vergrößernverkleinern
Bastian Schweinsteiger spielt seit 2002 für die Profis des FC Bayern © getty

Seine Vertragsverlängerung erzeugt Jubel. Im Interview spricht Bastian Schweinsteiger über "seinen" FC Bayern und Jose Mourinho.

Vom FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Die Rückschläge der vergangenen Wochen waren vergessen.

Und der lange Zeit brüchige Frieden beim FC Bayern bei der Weihnachtsfeier am Samstagabend im "Teatro" von Starkoch Alfons Schuhbeck war gerettet.

Bastian Schweinsteiger hat mit seiner vorzeitigen Vertragsverlängerung um fünf Jahre bis 2016, die er nach dem 3:0 gegen den FC St. Pauli bekanntgab, Jubelstürme in München entfacht 323504(DIASHOW: Der 16. Spieltag).

Fakt ist auch, dass der 26-Jährige nun zu den internationalen Topverdienern aufsteigt. Geschätzt verdient er nun zehn Millionen Euro pro Jahr.

"Wir haben nicht um Walnüsse gekämpft, sondern um harte Euro. Da muss man richtig viel Geld hinlegen. Das haben wir getan", sagte Präsident Uli Hoeneß (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Im Interview spricht der Mitttelfeldspieler über seine Verbundenheit mit München, Finanzen und Jose Mourinho.

Frage: Herr Schweinsteiger, warum haben Sie sich für den FC Bayern entschieden?

Bastian Schweinsteiger: Die Gespräche waren sehr positiv. Und letztlich bin ich einfach sehr froh, dass ich bei meinem Verein bleiben kann. Die Vertragsverlängerung war ein deutliches Zeichen.

Frage: Fiel es Ihnen schwer, den Angeboten aus ganz Europa zu widerstehen?

Schweinsteiger: Ich habe mir immer die Frage gestellt: Ist es schöner mit Real Madrid oder Inter Mailand oder mit dem FC Bayern die Champions League zu gewinnen? Die Frage habe ich mit meiner Unterschrift jetzt klar und deutlich beantwortet. Andere Städte kann ich mir später auch im Urlaub anschauen.

Frage: War die Unterschrift auch ein Liebesbekenntnis?

Schweinsteiger: Ja, das war ein Liebesbekenntnis. Wenn ich an die Säbener Straße komme, fühle ich mich wie zuhause. Ich habe ein rotes Herz.

Frage: Wie wichtig war Ihnen das Geld?

Schweinsteiger: Das Finanzielle spielt natürlich eine Rolle und, glauben Sie mir, der Verein hat sich sehr gestreckt.

[kaltura id="0_xu86mwxo" class="full_size" title="Schweinsteiger sagt Ja zum FCB"]

Frage: Welche Faktoren waren noch ausschlaggebend?

Schweinsteiger: Mir gefällt wie strukturiert und organisiert der Verein ist. Auch das Trainerteam war sehr wichtig für meine Entscheidung. Ich hoffe, dass der Verein noch weiter zusammenwächst und wir gemeinsam - Mannschaft, Trainer und Fans - eine neue Epoche starten können.

Frage: Ihr Ziel ist der Gewinn der Champions League, wie stufen Sie die Perspektiven darauf ein?

Schweinsteiger: Wenn ich sehe, was wir für Spieler haben, ist einiges möglich. Ich denke, zusammen haben wir im Zeitraum von fünf Jahren die Möglichkeit, die Champions League zu gewinnen. Dafür werde ich alles geben.

Frage: Warum war Christian Nerlinger überzeugender als Jose Mourinho?

Schweinsteiger: Ihn kenne ich ja schon länger. Wir hatten sehr gute Gespräche, wobei auch immer wieder das vergangene Jahr Thema war und was wir für einen Fußball gespielt haben. Die Umstellung ins zentrale Mittelfeld war sehr wichtig für meine Karriere. Und daran haben der Christian und das Trainerteam sehr großen Anteil.

Frage: Wie eng war der Kontakt zu Real Madrid wirklich?

Schweinsteiger: Es gibt Dinge, die sollte man für sich behalten. Und das ist so eines.

Frage: Zu Louis van Gaal haben Sie einen guten Draht...

Schweinsteiger: Ich sehe den Trainer jeden Tag und weiß wie er tickt. Natürlich eckt er hier und da an und es gibt Diskussionsstoff. Aber sehr gute Trainer haben nun einfach auch mal das gewisse Etwas. Und er hat uns eine völlig neue Spielphilosophie verpasst. Ich hoffe, dass auch Louis van Gaal über 2012 hinaus bleibt, weil er einfach sehr gut zu diesem Verein passt.

Frage: Woher rühren dann die Probleme in der Bundesliga?

Schweinsteiger: Es gibt Zeiten, wo es nicht so läuft und wo man Punkte verliert. Doch trotzdem sind wir überzeugt von unserer Philosophie. Uns hat keiner an die Wand gespielt oder dominiert. Wir selbst haben uns die Punkte genommen. Jetzt sind wir wieder auf einem guten Weg. Es gibt sicherlich Dinge, die wir verbessern können.

Frage: Hatte die emotionale Rede von Uli Hoeneß auf der Jahreshauptversammlung Wirkung auf Sie?

Schweinsteiger: Nein. Es ist natürlich schön, wenn der Präsident mich lobt und die Fans jubeln. Im Jahr zuvor war die Situation aber noch ein bisschen anders. Es gibt gute und schlechte Phasen. Ich kann das einschätzen.

Frage: Wie schätzen Sie die aktuelle sportliche Situation ein?

Schweinsteiger: Das beste Beispiel war doch die vergangene Saison: Da gab es Pfiffe von den Rängen und es wurde viel geschrieben. Am Ende haben wir das Double geholt und standen im Champions-League-Finale. Auch wenn es nicht so gut läuft, sollte man zusammenstehen.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel