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Der BVB feiert gegen Werder Bremen den sechsten Heimsieg der Saison © getty

Ein Punkt fehlt den Dortmundern zu einem neuen Hinrunden-Rekord. Der Bundestrainer ist beeindruckt. Schaaf fühlt sich betrogen.

Dortmund - Borussia Dortmund liefert derzeit den Stoff, aus dem Meisterträume sind.

Selbst Bundestrainer Joachim Löw kann sich der Euphorie im den souveränen Herbstmeister nicht entziehen 323504(DIASHOW: Der 16. Spieltag).

"Die Borussia ist derzeit kaum zu schlagen, das ist unglaublich. Sie spielt attraktiven Fußball. Und wenn ich die Tabelle sehe, bin ich sicher, dass der BVB die Meisterschaft erringen wird", sagte der DFB-Chefcoach im "Aktuellen Sportstudio".

Die Fans waren sich schon vor dem allerdings schwer erkämpften 2:0 (1:0) gegen Werder Bremen einig und bedankten sich nach dem letzten Heimspiel des Jahres mit Standing Ovations für unterhaltsame, teilweise spektakuläre Vorstellungen, die Hoffnungen auf den großen Coup im neuen Jahr weckten.

Tatsächlich spricht derzeit nur wenig gegen den Gewinn der siebten Meisterschaft.

15 Spiele ungeschlagen, 14 Siege, die Mannschaft mit dem besten Angriff (39 Tore) und der besten Defensive (9 Gegentreffer), bisher acht Auswärtssiegen seit dem Saisonstart und einer Ausbeute von 43 Punkten, die nach 16 Runden bereits einmalig in der Liga-Geschichte sind (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Ein Zähler fehlt den BVB-"Junioren" noch zum Hinrunden-Rekord, den Bayern München mit 44 Punkten (Saison 2005/2006) hält.

Arbeitssieg statt Leichtigkeit

Die Bilanz ist atemberaubend. Der Auftritt gegen die sportlich angeschlagenen Hanseaten war hingegen vergleichweise glanzlos, weil hart erarbeitet und begleitet von einer Portion Glück, das bekanntlich nur Tüchtige - oder auch künftige Meister haben.

"Wir können doch nicht so viele Spiele gewinnen, jedes Mal fünf Klassen besser sein und den Gegner an die Wand spielen. Da war heute keine Euphorie oder Leichtigkeit bei uns. Wir haben einfach gearbeitet wie die Tiere", sagte Trainer Jürgen Klopp.

Nationalspieler Mats Hummels befand: "Zu Beginn der Saison haben wir ein Feuerwerk abgebrannt, jetzt spielen wir schon nüchterner." Auch bestätigen die Himmelsstürmer einen leichten Kräfteverschleiss.

"In den beiden restlichen Spielen bis Weihnachten werden wir alles geben, auch wenn wir schon auf dem Zahnfleisch gehen", meinte Nuri Sahin, der per Freistoß zum 1:0 (9.) traf.

Nun gegen Sevilla

Denn schon am Mittwoch steht das Gruppen-"Endspiel" der Europa League beim FC Sevilla (ab 20.50 Uhr im LIVE-TICKER) auf dem Programm.

Man solle nicht glauben, dass die Rückrunde ein Selbstläufer werde, ergänzte Klopp. Denn schon gegen Hamburg und in Nürnberg seien die Spiele eng gewesen.

Das seine Youngster diese dennoch gewinnen konnten, "macht den Unterschied zum letzten Jahr". Die Borussen sind sich der hetzenden Meute der Verfolger, die nur auf einen Ausrutscher des BVB warten, bewusst.

Die vorbildliche Abwehrarbeit funktionierte auch gegen Angstgegner Bremen, obwohl man nach rund 20 Minuten insgesamt den Faden verlor.

Und als der Ausgleich für die Hanseaten in der Luft lag, machte Shinji Kagawa (70.) den Dreier und die Fußball-Party vor 80.720 Zuschauern in der ausverkauften Arena perfekt.

Werder hadert mit Schiri Meyer

Die Bremer haderten derweil mit Schiedsrichter Florian Meyer, der ihnen nach einer Abwehr von BVB-Torhüter Roman Weidenfeller gegen Claudio Pizarro einen Elfmeter verweigerte und das Abseitstor zum 2:0 anerkannte.

Während Jürgen Klopp mit "Den kann man geben" einen möglichen Strafstoß akzeptiert hätte, raunzte auch Werder-Coach Thomas Schaaf in die Mikrofone: "Dazu sage ich nichts, das hat jeder gesehen."

Betrogen sah er seine "fleißige Mannschaft" für eine gute Vorstellung, bei einem starken Tabellenführer.

Bremen droht, die Europacup-Plätze aus den Augen zu verlieren.

Dazu Klopp: "Der Blick auf die Tabelle zeigt, wie verrückt die Bundesliga derzeit ist. Dass eine Mannschaft wie Bremen derzeit nur 19 Punkte hat, ist die eigentliche Überraschung."

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