Kollegen", sagte Kurz.

Großen Respekt hat Kurz auch vor seinen Profis. Denn im Gegensatz zum punktgleichen VfL sind die 18 Zähler für den Aufsteiger ein Erfolg.

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