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Bruno Labbadia trainierte in der Bundesliga zuvor Bayer Leverkusen und den HSV © getty

Der Ex-Coach des HSV ersetzt beim VfB wie erwartet Jens Keller. "Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen können", erklärte er.

Von Martin Volkmar

München/Stuttgart - Bruno Labbadia soll den VfB Stuttgart vor dem Abstieg retten.

Die Schwaben zogen am Tag nach der 1:2-Niederlage bei Hannover 96 die Reißleine und feuerten Interimscoach Jens Keller nach nur 59 Tagen im Amt.

Erst am Sonntag allerdings bestätigte der VfB das offene Geheimnis und präsentierte Labbadia als Nachfolger. 323504(DIASHOW: Der 16. Spieltag).

"Es ist eine interessante Aufgabe, aber auch eine, die ich mit sehr großem Respekt angehe. Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen können, wenn wir alles dafür tun", sagte der Ex-Profi.

"Aber ich bin mir der Schwere der Aufgabe bewusst und weiß, dass wir eine Situation haben, in der es nicht mehr fünf vor Zwölf ist, sondern schon ein Schritt darüber hinaus."

"Schwierigste Situation der letzten Jahre"

Nachdem der Meister von 2007, der bereits am 13. Oktober Christian Gross entlassen hatte, auch unter Keller nicht aus dem Keller gekommen war, geht in Stuttgart die Angst um.

"Der Verein befindet sich in einer der schwierigsten Situationen der letzten Jahre", meinte Präsident Erwin Staudt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir haben uns lange beraten, welche Handlungsoptionen wir haben. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir einen Neustart praktizieren müssen".

Labbadia zuletzt zweimal gefeuert

Der soll nun ausgerechnet mit Labbadia gelingen, der zuletzt bei Bayer Leverkusen und dem Hamburger SV nach jeweils nur einem Jahr mit starker Hin- und schwacher Rückrunde gefeuert worden war.

Doch beim VfB setzt man offenbar zunächst auf das anfängliche Feuer, dass der Motivator entfachen kann.

Der 44-Jährige, der seinen Co-Trainer Eddy Sözer mitbringt, erhält einen Vertrag bis 2013 - der aber nur für die Bundesliga gilt.

[kaltura id="0_7064dtr9" class="full_size" title="VfB stellt Labbadia vor"]

"Empfinde Riesenbegeisterung"

"Ich empfinde eine Riesenbegeisterung für die Aufgabe, aber auch für den Klub. Der VfB hat große Möglichkeiten mit dem neuem Stadion", meinte der neue Coach.

"Ich hoffe, dass wir die Sonne in einem halben Jahr wieder strahlen lassen."

Labbadia hat sich auch mit seinen letzten Trainerstationen auseinandergesetzt und sagte:

"Es gilt auch für mich, Neues aufzunehmen. Wo man Dinge, die nicht gut waren, ändern kann, muss man das tun."

Nach seinem Debüt im bedeutungslosen Europa-League-Spiel am Donnerstag gegen Odense BK müssen die Stuttgarter zum Hinrunden-Abschluss erst in der Liga und dann im DFB-Pokal gegen Rekordmeister FC Bayern bestehen.

"Über allem muss erstmal der kompakte Auftritt der Mannschaft stehen", nannte der einstige Bayern-Stürmer Labbadia seine erste Maßnahme.

VfB sechsmal ohne Sieg

Keller hingegen trauten die Vereinsbosse um Sportdirektor Fredi Bobic die Wende nicht mehr zu.

"Wir haben keine Zeit und müssen das jetzt, hier und heute machen", erklärte Staudt den Trainerwechsel.

Nur 13 Pflichtspiele war der 40-Jährige an der Seitenlinie verantwortlich und wirkte zuletzt immer ratloser.

Zwar gelang ihm ein grandioser 6:0-Triumph über Werder Bremen, doch in den letzten sechs Partien blieb das Team ohne Sieg und rutschte immer tiefer.

Nun droht der zweite Abstieg des Traditionsvereins seit 1975.

"Das hatte nichts mit Abstiegskampf zu tun, in der ersten Halbzeit waren wir überhaupt nicht auf dem Platz", schimpfte Keller nach der Niederlage in Hannover.

Dritte Entlassung der Saison

Der Rauswurf ist die dritte Trainer-Entlassung der Saison in der Bundesliga.

Nach Gross war Ende Oktober Zvonimir Soldo beim 1. FC Köln von Frank Schaefer ersetzt worden.

Insgesamt wurden seit dem Bundesliga-Start 1963 324 Trainer entlassen.

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