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Jakub Blaszczykowski wechselte 2007 von Wisla Krakau zu Borussia Dortmund © getty

Im SPORT1-Interview spricht Dortmunds Jakub Blaszczykowski über das Spiel in Sevilla, Dortmunds Lauf, Konkurrenzkampf und seine Leistung.

Von Jakob Gajdzik

München - Er ist der "Turbo-Dribbler" der Bundesliga. Wenn Jakub Blaszczykowski mit dem Ball am Fuß in Fahrt kommt, sehen seine Gegenspieler meist nur seine Hacken.

Im gleichen Tempo fegt "Kuba" mit Borussia Dortmund schier unaufhaltsam durch die Bundesliga und steht mit den Schwarz-Gelben souverän an der Tabellenspitze. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Vor der Europa League-Partie beim FC Sevilla (ab 20.50 Uhr im LIVE-TICKER) spricht Polens Fußballer des Jahres im SPORT1-Interview über die Herbstmeisterschaft des BVB, den Konkurrenzkampf im Mittelfeld und die Chance der Polen bei der EURO 2012 im eigenen Land.

SPORT1: Nach dem Sieg gegen Bremen scheint der BVB in der Liga weiterhin unaufhaltsam. Wer soll den BVB noch stoppen?

Blaszczykowski: Am besten ist, wenn uns am Ende keiner stoppt (lacht). Bis jetzt spielen wir guten Fußball, aber wir schauen jetzt nur nach vorne auf die nächsten Partien. Vor der Winterpause haben wir noch zwei Spiele in Sevilla und Frankfurt - und die wollen wir beide auch gewinnen.

SPORT1: Die Herbstmeisterschaft ist bereits seit letzter Woche unter Dach und Fach. Was bedeutet dieser Titel den Spielern?

Blaszczykowski: Der Herbstmeistertitel bedeutet gar nichts. Wir wissen, dass wir noch nichts erreicht haben, auch wenn das viele Journalisten bereits anders sehen. Meister sind wir noch lange nicht. Wir denken nicht dran, was im Mai sein könnte, sondern gucken immer nur von Spiel zu Spiel.

SPORT1: Sie sind mit 25 Jahren schon fast ein alter Hase in der jungen Mannschaft. Versuchen Sie mit Ihrer Erfahrung die Jungen zu unterstützen?

Blaszczykowski: Wir haben zwar viele junge Fußballer, Unerfahrenheit kann man ihnen aber nicht unbedingt nachsagen. Nuri Sahin hat z.B. schon 121 Bundesligaspiele hinter sich, der braucht garantiert keine Unterstützung mehr. Und trotz ihres jungen Alters sind diese Spieler bei uns absolute Leistungsträger. Und auch wenn man einer von ihnen auf der Bank oder der Tribüne sitzt, wissen dennoch alle, wie wichtig sie für die Mannschaft sind. Und bei dem jungen Alter gibt es dazu noch jede Menge Entwicklungspotenzial.

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SPORT1: In Mario Götze und Kevin Großkreutz haben sie zwei dieser jungen Shooting-Stars als Mittelfeld-Konkurrenten. Müssen Sie um Ihren Stammplatz fürchten?

Blaszczykowski: Konkurrenzkampf ist vollkommen normal. Dass bei uns viele Spieler so nah an der Mannschaft dran sind, erhöht zudem nur die Leistung der ganzen Mannschaft. Jeder gibt immer sein Maximum um den Trainer zu überzeugen, dass er der Beste ist und spielen will. Und am Ende entscheidet sowieso Jürgen Klopp.

SPORT1: Mit Robert Lewandowski und Lukas Piszczek stehen zwei weiter Polen im Kader und spielen eine starke Saison. Freuen sie sich über die polnische Unterstützung?

Blaszczykowski: Natürlich, ich bin sehr glücklich dass die zwei da sind. Mit den beiden kann ich auch polnisch sprechen. Außerdem spielen beide ebenfalls eine ganz starke Saison und tragen damit auch zu unseren Leistungen bei. Auch privat unternehmen wir viel zusammen.

SPORT1: In Sevilla kommt es zum Gruppen-Endspiel in der Europa League. Wie optimistisch sind Sie, dass Dortmund noch weiterkommt?

Blaszczykowski: Wir wissen, das Sevilla eine starke Mannschaft hat und es ein sehr schweres Spiel sein wird. Wir werden aber alles dafür tun, auch dort zu gewinnen und weiterzukommen.

SPORT1: Besteht das Risiko, dass ein Weiterkommen im Europacup eine zu hohe Belastung für die junge Mannschaft sein zur Folge haben könnte?

Blaszczykowski: Nein, wir hatten vor der Saison eine richtig harte Vorbereitung und sind auch deswegen momentan so stark. Das haben wir schon viele Male gezeigt. Von daher mache ich mir über die zusätzliche Belastung gar keine Sorgen.

SPORT1: Sie sind nach 2008 dieses Jahr zum zweiten Mal zu Polens Fußballer des Jahres gewählt worden. Wie stolz macht sie diese Wahl?

Blaszczykowski: Natürlich macht mich diese Auszeichnung glücklich. 2010 verlief sehr gut für mich, aber für mich ist klar: Ich kann noch viel besser spielen. Das will ich im nächsten Jahr zeigen. Das verdanke ich natürlich auch der ganzen Mannschaft in Dortmund, die so gut funktioniert. In der Nationalmannschaft hat es ja dieses Jahr nicht so gut geklappt.

SPORT1: 2012 ist Polen mit der Ukraine Gastgeber EM-Gastgeber. Zuletzt konnte sich die Mannschaft nicht für die WM 2010 qualifizieren. Wie sehen sie Polens Perspektiven?

Blaszczykowski: Wir haben ja noch eineinhalb Jahre Zeit, uns zu finden. Wir haben dieses Jahr einen Umbruch eingeleitet, haben viele junge Spieler in die Mannschaft integriert und ein paar ältere aussortiert. Gegen die Elfenbeinküste haben wir schon ganz gut gespielt und auch gewonnen, das gibt uns Mut für die EURO 2012. Wir werden uns hart vorbereiten und wollen ein starkes Turnier spielen.

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