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Gladbachs Trainer Michael Frontzeck spielte von 1997 bis 1999 für den SC Freiburg © getty

Sportdirektor Eberl hält am glücklosen Coach fest. Der erwartet kaum Besserung. Dutt will die Freiburger Euphorie nicht bremsen.

München/Freiburg - Die Lage ist angesichts von fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz bedrohlich.(DATENCENTER: Bundesliga)

Doch die Vereinsverantwortlichen bei Borussia Mönchengladbach weigern sich auch nach dem 0:3 (0:2) beim SC Freiburg beharrlich, sich den Mechanismen des Geschäfts zu beugen.

Sportdirektor Max Eberl beantwortete die Frage, ob Michael Frontzeck auch am Freitag gegen den Hamburger SV auf der Trainerbank der "Fohlen" sitzen werde, mit einem klaren "Ja".

Schönmalen wollte der Ex-Profi nach der zehnten Niederlage aber nichts: "Ich sehe es so, dass wir keinen Punkt geholt haben, dass wir verloren haben und dass wir in einer beschissenen Situation sind."

Eberl: "Beckenknochen wurscht"

Gegen den HSV müsse daher unbedingt der erste Heimsieg her - sonst dürfte Frontzeck trotz aller Treuebekenntnisse nicht mehr zu halten sein.

"Da sind mir Beckenknochen und alles wurscht. Es geht um die Psyche und die müssen wir schnell wieder auf die Beine bringen", spielte Eberl auf die Blessur von Mohamadou Idrissou an, die dieser sich bei einem Zusammenprall mit dem Pfosten zugezogen hatte.

Ebenso wie der Ex-Freiburger musste auch Roel Brouwers frühzeitig ausgewechselt werden - der Niederländer hatte einen Schuss von Jan Rosenthal ins Gesicht bekommen und wurde mit Verdacht auf Gehirterschütterung ins Krankenhaus eingeliefert.

Frontzeck würde gern "gesundpusten"

Frontzeck rettete sich bei der Verletztenmisere in Galgenhumor: "Wir sind ohne acht Spieler angereist, dann sind noch zwei dazugekommen. Aber wir können ja niemanden hier gesundpusten."

Für ihn handele es sich um "eine absolute Ausnahmesituation bei uns, die bis zum Winter so gehen wird."

Besonders bitter: Wie schon in den vergangenen Wochen hielten die "Fohlen" in der Anfangsphase gut mit, bevor nach dem ersten Gegentor durch Papiss Demba Cisse (19.) alle Dämme brachen.

Levels vermisst Aufbäumen

"Ich finde keine Worte mehr! Es ist zurzeit einfach traurig, was wir hier anbieten auf dem Platz. Die Gegentore sind einfach zu leicht. Ich vermisse vor dem 2:0 auch ein gewisses Aufbäumen", kritisierte Tobias Levels die Einstellung seiner Teamkollegen 323504(DIASHOW: Der 16. Spieltag).

Somit geht es beim nächsten Heimspiel auch darum, die enttäuschten Fans für sich zu gewinnen.

"Die Leute werden uns nicht von Anfang mit Hallo empfangen, aber wir müssen sie wieder hinter uns zu bringen", schaute Eberl voraus.

Breisgau-Euphorie: Dutt bremst nicht

Bei den Breisgauern ist dagegen nach dem neunten Sieg, den Oliver Barth (41.) und erneut Cisse (59.) sicherten, und dem Sprung auf Europa-League-Platz fünf eitel Sonnenschein.

"Wir haben uns zu Beginn etwas verträumt angestellt, auch aufgrund des guten Starts von Gladbach. Aber momentan spricht es für uns, dass wir mit einer richtig guten Aktion in Führung gehen", lobte Trainer Robin Dutt sein Team.

Cisse fehlt in Leverkusen gelbgesperrt

Dabei musste er sich auch nicht sonderlich darüber grämen, dass Doppelpacker Cisse zum Hinrunden-Abschluss bei Bayer Leverkusen fehlen wird.

Cisse zog mit insgesamt 13 Toren mit Theofanis Gekas an der Spitze der Torjägerliste gleich, sah aber die fünfte Gelbe Karte.

Ganz im Gegensatz zu seinem Kollegen aus Gladbach erwartet Dutt eine sehr ruhige Woche: "Solange die Mannschaft Vollgas gibt, möchte ich nichts bremsen. Momentan gehen wir mit der Situation gut um."

Und sie strafen Gladbachs Idrissou Lügen. Der Kameruner hatte seinen Abgang im Sommer damit begründet, dass er "nicht mehr mit euch Absteigern zusammenspielen" wolle.

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